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Pflegeversicherung – Viele pflegende Angehörige sind täglich im Einsatz

Pflege ist ein Vollzeitjob! Laut einer aktuellen Studie sind zwei Drittel aller pflegenden Angehörigen (65 Prozent) jeden Tag im Einsatz, auch am Wochenende. Das zehrt an den Kräften, zumal viele Pflegende zusätzlich erwerbstätig sind.  

Dass die Pflege eines Angehörigen viel Kraft und Zeit kostet, belegt eine Forsa-Studie im Auftrag einer großen Krankenkasse. Insgesamt wurden 1.007 Personen befragt, die einen Pflegefall in der Familie haben. Und fast zwei Drittel der Befragten antworteten, sie müssten jeden Tag für den Pflegebedürftigen da sein und ihn umhegen. Entsprechend ausgebrannt fühlen sich viele Betroffene. Sieben von zehn Angehörigen (69 Prozent) gaben in der Studie an, sie haben das Gefühl, mal ausspannen zu müssen.

Dank der Pflegereform der Bundesregierung haben pflegende Angehörige nun tatsächlich Anspruch auf Erholung. Pro Kalenderjahr können sich Angehörige bei der Pflege bis zu sechs Wochen vertreten lassen, zum Beispiel von professionellen Pflegekräften, Verwandten und Freunden. Während dieser Auszeit übernimmt die Pflegekasse bis zu 1.612 Euro für die Ersatzpflege, unabhängig von der Pflegestufe. Die sogenannte Verhinderungspflege ist durch § 39 Sozialgesetzbuch XI geregelt.

Abschluss einer Pflegetagegeld- oder Pflegerentenversicherung empfehlenswert

Um sich und die Familie für die eigene Pflegebedürftigkeit finanziell abzusichern, empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung. Aber Vorsicht: Gerade mit Blick auf pflegende Angehörige sind nicht alle Vertragsmodelle gleichermaßen geeignet.

Bei einer Pflegetagegeldversicherung und Pflegerentenversicherung steht das ausgezahlte Geld in der Regel zur freien Verfügung und kann an die Angehörigen weitergegeben werden. Anders hingegen bei der sogenannten Pflegekostenversicherung: sie übernimmt die Mehrkosten für eine professionelle Betreuung, wenn die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichend sind.

Weil bei einer Pflegekostenversicherung das Geld nicht frei verfügbar ist und jede Leistung genauestens dokumentiert werden muss, ist der Abschluss einer Pflegetagegeld- oder Pflegerentenversicherung unbedingt vorzuziehen.

Hier lohnt auch ein Blick auf die Statistik. Laut Statistischem Bundesamt werden fast die Hälfte der Pflegebedürftigen (47 Prozent) allein von Angehörigen versorgt. In 23 Prozent der Fälle erfolgt die Betreuung zuhause (zusätzlich) durch einen ambulanten Pflegedienst. Doch nur 30 Prozent der Pflegebedürftigen sind vollstationär in Pflegeheimen untergebracht.

Schmidtke René

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