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Berufsunfähigkeit

Neujahr – Und der Versicherungsschutz wird geupdatet!

Ein Jahreswechsel kann Anlass sein, den aktuellen Status der Versicherungen zu überprüfen. Denn unter Umständen müssen diese angepasst werden: nicht nur, wenn eine neue Lebenssituation eingetreten ist, sondern mitunter sogar bei kleinen Änderungen.

Zum Neujahr setzen sich viele Menschen neue Ziele und ziehen Bilanz, was sich in den vergangenen zwölf Monaten so ereignet hat. Die guten Vorsätze sollten dabei jauch das Thema Versicherung nicht aussparen. Denn Änderungsbedarf besteht unter Umständen auch beim Versicherungsschutz, wenn sich im Leben etwas ändert oder bereits geändert hat.

Beispiel private Altersvorsorge: Zum Ende des Jahres empfiehlt es sich zu überprüfen, ob man als Riester-Sparer auch tatsächlich alle Zuschläge erhält. Um voll förderfähig zu sein, müssen Sparer jedes Jahr mindestens vier Prozent ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen: abzüglich der Zulagen. Auch muss ein „Antrag zur Altersvorsorgezulage“ beim Versicherer gestellt werden. Versicherer können die Zulagen eines Jahres bis zum Ende des übernächsten Jahres einfordern: für 2017 also bis Ende 2019. Eine Elternzeit ermöglicht es hingegen, die Einzahlung in den Vertrag auf einen Sockelbeitrag zu reduzieren. Hier empfiehlt sich ein Beratungsgespräch!

Doch nicht nur bei Riester lohnt es sich, die Angemessenheit des Versicherungsschutzes zu checken. Beispiel Hausratversicherung: Hat eine Familie sich neue Wertgegenstände für die Wohnung gekauft oder eine teure Einrichtung, muss unter Umständen der Schutz erhöht werden. So ist zum Beispiel für Schmuck und Uhren, die außerhalb eines Safes aufbewahrt werden, die Deckungssumme in vielen Policen beschränkt. Und wer ein Grundstück kauft oder gar selbst einen Hausbau plant, hat natürlich auch neue Risiken. Unter Umständen muss dann eine Grundstücks- oder Bauherrenhaftpflicht eingeplant werden.

Auch wenn sich die Einkommens-Situation verändert hat, der Chef etwa eine Lohnerhöhung springen ließ oder man sogar selbst auf den Chefsessel befördert wurde, lohnt ein Vertragscheck. Bei Berufsunfähigkeits-, Lebens- oder Rentenversicherungen muss unter Umständen die vereinbarte Leistung erhöht werden. Das ermöglichen die sogenannten Nachversicherungsgarantien in den Verträgen: Sie erlauben es, bei bestimmten Ereignissen wie einem Häuslebau oder einer Heirat den Schutz entsprechend anzupassen. Worauf sich noch zu achten lohnt, klärt ein Beratungsgespräch!

 

Nicht einmal jeder fünfte Bundesbürger hat eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Nehmen die Bundesbürger das Risiko einer Berufsunfähigkeit zu wenig ernst? Diesen Schluss lässt erneut eine Umfrage zu, diesmal vom Online-Portal Statista durchgeführt. In der repräsentativen Umfrage antworteten auf die Frage: „Welche Vorsorgeversicherungen haben Sie aktuell?“ nur 18 Prozent der Befragten, dass sie derzeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abgeschlossen haben. Das ist nicht einmal jeder fünfte!

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist aber wichtig. Zur Erinnerung: Nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) scheidet jeder vierte Arbeitnehmer aus seinem Beruf aus, bevor er das Renteneintrittsalter erreicht hat.

Der häufigste Grund für das Aus im Beruf sind hierbei nicht etwa körperliche Ursachen, sondern psychische Erkrankungen mit mehr als 30 Prozent aller Neuerkrankungen. Kein Wunder, sehen sich doch viele Menschen mit einem hohen Leistungsdruck im Beruf konfrontiert. Zudem verschwimmen Arbeitszeit und Freizeit immer mehr, seit die Erwerbstätigen dank Smartphone und Co. rund um die Uhr erreichbar und online sind. Wer hat nicht schon zuhause betriebliche Mails gecheckt oder einen Anruf des Chefs erhalten?

