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Kinder

E-Longboards und Hoverboards: Keine Geschenke für Kinder und Jugendliche!

Die Weihnachtszeit naht – und damit auch die Zeit, den eigenen Kindern große Wünsche zu erzielen. Gerade bei Jugendlichen stehen dabei auch sogenannte E-Longboards oder Hoverboards auf dem Wunschzettel. Die elektrisch betriebenen Flitzer bringen die Augen der Teens zum Leuchten – und genau das ist ein Problem. Denn als Geschenke für Kinder und Jugendliche sind sie gänzlich ungeeignet.

Aktuell macht die Deutsche Presse-Agentur (dpa) auf einen Facebook-Post der Berliner Polizei aufmerksam, der witzigerweise mit „Der Weihnachtsmann informiert!“ überschrieben ist. Doch hinter der lustigen Überschrift steckt ein ernstes Anliegen. Denn Eltern sollten ihren Kindern eben nicht solche E-Longboards oder Hoverboards schenken.

Die Geräte müssen versichert und zugelassen werden

Das Problem besteht dabei in der technischen Ausstattung dieser kleinen Flitzer. Diese verfügen nämlich in der Regel über einen leistungsstarken Motor, der sie auf bis zu 30 Kilometer in der Stunde beschleunigt. Und das bedeutet: E-Longboards sind kein Spielzeug, sondern schlicht ein Kraftfahrzeug.

Da die Flitzer eine Geschwindigkeit von mehr als sechs Stundenkilometern erreichen, müssen sie für den Straßenverkehr zugelassen und auch entsprechend versichert werden. Und mitunter dürfen sie nicht einmal im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden, da sie die Anforderungen an Lenkung, Beleuchtung und Bremsen nicht erfüllen. Sie haben folglich auch auf Gehwegen nichts zu suchen, wo sie oft gefahren werden, sondern nur im nichtöffentlichen Verkehr: also zum Beispiel auf dem eigenen Grundstück.

Auch die Eltern können belangt werden

Hier droht auch den Eltern Ärger. Wenn sie ihre Kinder mit den Geräten auf Straßen fahren lassen, droht ihnen ein Bußgeld und mindestens zwei Punkte in Flensburg, berichtet dpa. Wenn die Kinder keinen Führerschein haben, machen sie sich doppelt strafbar: Sollten sie einen Unfall bauen, „zahlt das dann keine Versicherung“, wird Polizeihauptkommissar Oliver Woitzik zitiert.

Hier sollten sich Eltern also genau informieren, welchen fahrbaren Untersatz sie ihren Kindern kaufen und ob er in der Öffentlichkeit benutzt werden darf: und notfalls auf dieses Geschenk verzichten. Sonst drohen Ärger mit der Polizei und hohe Kosten.

Schulunfälle – der gesetzliche Unfallschutz reicht nicht

Wer zahlt, wenn ein Schüler in der Schule oder dem Weg dorthin verunfallt? Die gesetzliche Unfallversicherung bietet einen Grundschutz. Doch der ist sehr eingeschränkt. Es lohnt ein Upgrade mit einer privaten Unfall- oder Invaliditätsversicherung.

In vielen Bundesländern ist das neue Schuljahr gerade wenige Wochen alt. Gerade für die Kleinsten stellt sich die Frage nach der Sicherheit in der Schule. Denn nicht nur im Schulgebäude lauern Gefahren, wenn viele Kinder aufeinandertreffen und in der Pause auch einmal toben. Gerade der Schulweg bedeutet ein Risiko. Deshalb begleiten viele Eltern ihre Kinder zunächst noch täglich in die Schule oder fahren sie dorthin.

