0341 23064750

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

IMG_1477Wer soll für Sie entscheiden, wenn sie durch Unfall, Krankheit oder altersbedingt nicht mehr selbst in der Lage sind Entscheidungen zu treffen?

Auch wenn wir es gern verdrängen: Jeder von uns kann durch Unfall, Krankheit oder Alter in eine Lage geraten, in der er wichtige Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Wenn dann keine Vorsorgevollmacht besteht wird eine Betreuung im Sinne des Gesetzes (§1896 BGB) angeordnet, unabhängig von Ehepartner, Eltern, Lebenspartner oder Kinder!

Deshalb wird jedem Volljährigen empfohlen folgende Fragen frühzeitig zu klären:

Was ist, wenn ich nicht mehr selbst entscheiden kann? Wer handelt und entscheidet in dieser Situation für mich? Wie stelle ich sicher, dass dann mein Wille Beachtung findet?

Um diese Fragen zu beantworten sollte man eine Vorsorgevollmacht erstellen. Mit dieser wird ein Vertrauter eingesetzt, der dann die eigenen Interessen und wünsche stellvertretend umsetzt. Dadurch wird ein Betreuungsverfahren vermieden. Die Vorsorgevollmacht steht in engem Zusammenhang mit einer eindeutig formulierten Patientenverfügung. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass die eingesetzten Vertrauenspersonen die eigenen Werte kennt und auch umsetzt. Eine schriftliche Festlegung ist daher sehr empfehlenswert.

Mit der Vorsorgevollmacht kann man einer Person seines Vertrauens die Erledigung einzelner oder aller Angelegenheiten für den Fall übertragen, dass man die Fähigkeit selbst zu entscheiden eingebüßt hat. Der Bevollmächtigte kann dann handeln, ohne dass es weiterer Maßnahmen bedarf. Das Gericht wird nur eingeschaltet, wenn es zur Kontrolle des Bevollmächtigten erforderlich ist. Die Vorsorge Vollmacht ermöglicht so ein maximales Maß an Selbstbestimmung.

Die Patientenverfügung ist die schriftliche Handlungsanweisung eines Volljährigen für die ihn behandelnden Ärzte für den Fall der eigenen Entscheidungsunfähigkeit. In ihr kann man ausdrücklich festlegen ob und welche lebensverlängernden Maßnahmen durchgeführt werden bzw. abgebrochen werden sollen. Dies umfasst zum Beispiel Wiederbelebungsmaßnahmen, künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sowie Schmerz- und Symptombehandlungen. Auch ihre Einstellung zu Organspende können Sie hier darlegen.

Wenn man keine Person das für eine Vorsorgevollmacht notwendige uneingeschränkte Vertrauen entgegenbringt, kann man dem Gericht mit einer Betreuungsverfügung eine Person vorschlagen, die das Gericht als Betreuer bestellen soll. Des Weiteren kann bestimmt werden, wer auf keinen Fall als Betreuer infrage kommt. Möglich sind auch inhaltliche Vorgaben für den Betreuer, etwa welche Wünsche und Gewohnheiten respektiert werden sollen oder auch im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird.

Die TUTUS AG hilft mit ihren Anwälten bei der rechtssicheren Erstellung dieser wichtigen Dokumente und stellt diese über die VORTIVA Vorsorgedatenbank Betreuungsgerichten, Krankenhäusern und Ärzten rund um die Uhr zur Verfügung. Durch die Archivierung der Originale besteht ein wirksamer Schutz gegen missbräuchliche Verwendung und Veränderungen.

Sollten Sie ihren Willen bereits schriftlich dargelegt haben, sind ihre Dokumente weiterhin gültig. Allerdings sollten Sie regelmäßig auf ihre Aktualität hin geprüft werden und darüber hinaus an gesetzliche Änderungen angepasst werden.

Im Jahr 2008 wurde die gesetzliche Regelung zu den Geltungsbereichen von Patientenverfügungen geändert. Vorher galt eine Patientenverfügung nur im Falle des unmittelbar bevorstehenden Todes. Seit 2008 gilt eine Patientenverfügung in jeder Situation. Ältere Patientenverfügungen sollten aktualisiert werden.

2013 wurde das Gesetz zur Regelung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen eingeführt. Dadurch ist ein Bevollmächtigter nur dann in der Lage über freiheitsentziehende Maßnahmen (Beispielsweise Bettgitter) zu entscheiden, wenn er ausdrücklich dazu bevollmächtigt wurde. Daher bedürfen alle älteren Vorsorgevollmachten einer Aktualisierung.

VORTIVA informiert sie über gesetzliche Änderungen und stimmt mit Ihnen regelmäßig die Aktualität Ihrer Dokumente ab.

Schmidtke René

Ihr Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.