Interessant ist ein Blick darauf, mit welchem Alter die Menschen ihren Beruf aufgeben müssen. Denn keineswegs sind nur ältere Personen betroffen. Wie der Dachverband der Versicherer (GDV) berichtet, tritt die Berufsunfähigkeit durchschnittlich im Alter von 47 Jahren ein. Da haben viele Erwerbstätige noch fast ein Drittel ihres Berufslebens vor sich.

Hohes Armutsrisiko für Menschen, die Beruf aufgeben müssen

Das Risiko zu verarmen ist groß, wenn man aus dem Beruf ausscheidet. Schließlich sichert die Sozialversicherung seit einer Gesetzreform im Jahr 2001 nur noch die Erwerbsunfähigkeit ab: zumindest für alle Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden. Das heißt, der Staat zahlt nur dann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn der Betroffene nicht mehr als drei Stunden täglich arbeiten kann – nicht nur in seinem, sondern in allen Berufen. Dann kann ein Arzt auch auf einen Job als Pförtner verwiesen werden. Die Zahl der Menschen, die bei Erwerbsminderung auf Grundsicherung angewiesen sind, ist entsprechend sehr hoch.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung berücksichtigt hingegen auch den Status und das Einkommen des Berufes, in dem der Versicherte zuvor gearbeitet hat. Wer einen solchen Vertrag abschließen will, sollte sich zuvor umfassend beraten lassen. Die Tarife sind sehr komplex und schon beim Stellen des Antrages kann man viel falsch machen. Ein Versicherungsfachmann weiß, worauf es zu achten gilt. Dass die Versicherer durchaus in den meisten Fällen eine Leistung erbringen, zeigt eine weitere Zahl: Allein im Jahr 2016 haben die Privatversicherer rund 3,6 Milliarden Euro an BU-Renten und Kapitalzahlungen erbracht. Die ausgezahlten Summen steigen seit Jahren.

 

BGH stärkt Rechte von Berufsunfähigkeits-Versicherten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einem aktuellen Urteil die Rechte von Verbrauchern in der Berufsunfähigkeitsversicherung gestärkt. Demnach muss ein Versicherer die gesamte Arbeit berücksichtigen, wenn er den Grad der Berufsunfähigkeit festlegt, und darf nicht nur die zeitlichen Anteile einzelner Arbeiten einrechnen. Das Urteil könnte es Versicherten zukünftig erleichtern, schneller eine BU-Prämie zu erhalten.

Ungefähr jeder vierte Beschäftigte in Deutschland muss seinen Beruf aufgeben, bevor er das Rentenalter erreicht. Das ist ein Grund, weshalb sowohl Versicherer als auch Verbraucherschützer in seltener Eintracht den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) empfehlen. Ein aktuelles Urteil stärkt nun die Rechte der Kunden, wenn es um die Ermittlung der Berufsunfähigkeit geht.

Berufsunfähigkeit zu niedrig eingestuft

Im konkreten Rechtsstreit ging es um den Fall einer Haushälterin. Nach einem Treppensturz musste sie ihre Arbeit vorerst aufgeben, weil sie sowohl Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden plagten und sie zudem an einer psychischen Erkrankung infolge des Sturzes litt.

Doch der Berufsunfähigkeitsversicherer der Haushälterin wollte keine Rente zahlen. Er argumentierte, dass laut Vertrag erst eine BU-Rente vorgesehen sei, wenn eine 50prozentige Berufsunfähigkeit vorliege. Dies sei hier nicht gegeben, da die Frau nur zu zwanzig Prozent beeinträchtigt sei, wie die Gutachter des Versicherers bestätigten.

Streit um Grad der Beeinträchtigung

Zu den Aufgaben der Frau gehörte es vor allem, die Räume einer Anwaltskanzlei zu säubern, einzukaufen und aus den gekauften Zutaten ein Mittagessen für bis zu 30 Personen zuzubereiten. Die Einkäufe konnte sie nun nicht mehr erledigen: Sie durfte nicht mehr schwer tragen. Der Versicherer erkannte zwar an, dass die Frau ihre Arbeit nicht mehr wie gewohnt ausführen könne. Er begründete die niedrige Einstufung der Berufsunfähigkeit allerdings damit, dass das Einkaufen nur einen geringen zeitlichen Teil der Arbeitszeit in Anspruch nehme. Daraufhin klagte die Frau vor Gericht.