Doch wie sieht es konkret mit der finanziellen Absicherung aus, wenn ein Kind in der Schule oder dem Weg dorthin verunfallt? Die gute Nachricht: Hier bietet die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zumindest einen Grundschutz. Dieser ist allerdings sehr gering, wie nun die „Rheinische Post“ warnt. Selbst bei völliger Erwerbsunfähigkeit erhält ein Schüler maximal 661 Euro Rente im Monat. Dabei sind noch nicht einmal alle anfallenden Kosten abgedeckt, etwa für den behindertengerechten Umbau der Wohnung oder des Autos.

Tatsächlich ist die Gefahr eines Schulunfalls nicht gering. Insgesamt 1,24 Millionen meldepflichtige Schulunfälle ereigneten sich im Jahr 2016 sowie mehr als 111.200 Unfälle, die sich auf dem Schulweg ereignet haben. Aber bitte einmal durchatmen, liebe Eltern: Auch diese Zahl ist zu relativieren. Denn nur ein Bruchteil der Schulunfälle geht mit einer schweren Verletzung oder gar einem bleibenden Schaden einher. Insgesamt 707mal musste im Vorjahr die gesetzliche Unfallkasse für Schüler eine Rente bewilligen. Die meisten Unfälle verlaufen glimpflich!

Schwere Krankheiten häufiger Ursache für einen bleibenden Schaden

Zwei Drittel aller Unfälle bei Kindern und Jugendlichen ereignen sich jedoch nicht in der Schule, sondern in der Freizeit. Auch aus diesem Grund lohnt es sich, zusätzlich zum bestehenden Schutz durch die Sozialversicherung eine private Unfall-Police abzuschließen. Hier leistet der Versicherer unabhängig von Zeitpunkt und Ursache des Unfalls. Und auch die Leistung der gesetzlichen Unfallkasse ist nicht gefährdet: Sie zahlt unabhängig davon, ob der Schüler zusätzlich eine private Unfallversicherung besitzt.

Auch eine Invaliditätsversicherung käme als Alternative infrage. Aus folgenden Gründen: von den 150.000 Kindern, die derzeit als invalide gelten, haben sich „nur“ 0,45 Prozent ihre Behinderung durch einen Unfall zugezogen. Krankheiten sind weit häufiger Ursache für eine Invalidität. Das zeigt ein Blick auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Laut Mikrozensus 2009 weist die Statistik für Vier- bis Sechsjährige eine Gesamtzahl von 14.300 Schwerbehinderten aus, berichtet die „Südwest Presse“, davon 24 durch Unfälle und fast 8700 durch Krankheiten.

 

Kinder und Haftpflicht

Wooden Toy TrainKindern fallen immer viele tolle Dinge ein und wenn sie spielen, spielt es keine Rolle, ob das Spiel gefährlich ist oder mal was zu Bruch gehen kann. Im Vordergrund steht der Spaß. Was aber, wenn im Spiel ernsthaft Schaden angerichtet wird? Eine Haftpflichtversicherung springt ein, wenn dritten Personen Schaden entsteht – aber mit Blick auf die Versicherung von Kindern ist es gut, einige Besonderheiten der Verträge zu kennen.

Mit einer Haftpflichtversicherung für die Familie sind die schlimmsten Übel schon mal abgewendet und die Urlaubskasse muss nicht geplündert werden, wenn es vom Nachbarn Beschwerden über abgefahrene Autospiegel gibt oder Cola in der Laptoptastatur der besten Freundin verschwunden ist. Haben Eltern diese Versicherung abgeschlossen, dann sind ihre Kinder in der Regel automatisch mitversichert.

Personenschäden, Sachschäden, Vermögenschäden – In den meisten Fällen kommt hier die Haftpflichtversicherung auf. Doch gibt es im Zusammenhang von Kindern und Haftpflichtpolicen einige Fallstricke.

Fahrlässig, deliktfähig, teuer?

