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Restschuldversicherung – teuer und nicht immer gut 

MatiteDer Nutzen von Restschuldversicherungen ist umstritten. Wer sich dennoch mit einem solchen Vertrag gegen den Kreditausfall absichern will, sollte die Verträge genauestens lesen – und Anbieter vergleichen. 

Wenn eine Familie ein eigenes Haus bauen will und dafür einen Kredit aufnimmt, sollte sie sich auch Gedanken machen, wie die Raten bedient werden können, wenn eine wichtige Einnahmequelle wegbricht. Viele Banken empfehlen in diesem Fall den Abschluss einer sogenannten Restschuldversicherung. Sie übernimmt die Kreditzahlungen, wenn der Hauptverdiener erwerbsunfähig wird oder gar stirbt.

Doch der Nutzen von Restschuldversicherungen ist umstritten. Zum einen sind sie so teuer, als würde der Versicherungsnehmer einen zusätzliches Darlehen aufnehmen. Bei einem Ratenkredit über 10.000 Euro mit 5jähriger Laufzeit können die Prämien schnell auf 1.000 Euro klettern. Zum anderen haben viele Verträge strenge Ausschlusskriterien, die dafür sorgen, dass man im Schadensfall dennoch nicht sein Geld bekommt. Einige Anbieter verweigern beispielsweise eine Leistung, wenn der Kunde innerhalb von drei Jahren an Krebs erkrankt.

Deshalb sollten Kunden genau prüfen, ob der Abschluss einer Restschuldversicherung wirklich sinnvoll ist. Laut Recherchen des ZDF-Magazins „ZDFzoom“ werden Verbraucher bei der Bankberatung über Kosten und Risiken kaum aufgeklärt. Schreibt der Kreditgeber vor, dass zwingend eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden muss, so sind die Kosten für die RSV nach deutschem Recht in den Effektivzins einzurechnen. Bei einem freiwilligen Abschluss ist das nicht der Fall. Damit ist dem Kunden der Überblick über die tatsächlichen Kosten verwehrt.

Es gibt auch Alternativen! Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Risikolebensversicherung und vielleicht noch eine Unfallversicherung besitzt, ist für den Kreditausfall gut abgesichert. Zudem gilt: Der Abschluss einer Restschuldversicherung sollte nicht ohne Anbietervergleich erfolgen. Bei einer Versicherung sind die Verträge in der Regel günstiger als bei einer Bank, berichtet der Bund der Versicherten. Wer beim teuersten Anbieter abschließe, zahle mitunter dreimal so viel wie beim billigsten.

Schmidtke René

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