Der Bundesgerichtshof bewertete die Sachlage deutlich anders als der Versicherer: Und stärkte die Rechte der Verbraucher. So dürfe die Beeinträchtigung im Beruf nicht nur an einzelnen Tätigkeiten wie dem Einkaufen gemessen werden und an der Frage, wie viel Zeit sie in Anspruch nehmen. Vielmehr komme es auf eine Gesamtschau an: Das gelte besonders dann, wenn die betroffene Tätigkeit ein untrennbarer Teil eines beruflichen Gesamtvorgangs sei. In diesem Fall sei es der Hauswirtschafterin ohne das Tragen schwerer Einkäufe nicht möglich, ihren Beruf weiterhin auszuführen, weil sie damit auch für die Mitarbeiter ihres Arbeitgebers nicht mehr kochen könne. Schließlich fehlten dann die Zutaten.

Das Oberlandesgericht Stuttgart muss nun nach den Vorgaben des Bundesgerichtshofes den Grad der Berufsunfähigkeit neu festlegen. Das bedeutet vor allem: Ihn höher ansetzen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Haushälterin nun ihre BU-Rente erhält (Az.: IV ZR 535/15).

 

Berufsunfähigkeit tritt im Schnitt mit 47 Jahren ein

Wenn Menschen berufsunfähig werden, sind sie doch sicher schon sehr alt? Nein, das stimmt nicht, denn bei Eintritt der Berufsunfähigkeit stehen die meisten mitten im Berufsleben. Das zeigt eine Untersuchung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Wie der Dachverband der Versicherer berichtet, tritt die Berufsunfähigkeit durchschnittlich im Alter von 47 Jahren ein. Da haben viele Erwerbstätige noch fast ein Drittel ihres Berufslebens vor sich bis zur wohlverdienten Altersrente! Befragt wurden Versicherer, die im Bereich der Invaliditätsversicherung 32 Prozent Marktanteil abbilden.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Hinsichtlich der Geschlechter zeigen sich kleine Unterschiede. Frauen müssen ihren Beruf im Schnitt etwas zeitiger aufgeben, nämlich bereits mit 46 Jahren. Männer hingegen sind durchschnittlich 48 Jahre alt, wenn sie erstmals Leistungen aus einer privaten Berufsunfähigkeits-Police erhalten. Die Unterschiede erklären sich teils damit, dass Frauen und Männer verschieden stark in unterschiedlichen Berufsbereichen tätig sind.

Der häufigste Grund, weshalb es für Frauen im Berufsleben nicht mehr weitergeht, sind demnach psychische Krankheiten: 30 Prozent aller neuen BU-Fälle lassen sich darauf zurückführen. Kein Wunder, sind doch Frauen auch oft in Jobs zahlreicher vertreten, die eine besondere psychische Belastung bedeuten, etwa als Lehrerin, Altenpflegerin oder Krankenschwester. Bei Männern ist die Psyche „nur“ zu 22 Prozent Auslöser einer Berufsunfähigkeit.

Männer sind hingegen häufiger als Frauen von solchen Ausscheidungsgründen betroffen, die aus einem Sport-, Verkehrs- oder einem anderen Unfall resultieren. Demnach werden Männer dreimal häufiger in Folge eines Unfalls berufsunfähig als Frauen. Weitere häufige Ursachen für die Berufsaufgabe sind Krankheiten wie Krebs und des Bewegungsapparates, etwa ein Rückenleiden.

Früh mit einer BU-Police vorsorgen

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist die einzige Versicherung, die auch tatsächlich den erlernten Beruf des Verbrauchers absichert. Denn die gesetzliche Rentenversicherung leistet nur noch bei Erwerbsunfähigkeit, zumindest für jene Erwerbstätige, die nach dem 01. Januar 1961 auf die Welt kamen. Deshalb sollten alle Berufstätigen über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken, wie etwa auch die Verbraucherzentralen empfehlen.

Der Unterschied: Eine volle Erwerbsminderung im Sinne der Gesetzlichen Rentenversicherung liegt vor, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist, für mindestens drei Stunden täglich irgendeinem Beruf nachzugehen. Eine Berufsunfähigkeit im Sinne der privaten Versicherung tritt hingegen bereits ein, wenn man nach den Bedingungen des Versicherungsvertrages einen bestimmten – in der Regel den aktuellen – Beruf nicht mehr ausüben kann. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

 

 

Wer zahlt für die Silvesterschäden?

Für viele Bundesbürger beginnt das neue Jahr mit einem Kater. Jedes Jahr verursacht die Knallerei zu Silvester Versicherungs-Schäden in Höhe von 30 Millionen Euro, so berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), besonders betroffen sind Immobilien und Autos. Doch welche Versicherung zahlt, wenn ein Tischfeuerwerk die Wohnung in Brand setzte oder das Auto durch einen Blindgänger beschädigt wurde?