Erstens sind vorsätzlich herbeigeführte Schäden grundsätzlich nicht versichert durch die Haftpflicht, weder die Schäden der Eltern noch die Schäden der mitversicherten Kinder. Ferner ist es gut zu wissen, dass Kinder bis zu dem Alter von sieben Jahren als nicht deliktfähig gelten. Das bedeutet, dass Kinder bis zu diesem Alter auch nicht für Schäden haften, die sie verursachen. Im Straßenverkehr übrigens hat man die Deliktfähigkeit sogar erst bei der Grenze von zehn Jahren festgesetzt.

Richtet nun ein Kind unterhalb der genannten Altersgrenze einen Schaden an und wird die Versicherung gebeten, den Schaden zu übernehmen, dann wird diese zunächst darauf schauen, ob die Person, die auf das Kind im fraglichen Zeitraum geachtet hat, womöglich ihre Aufsichtspflicht verletzte. Wird diese Frage mit einem „Ja“ beantwortet, dann haftet die Versicherung der Aufsichtsperson. Der fahrlässig verursachte Schaden des Kindes wird demnach also von der Haftpflichtversicherung der beaufsichtigenden Person getragen.

Wenn nun aber keine Verletzung der Aufsichtspflicht erkennbar wird und dennoch ein Schaden entstanden ist, dann kann der Geschädigte nicht so einfach auf einen Schadensersatz spekulieren, denn das Kind ist ja nicht deliktfähig. Die Eltern oder deren Versicherung müssen also nicht haften und nicht zahlen. Letzten Endes ist es sehr wahrscheinlich, dass der Geschädigte seinen Schaden selbst begleichen muss. Oder aber die Eltern haben eine Privathaftpflicht, die auch die Schäden nicht deliktfähiger Kinder bis zu einer bestimmten Schadenshöhe mitträgt. Viele Verträge beinhalten eine entsprechende Klausel.

Vorsatz – Versicherung zahlt in der Regel nicht

Ein weiterer Knackpunkt ist der Vorsatz. Hier wird abgewogen zwischen fahrlässig und vorsätzlich. Ist nur Fahrlässigkeit im Spiel, dann wird aber die Familienhaftpflicht den Fall an sich nehmen. Wird im Vorfeld eines Schadens aber ein Vorsatz beziehungsweise eine Absicht ausgemacht, dann verweigert die Haftpflichtversicherung ihren Einsatz und wird nicht haften. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Kind mit Absicht eine Scheibe einschmeißt oder Wände mit Graffiti beschmiert.

Geldanlage für Kinder – Möglichst ohne Risiko!

lookAuch Kinder verfügen bereits über Geld, dass sie anlegen und mehren wollen. Dabei sind die Vermittler und Anlageberater in der Pflicht, eine möglichst risikoarme Geldanlage zu empfehlen. Sonst können sich die Kinder das Geld zurückholen, wie ein Urteil des Landgerichtes Hamburg zeigt.

Wenn Eltern für ihre Kinder Geld anlegen, so muss dies laut Bürgerlichem Gesetzbuch mündelsicher erfolgen. Das heißt, das Sparguthaben muss so angelegt werden, dass Wertverluste nahezu ausgeschlossen sind. Typisch hierfür sind etwa Tages- und Festgeldkonten bei Banken, die dem Einlagensicherungsfonds angehören.

Das hat auch Auswirkungen auf die Sorgfaltspflichten von Anlageberatern und -vermittlern. Ein Urteil des Landgerichtes Hamburg bestätigt, dass die Finanzberater auch dann die Interessen des Kindes beachten müssen, wenn dies den Anlagezielen der Eltern zuwider läuft. Mit anderen Worten: Selbst wenn die Eltern eine riskante Geldanlage für ihr Kind bevorzugen, haftet der Vermittler, wenn das Geld durch die Insolvenz des Unternehmens verloren geht. Auf das Urteil macht aktuell die Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte aus Hamburg aufmerksam.

