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Wenn Bello die Nerven verliert

Für viele Bundesbürger gehört der Hund zur Familie: mehr als 7 Millionen der treuen Gefährten leben in Deutschlands Haushalten. Aber selbst der liebste Schoßhund kann große Schäden verursachen, wenn er zum Beispiel auf die Straße rennt und einen Autounfall verursacht. Eine Hundehalterhaftpflichtversicherung kommt für finanzielle Schäden auf – und ist in immer mehr Bundesländern verpflichtend vorgeschrieben.

Wie wichtig es für Hundebesitzer sein kann eine Hundehalterhaftpflicht abzuschließen, zeigt eine Zeitungsmeldung vom 1. Dezember. Eine Frau hatte in Braunschweig ihren Familienhund der Rasse Rhodesian Ridgeback an einem Papierkorb festgebunden, um in einen Laden zu gehen. Das Tier, ausgestattet mit kräftigen Muskeln, geriet in Panik, als Frauchen verschwunden war. Also versuchte sich der Hund loszureißen, was ihm aber nicht gelang.

Den Papierkorb hinter sich herziehend, stürmte der Hund durch mehrere Straßen zurück zur Wohnung, beschädigte dabei vier geparkte Autos und krachte schließlich gegen eine Glastür. Ein Tierarzt kümmerte sich um die Verletzungen des Hundes, die Tierhalterhaftpflicht um den finanziellen Schaden von mehreren Tausend Euro, wie Medien berichten.

80 Millionen Euro Schaden durch Hunde

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verursachen Hunde jedes Jahr Haftpflichtschäden in Höhe von 80 Millionen Euro. Noch schwerwiegender als im oben genannten Beispiel sind Unfälle mit Hunden, bei denen nicht nur Sachen zu Bruch gehen, sondern gar Menschen verletzt werden.

Reißt sich zum Beispiel ein Hund von der Leine los und erschrickt einen Fußgänger derart, dass dieser stürzt und sich eine bleibende Beeinträchtigung zuzieht, muss der Hundehalter laut § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches haften, und zwar mit seinem gesamten Vermögen. Die Haftung beinhaltet zum Beispiel Kosten für die Reha, den Verdienstausfall und ein Schmerzensgeld.

Dabei sind Zwischenfälle mit Hunden keine Seltenheit. Mehr als 100.000 Schadensfälle werden den Versicherern pro Jahr gemeldet. Das sind im Bundesschnitt 273 pro Tag! Eine stolze Summe. Und nicht nur große Hunde sind gefährlich. Selbst ein kleiner Schoßhund kann einen ordentlichen Schaden verursachen, wenn er etwa auf die Straße rennt und einen Fahrer zu einem riskanten Ausweichmanöver zwingt. Selbst der liebste und best erzogenste Hund kann in einem unerwarteten Moment viel Chaos anrichten.

Pflicht zur Haftpflicht in sechs Bundesländern

Aufgrund der hohen Risiken gehen immer mehr Bundesländer dazu über, Hundebesitzer zum Abschluss einer Tierhalterhaftpflicht-Police zu zwingen. Ein Bußgeld droht in sechs Bundesländern, wenn Bello oder Wuffi keinen entsprechenden Vertrag haben: Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Auch andere Bundesländer debattieren aktuell über die Einführung einer entsprechenden Pflicht. Doch schon im eigenen Interesse sollte eine solche Versicherung abgeschlossen werden. Ein Grundschutz ist schon ab einem niedrigen zweistelligen Betrag im Jahr zu haben.

 

Schmidtke René

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