Beispiel Haftpflichtversicherung: eine solche Police sollte jeder besitzen, springt sie doch ein, wenn man dritten Personen einen Schaden verursacht hat. Wenn durch den unsachgemäßen Gebrauch einer Silvesterrakete ein Passant schwer verletzt wurde, etwa ein Auge verlor, zahlt der Haftpflichtversicherer für die entstehenden Kosten. Wer den Schaden jedoch vorsätzlich herbeiführte, etwa auf Menschen mit einer Silvesterrakete gezielt hatte, muss den Schaden in der Regel aus eigener Tasche erstatten. In Zweifelsfällen können nur die Gerichte klären, ob die Schädigung vorsätzlich erfolgte.

Schäden an PKW

Ärgerlich ist, wenn an einem geparkten Auto zu Silvester Schaden entstand. Dass zum Beispiel Betrunkene ihre Raketen-Startrampe auf einem fremden PKW platzieren, kommt leider immer wieder vor. Oft ist der Verursacher nicht mehr auszumachen, der Fahrzeughalter droht auf seinem Schaden sitzenzubleiben. Gut, wenn man in so einer Situation eine Kaskoversicherung abgeschlossen hat.

Die Teilkasko zahlt für Lackschäden, Glasbruch oder Fahrzeugbrand. Brenzlich wird es hingegen, wenn das Auto von einem fremden Täter mutwillig beschädigt wurde. Für diesen Fall muss eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden! Wichtig ist, die Beschädigungen auch der Polizei zu melden und ausreichend zu dokumentieren, damit die Versicherung zahlt. Auch in die Werkstatt sollte der Wagen erst gegeben werden, nachdem der Versicherer ihn begutachten konnte.

Schäden in der Wohnung oder am Haus

Wenn der heimische Teppich durch ein Tischfeuerwerk Feuer fing oder bei der Party die teure Vase zerbrach, zahlt eine Hausratversicherung. Sie springt für Schäden an Einrichtungsgegenständen und auch Elektrogeräten ein. Gute Verträge verzichten auf die „Einrede grober Fahrlässigkeit“. Dann ist auch eine Leistung garantiert, wenn Personen den Schaden stark alkoholisiert herbeigeführt haben.

Für Schäden am Eigenheim kommt hingegen die Wohngebäudeversicherung auf, etwa wenn eine Silvesterrakete den Dachstuhl in Brand setzte. Leider sind solche Brände zu Silvester keine Seltenheit. Auch zum Jahreswechsel 2017 waren wieder zahlreiche tragische Ereignisse zu beklagen: in Duisburg etwa wurden 14 Personen bei einem Wohnungsbrand teils schwer verletzt, in Siegen und Hamburg starben gar Menschen bei Bränden. Die Versicherungswirtschaft berichtet, dass die Zahl der Wohnungsbrände zum Jahresende viermal höher ist als zu anderen Zeiten.

Unfallschäden

Wenn das Zünden der Rakete nicht nur sprichwörtlich ins Auge ging, ist eine private Unfallversicherung der passende Schutz. Sie kommt für Unfälle mit Feuerwerkskörpern auf, wie es ihr Name schon verrät. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist zusätzlich empfehlenswert – sie sichert die Arbeitskraft, wenn man infolge des Unfalls vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden muss. Die Feststellung einer 50prozentigen Berufsunfähigkeit bewirkt in der Regel die Auszahlung einer vereinbarten Monatsrente.

 

Oktoberfest und Unfallversicherung – Weshalb Kurzzeit-Policen nur eingeschränkten Schutz bieten

Oktoberfest tilt shiftAm Samstag ist es wieder so weit: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wird mit einem «Ozapft is!» das erste Bier auf der Wiesn zapfen – und damit das Oktoberfest offiziell eröffnen. Rund 6 Millionen Menschen strömten 2015 in die Isar-Metropole, um es sich bei Bier und Schweinshaxn gutgehen zu lassen. In diesem Jahr werden ähnlich viele Besucher erwartet. Doch wie sieht es mit dem Unfallschutz aus?