Kind erleidet Totalverlust – Vermittler haftet

Im verhandelten Rechtsstreit legten die Eltern für ihr minderjähriges Kind ein Depot bei der Bank an. Alsdann sollte das Kapital des Minderjährigen gewinnbringend investiert werden. Der Vermittler befragte die Mutter zu den Anlagezielen für ihren Nachwuchs. Die Frau entschied sich hierbei für ein hohes Risiko. Sie nannte als Anlageziel die Kategorie: „Risikobewusst: Höheren Vertragserwartungen stehen angemessene Risiken gegenüber“.

Der Finanzvermittler empfahl daraufhin ein sogenanntes Basket-Zertifikat für das Kind, ein spekulatives Finanzprodukt, das die Dynamik einer bestimmten Branche oder Region anhand eines Vergleichsindex abbildet. Das Problem hierbei: Auch der Totalverlust des investierten Geldes ist bei dieser Geldanlage nicht ausgeschlossen, sofern der Emittent zahlungsunfähig wird. Das ist zwar äußerst selten, trat in diesem Fall aber ein. Daraufhin machte der Minderjährige Schadensersatzansprüche beim Vermittler wegen fehlerhafter Anlageberatung geltend.

Das Landgericht Hamburg entschied, dass der Vermittler tatsächlich seine Aufklärungspflicht verletzt hatte. Entscheidend sei hierbei nicht nur die Frage, ob der Berater über die Risiken der Geldanlage im Beratungsgespräch aufgeklärt habe. Darüber hinaus müsse berücksichtigt werden, dass der Anleger ein Kind gewesen sei und für Kinder eben keine Anlagen empfohlen werden dürfen, die ein Verlustrisiko bergen. Dies gilt sogar dann, wenn die Eltern des Kindes über ausreichend Anlageerfahrung verfügen (Az.: 334 O 95/09).

Kind ist Partei des Rechtsstreites

Hierbei gelte es zu Bedenken, dass im Haftungsprozess nicht der Elternteil, sondern das Kind selbst Partei des Rechtsstreites sei und als Kläger auftritt, betonte die Hamburger Anwaltskanzlei. Die Eltern, welche am Beratungsgespräch mit dem Vermittler teilnahmen oder es gar geführt haben, kämen hingegen als Zeugen in Betracht. Folglich sind Vermittler zu einer besonderen Sorgfalt angehalten, wenn es um eine Anlageempfehlung für Kinder geht. Hier gilt: Sicherheit vor Rendite!

Kindergeld – Ab 2016 Steuer-ID erforderlich! 

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Eltern, aufgepasst! Zum 1.1.2016 tritt eine zusätzliche Voraussetzung für die Bezieher von Kindergeld in Kraft. Wer die Unterstützungsleistung erhalten will, muss dann nämlich auch die Steuer-Identifikationsnummer des jeweiligen Kindes angeben, unabhängig vom Geburtsdatum. 

Hintergrund der Maßnahme ist der Umstand, dass die Bundesagentur für Arbeit stärker gegen Missbrauch vorgehen will. Durch die Identifikationsnummer des Kindes soll sichergestellt werden, dass Kindergeld für jeden Anspruchsberechtigten nur einmal ausgezahlt wird.

Bei Neuanträgen teilen Eltern den Familienkassen ihre eigene und die Steuer-Identifikationsnummmer der Kinder mit. Dies geschieht mittels des Kindergeldantrages, wie die Bundesagentur auf ihrer Webseite mitteilt. Für Neugeborene erhält der Berechtigte automatisch eine Steuernummer zugeteilt. Wird bereits Kindergeld bezogen und die Steuer-Identifikationsnummer wurde der Familienkasse noch nicht gemeldet, sollte dies beim nächsten Kontakt nachgeholt werden.

Keine Panik: Kindergeld wird nicht gestrichen!