Dass für ein solches Event eine Unfallversicherung empfehlenswert ist, ergibt sich schon aus dem ausgiebigen Alkoholkonsum. Stolze 7,5 Millionen Liter Bier werden auf dem Oktoberfest getrunken, so berichten die Veranstalter. Da können schon mal der Bub oder das Madl den Halt verlieren, wenn sie im Bierzelt auf den Tischen tanzen. Für die Sanitäter bedeutet das Volksfest 17 Tage Dauereinsatz. Zwischen 7.000 und 10.000 Menschen benötigen pro Saison laut DRK medizinische Hilfe, auch wenn die meisten Stürze glimpflich ausgehen.

Kurzzeitversicherungen – eingeschränkter Schutz für viel Geld

Auch mancher Versicherer hat das Potential erkannt und bietet für das Oktoberfest spezielle Kurzzeit-Unfallversicherungen an, die per App abgeschlossen werden können. Ein Münchener Versicherer berechnet für den 24-Stunden-Schutz zum Beispiel eine Summe von 5,99 Euro. Der Schutz gilt nur für den Wiesen-Aufenthalt und läuft dann automatisch aus. Das klingt erst einmal preiswert. Ist es aber nicht, rechnet man diese Kurzzeit-Prämie auf das Jahr um. Stolze 2186,35 Euro Jahresbeitrag würde eine solche Unfallversicherung kosten, wenn man sie über das ganze Jahr bezieht!

Ein weiterer Grund spricht gegen derartige Kurzzeitversicherungen: Die Invaliditätssumme ist oft sehr begrenzt, zum Beispiel auf 50.000 Euro. Wer einen derart schweren Unfall erleidet, dass ein bleibender Schaden zu beklagen ist, kann mit dieser niedrigen Summe seinen Lebensstandard nicht absichern.

Ein Beispiel: Man stelle sich nur einmal vor, bei einem selbstverschuldeten Unfall mit einem Fahrgeschäft verletzt sich ein Oktoberfest-Besucher so schwer, dass der rechte Arm amputiert werden muss. Viele Unfallversicherer zahlen für diesen Fall, abhängig von der Gliedertaxe im Vertrag, 70 Prozent der Invaliditätssumme aus. Das wären bei einer Kurzzeit-Police also 35.000 Euro. Wie lange reicht das Geld, um damit über die Runden zu kommen?

Besser gleich eine vollwertige Unfallversicherung abschließen!

Da ist es besser, gleich eine vollwertige Unfallversicherung abzuschließen, die das ganze Jahr über gilt!Zwar gibt es keine feste Regel, wie hoch eine Invaliditätssumme in der Unfallversicherung sein sollte. Das hängt auch von der jeweiligen Lebenssituation ab. Wer Kinder hat, sollte zum Beispiel eine höhere Leistung vereinbaren. Aber die Experten-Empfehlungen reichen vom Sechsfachen des Jahresbruttos bis hin zu einer Summe von 500.000 Euro!

Grundsätzlich gilt: eine niedrige Absicherung ist besser als gar keine. Wer also noch keine Unfallversicherung hat, kann mit so einer Kurzzeit-Police zumindest einen Grundschutz genießen. Ansonsten sind vollwertige Versicherungslösungen derartig befristeten Verträgen vorzuziehen. Zusätzlich zur Unfallversicherung ist es ratsam, auch für den Verlust der Arbeitskraft finanziell vorzusorgen, etwa durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dann steht dem Wiesen-Gaudi nichts mehr im Wege!

BU-Versicherer zahlen 3,44 Milliarden Euro aus

Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen in der Summe immer höhere Leistungen an ihre Kunden aus. Im Jahr 2015 sind die Renten- und Kapitalzahlungen an Versicherte erneut deutlich gestiegen – um 5,5 Prozent auf nun gut 3,44 Milliarden Euro.

Jeder vierte Beschäftigte in Deutschland muss vorzeitig seinen Job aufgeben, so berichtet die Deutsche Rentenversicherung. Deshalb empfehlen Versicherer und Verbraucherverbände in seltener Eintracht den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Dass ein tatsächlicher Bedarf an diesem Schutz besteht, belegen jene Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Dienstag präsentiert hat. Demnach stiegen die Auszahlungen an Versicherte im Jahr 2015 auf 3,44 Milliarden Euro an – ein Plus von 5,5 Prozent.

Immer mehr Menschen sichern sich ab

Der Leistungsanstieg resultiert u.a. aus einem langsam einsetzenden Bewusstseinswandel in der deutschen Bevölkerung: Immer mehr Menschen sichern sich gegen das Risiko des Arbeitskraftverlustes ab. Die Zahl der sogenannten Hauptversicherungen gegen Berufs- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit stieg gegenüber 2014 um 5,4 Prozent auf rund 4,06 Millionen Policen.