Sollten Eltern nun die Steuer-ID des Kindes noch nicht gemeldet haben oder sich nicht sicher sein, ob sie gemeldet wurde, ist Panik unangebracht. Denn anders als in sozialen Netzwerken behauptet, werden Kindergeldzahlungen nicht eingestellt, wenn die Familienkasse nicht bis zum Neujahr informiert ist.

„Bei laufenden Kindergeldanträgen liegen erforderliche ID-Nummern zu etwa 90 Prozent vor. Dort wo das nicht der Fall ist, werden diejenigen im Laufe von 2016 kontaktiert“, beruhigt Jürgen Wursthorn, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit. Man hat also extra eine Übergangsfrist eingeräumt.

Eine Steuer-Identifikationsnummer wird automatisch durch das Bundeszentralamt für Steuern jeder Person mitgeteilt, die mit Hauptwohnung oder alleiniger Wohnung in einem Melderegister in Deutschland erfasst ist. Die Nummer ist auch auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers oder dem Einkommensteuerbescheid eingetragen. Wer noch Fragen zur neuen Kindergeldregelung hat, kann sich an die kostenlose Service-Rufnummer der Familienkasse unter Tel.: 0800 4 5555 30 wenden. Die Mitarbeiter nehmen von Montag bis Freitag 8-18 Uhr Anrufe entgegen.

Sollte Ihre Steuer-Identifikationsnummer nicht auffindbar sein können Sie diese unter folgenden Link neu beantragen: https://www.bzst.de/DE/Steuern_National/Steuerliche_Identifikationsnummer/ID_Eingabeformular/ID_Node.html

 

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Ferienjob – Wie lange dürfen Schüler arbeiten?

brünette frau mit sparschweinIn einigen Bundesländern sind bereits die Sommerferien gestartet, in anderen werden die Schüler demnächst ihren Ranzen in die Ecke werfen und 6 Wochen das Pauken sein lassen. Viele Minderjährige und Azubis liegen aber keineswegs auf der faulen Haut, sondern nutzen die freie Zeit, um sich ein bisschen Geld zu verdienen. Was aber ist im Ferienjob erlaubt? Wie lange dürfen Schüler arbeiten – und unter welchen Bedingungen?

Fest steht: Anrecht auf den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro haben minderjährige Schüler und Azubis nicht, wenn sie einem Ferienjob nachgehen. Auch dürfen sie nicht mehr als 950 Euro pro Monat verdienen, sofern sie die Lohnsteuerpflicht umgehen wollen. Solange der Job auf drei Monate bzw. siebzig Arbeitstage im Jahr beschränkt ist, bleibt er sozialversicherungsfrei.

Bis 16 nur mit Erlaubnis der Eltern 

Minderjährige dürfen natürlich auch nicht jede Tätigkeit ausüben, da sie durch das Arbeitsrecht besonders geschützt sind. Zwar haben Jugendliche ab dem 13. Lebensjahr die Möglichkeit, sich ein Taschengeld dazuzuverdienen. Aber dreizehn- bis fünfzehnjährige müssen dafür die Erlaubnis eines Elternteils einholen. Außerdem bleiben ihnen leichte Arbeiten vorbehalten, etwa leichte Gartenarbeit oder die Betreuung von Kindern. Schwere und gefährliche Jobs sowie Fließbandarbeit sind aber Tabu, auch Nachtarbeit ist Schülern verboten.

Einen vollständigen Arbeitstag dürfen Schüler als Ferienjob erst absolvieren, wenn sie 17 Jahre alt sind. Laut Bundesagentur für Arbeit dürfen sie dann maximal 40 Stunden pro Woche schaffen. Darüber hinaus sind nicht mehr als 20 Vollarbeitstage im Jahr erlaubt. Was darüber hinausgeht, kann hingegen nicht mehr als Ferienjob gelten und wird dann entsprechend mit (höheren) Sozialabgaben belastet.