Mit Hauptversicherung sind solche Risikoversicherungen gemeint, bei denen der Verbraucher eine monatliche BU-Rente für den Eintritt der Berufsunfähigkeit vereinbart. Der Kunde hat in der Regel keinen Anspruch auf eine Schlusszahlung oder Beitragsrückzahlung – auch wenn er während der gesamten Vertragslaufzeit berufsfähig bleibt. Wichtig ist bei diesen Policen die finanzielle Absicherung eines möglichen Ausscheidens aus dem Beruf, nicht die Kapitalbildung.

Hinsichtlich der vereinbarten BU-Rente gibt es einiges zu beachten. Ein Großteil der Versicherten wählt eine zu niedrige monatliche Leistung aus: Lediglich 634 Euro betrug die durchschnittlich vereinbarte Summe bei einer Stichprobe des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Jahr 2013. Hier gilt es zu bedenken, dass die BU-Leistung auf die Grundsicherung angerechnet wird, folglich deutlich darüber liegen sollte. Als Faustregel gilt, mindestens zwei Drittel des monatlichen Nettoeinkommens zu vereinbaren.

Bei BU-Zusatzversicherungen kleiner Abwärtstrend

Von der Hauptversicherung abgrenzen lassen sich sogenannte Zusatzversicherungen gegen das BU-Risiko. Diese können in Kombination mit einer Lebens- und Rentenversicherung vereinbart werden, um im Falle eines Ausscheidens aus dem Beruf weiterhin die Beitragszahlungen für die Altersvorsorge leisten zu können. Die Zusatzversicherung kann auch die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente umfassen. In diesem Bereich sank die Zahl der Verträge leicht um 2,1 Prozent auf nun 12,9 Millionen Verträge.

Grundsätzlich sollte man beim Abschluss einer Lebens- und Rentenversicherung schauen, ob der Baustein „Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit“ vereinbart werden kann. Wird der Versicherte berufsunfähig, übernimmt dann der Versicherer die weitere Beitragszahlung, das Sparziel bleibt ungefährdet. Gerade bei Versicherungen, die eine hohe monatliche Prämie vorsehen, kann dieser Baustein sicherstellen, dass man den Schutz nicht verliert.

Berufsunfähigkeit – Mehrheit der Versicherungskunden erhält Leistung

berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung: Wenn ein Erwerbstätiger berufsunfähig wird, bekommt er von seinem Versicherer in der Regel schnell seine Rente zugesprochen. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des unabhängigen Analysehauses Franke & Bornberg, das die Leistungspraxis großer deutscher BU-Versicherer unter die Lupe genommen hat. Drei von vier Kunden erhalten ihre Leistung demnach innerhalb von sechs Monaten.

In den Medien wird immer mal wieder von Patienten berichtet, die berufsunfähig geworden sind und sich lange mit ihrem Versicherer um die Rente streiten mussten. Diese Fälle sind natürlich jeder für sich ärgerlich – aber keineswegs die Regel, wie eine aktuelle Studie von Franke & Bornberg zeigt. Das Hannoveraner Ratinghaus untersuchte stichprobenartig die Leistungspraxis von 7 großen Versicherern, die insgesamt fast 5 Millionen BU-Kunden auf sich vereinen.

Drei von vier Kunden bekommen ihre BU-Leistung

Die Ergebnisse der Untersuchung stimmen optimistisch. Drei von vier Kunden bekommen anstandslos ihre BU-Leistung zugesprochen, und das innerhalb einer vertretbaren Frist. Denn in der Regel hat der Kunde innerhalb eines halben Jahres Klarheit, ob er vom Versicherer Geld sieht. „Die Dauer bis zur Anerkennung ist durchschnittlich kürzer als bis zur Ablehnung. Das lässt darauf schließen, dass sich Versicherer die Entscheidung nicht leichtmachen“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke & Bornberg.

Was aber sind die Gründe, weshalb eine BU-Rente nicht zuerkannt wird? Nur ein Schattendasein fristet hierbei die sogenannte Abstrakte Verweisung, die in der öffentlichen Debatte dominiert. Lediglich 0,4 Prozent aller Ablehnungen lassen sich auf diese Klausel zurückführen. Wenn die abstrakte Verweisung im BU-Vertrag enthalten ist, können Kunden auf einen vergleichbaren Beruf verwiesen werden, bevor ihnen eine Rente zugesprochen wird. Eine Krankenpflegerin kann zum Beispiel immer noch in der Verwaltung einer Klinik Büroarbeit verrichten, wenn sie aufgrund einer ansteckenden Krankheit keine Patienten mehr betreuen darf. Viele Versicherer verzichten mittlerweile ganz auf diese Klausel.

Weit wichtiger als Ablehnungsgrund ist die fehlende Mitwirkung des Patienten bei der Feststellung der Berufsunfähigkeit. Etwa, dass Patienten Fragebögen nicht an den Versicherer zurückschicken und Unterlagen von Ärzten oder Kliniken nur verzögert oder gar nicht weitergeben. Dies zeigt, dass nicht nur bei Vertragsabschluss, sondern auch bei Eintritt des Leistungsfalles eine gute und kompetente Beratung den Erhalt der Leistung begünstigen kann.

Mehrheit der Rechtsstreite enden mit Vergleich  

Vor Gericht trafen sich laut den Studien-Machern 678 Kunden der untersuchten Gesellschaften, dies würde drei Prozent aller BU-Entscheidungen betreffen. Während in 172 dieser Fälle der Versicherer vor dem Kadi triumphierte, endeten 447 Rechtsstreite mit einem Vergleich, hier kam es also zu einer Einigung zwischen den Streitparteien. Gewinnen konnten die Verbraucher 59 dieser Prozesse. Um die Kosten einer juristischen Auseinandersetzung aufzufangen, empfiehlt es sich, zusätzlich eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen – möglichst bei einem anderen Versicherer. Fakt ist aber: In der Regel können BU-Versicherte schnell auf die versprochene Leistung hoffen. Und das ist eine gute Nachricht.

Berufsunfähigkeitsversicherung: BU-Leistung trotz Haftstrafe

Aktenordner mit der Beschriftung BerufsunfähigkeitBerufsunfähigkeitsversicherung: Wenn Versicherungsverträge schwer verständlich sind oder mitunter sogar mehrdeutig, ist das ärgerlich für die Verbraucher. Dass intransparente Vertragsbedingungen aber auch ein Eigentor für den Versicherer sein können, zeigt ein aktuelles Urteil vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe. Demnach wurde einem Finanzberater eine BU-Rente zugesprochen, obwohl er wegen Betrugs sogar für 18 Monate ins Gefängnis musste.

Im verhandelten Rechtsstreit wurde der Fall eines Finanzberaters verhandelt, der einen Kunden um hunderttausende Euro betrogen hatte und deshalb sogar eine Haftstrafe absitzen musste. Bereits vor den ersten Ermittlungen hatte sich der Mann in psychologischer Behandlung befunden, sein Arzt diagnostizierte eine leichte Anpassungsstörung. Doch die Ermittlungen und schließlich die Inhaftierung im Jahr 2008 nahmen den Mann so sehr mit, dass sich sein psychischer Zustand verschlechterte. Bis heute kann er keinen Beruf ausüben.

Der Versicherer aber wollte keine BU-Rente an den Mann zahlen. Erschwerend kam hinzu, dass der BU-Vertrag bereits zum 30.2.2009 gekündigt worden war. Schließlich zog der frühere Berater vor Gericht und wollte die Leistung einklagen. Zunächst ging es dabei um die Frage, ob bereits vor Auflösung des Vertrages eine sogenannte schlechte Prognose der Krankheit vorgelegen habe, die Psyche also so sehr gestört war, dass sie in die Berufsunfähigkeit münden musste. In erster Instanz vor dem Landgericht blieb die Klage des Patienten erfolglos.

Mehrdeutigkeit der Bedingungen – Es gilt, was für den Kunden am günstigsten ist

Wie die Anwaltskanzlei Wirth Rechtsanwälte in einer Pressemeldung berichtet, fällte das Oberlandesgericht Karlsruhe aber schließlich ein verbraucherfreundliches Urteil. Die Richter sprachen dem Finanzberater doch noch die volle Berufsrente zu. Der Grund: Der Berufsunfähigkeitsversicherer hatte seine Bedingungen schwammig formuliert, so dass sie mehrdeutig interpretierbar waren. Ist dies der Fall, so gilt, dass der Rechtsprechung die für den Kunden günstigste Variante berücksichtigen muss.

Für den Erhalt der BU-Rente reichte danach allein aus, dass der Kläger bis zur Beendigung des Versicherungsvertrages an einer psychischen Krankheit litt, auch wenn die geforderte schlechte Gesundheitsprognose erst nach der Vertragsbeendigung gestellt werden konnte. Deutlich lehnten die Karlsruher Richter zudem die Rechtsauffassung des Landgerichtes ab, dass die Versicherung allein durch die Inhaftierung leistungsfrei sei. Hierzu war nichts in den Ausschlussgründen der Versicherungsbedingungen geregelt. Das Urteil ist rechtskräftig (Urteil vom 03.03.2016, 12 U 5/15).

Ob eine solche Klage Erfolg hat, hängt jedoch immer vom jeweiligen Einzelfall ab. Am Besten ist es, bereits bei Vertragsabschluss auf die Transparenz der Bedingungen zu schauen. Hier kann ein Beratungsgespräch helfen, eventuelle Fallstricke zu finden und gut verständliche von weniger verständlichen Bedingungen zu scheiden. Das Urteil des Oberlandesgericht kann jedenfalls als positives Zeichen verstanden werden: Auch für die Versicherer zahlt sich Transparenz aus!

 

 

Pausenspaziergang kostet Unfallschutz

RaucherpauseWie lückenhaft der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung ist, zeigt erneut ein Urteil. Demnach verlieren Beschäftigte bereits ihre Absicherung, wenn sie sich mit dem Pausenbrot auf einen kurzen Spaziergang begeben. Und selbst in der Raucherpause auf Arbeit greift unter Umständen nur eine private Absicherung.

Wenn Erwerbstätige einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit erleiden, springt in der Regel die gesetzliche Unfallversicherung ein. So wichtig diese Absicherung auch ist, zahlt sie jedoch nicht für jede Situation, in der Arbeitnehmer zu Schaden kommen. Eine großes Risiko, komplett ohne Schutz dazustehen, besteht zum Beispiel während der Pausen, wie aktuell eine Frau erfahren musste. Auf das entsprechende Urteil macht die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) aufmerksam.

Bei Spaziergang frische Luft schnappen – Für die Unfallversicherung tabu!

Der Frau nahm an einer mehrtägigen Fortbildung in einer anderen Stadt teil. Um ihren Kopf freizubekommen und etwas Luft zu schnappen, verließ sie während der Mittagspause das Handwerkszentrum, in dem die Veranstaltung stattfand. Bei einem Spaziergang wollte die Frau ihr selbstmitgebrachtes Pausenbrot verspeisen.

Auf dem Rückweg rutschte die Unglückliche aus und zog sich einen komplizierten Bruch des rechten Handgelenkes zu. Die Behandlungskosten übernahm die Unfallkasse. Als die Frau auch bleibende Funktionsstörungen der Hand geltend machen wollte, die sie bei der Ausübung ihres Berufes behinderten, ging der Sozialversicherungs-Träger aber in Widerspruch. Nach Interpretation der Unfallkasse lag kein Wegeunfall vor.

Die Frau klagte daraufhin vor Gericht – und erlitt eine bittere Niederlage. Die Richter betonten, der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung umfasse nicht den einfachen Spaziergang, um frische Luft zu tanken und Proviant zu essen. Die Frau ging also leer aus. Gezahlt hätte die Kasse hingegen, wenn eine sogenannte betriebsdienliche Verrichtung außerhalb des Betriebes vorgelegen hätte – zum Beispiel, wenn die Frau zum Bäcker gegangen wäre, um sich ein Brötchen zu kaufen (OLG Nordrhein-Westfalen, Az. L 17 U 325/13).

Private Unfallversicherung hätte gezahlt

Wer sich für solche Situationen absichern will, sollte zusätzlich eine private Unfallversicherung abschließen. Denn diese leistet in der Regel unabhängig davon, wann und wo der Unfall passiert ist. Sollte der Schaden so groß sein, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, springt darüber hinaus eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein.

Wichtig ist eine zusätzliche Privatvorsorge besonders für Raucher. Denn auch wer seine Arbeit für eine Raucherpause unterbricht, ist in dieser Zeit nicht unfallversichert. Das Rauchen sei eine reine private Angelegenheit ohne Bezug zu der beruflichen Tätigkeit, entschied das Sozialgericht Berlin  mit einem Urteil und verweigerte einer Pflegerin, die sich in der Raucherpause schwer verletzt hatte, eine Zahlung durch die gesetzliche Unfallversicherung (Aktenzeichen: S 68 U 577/12). Da heißt es: Privat vorsorgen ist besser als Armut risikieren!

 

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