Und wenn die Schüler bereits volljährig sind – wie lange dürfen sie dann arbeiten? Gerade für Abiturienten stellt sich diese Frage. Hier gilt: Ab 18 darf nicht mehr als 50 Tage im Jahr bzw. zwei Monate am Stück Vollzeit gearbeitet werden, sonst wird auch hier der Status als Ferienjobber aberkannt.

Vorsicht, Schulabgänger! 

Wer die Schule soeben beendet hat, muss besonders aufpassen. Denn zwischen Schulentlassung und einer späteren Beschäftigung oder Ausbildung gilt der Jobber nicht mehr als Schüler! Solche kurzfristigen Beschäftigungen ehemaliger Schüler sind versicherungspflichtig. Das heißt, es müssen Beiträge in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden, soweit das Entgelt 450 EUR monatlich übersteigt.

Versicherungsschutz während des Ferienjobs besteht grundsätzlich über die gesetzliche Unfallversicherung. Der Arbeitgeber muss hierfür der Berufsgenossenschaft das Arbeitsentgelt im Entgeltnachweis melden. Allerdings umfasst die Absicherung nur die Arbeitszeit und den direkten Weg dorthin. Schon wenn der Schüler nach der Arbeit einen Abstecher zum Baggersee macht, um dort eine Runde zu schwimmen oder sich mit Freunden zu treffen, greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht mehr. Deshalb lohnt es sich, zusätzlich eine private Police abzuschließen.

Elterngeld wird zukünftig flexibler 

Tiny BabyAb dem 1. Juli 2015 können junge Eltern das neue Elterngeld Plus beantragen. Es soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Wenn beide Eltern Teilzeit arbeiten, können sie die Bezugszeit der Unterstützungsleistung nun bis maximal 28 Monate ausdehnen. 

Wenn junge Eltern ein Kind bekamen, erhielten sie bislang mindestens zwei bis maximal zwölf Monate Elterngeld. Dieser Zeitraum ließ sich auf maximal 14 Monate ausweiten, wenn auch der Partner für zwei Monate zu Hause blieb. Dieses bisherige Modell wird zwar nicht abgeschafft, erhält aber eine Art kleinere Schwester. Denn für Kinder, die nach dem 1. Juli geboren werden, können Eltern zwischen den alten Bezugszeiten und dem neuen „Elterngeld Plus“ wählen!

Längere Bezugszeit und Partnerschaftsbonus 

Das Elterngeld Plus liegt zwar nur bei der Hälfte des bisherigen, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Es kann auch doppelt so lange bezogen werden, nämlich 24 Monate. Das Modell soll es ermöglichen, dass beide Eltern in Teilzeit arbeiten und sich in die Erziehung des Kindes hineinteilen.

Außerdem sieht das „Elterngeld Plus“ einen sogenannten Partnerschaftsbonus vor. Damit erhalten Väter und Mütter die Möglichkeit, vier weitere Monate Elterngeld Plus zu beziehen, also insgesamt 28 Monate. Voraussetzung: Mutter und Vater müssen in den vier Monaten gleichzeitig 25 bis 30 Stunden pro Woche arbeiten. Die Höhe des Elterngeldes richtet sich wie bisher nach dem Einkommen. Der Haken: Beide Eltern dürfen in diesen vier Monaten keine Fehltage haben, sonst müssen sie Bezüge aus diesen zusätzlichen Partnermonaten zurückgezahlt werden.

Neue Kombinationsmöglichkeiten

Zukünftig kann man das neue Elterngeld mit dem alten „Basiselterngeld“ kombinieren, erklärt Kristin Engers, die Teamleiterin der Elterngeldstelle in Halle, gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk. „Ich kann auch sagen, ich möchte die ersten sechs Monate das volle Basiselterngeld haben und ab dem siebten Lebensmonat möchte ich gerne „Elterngeld Plus“ in Anspruch nehmen“, so die Expertin. „Das heißt, aus meinen verbleibenden sechs Basis-Elterngeldmonaten werden noch mal zwölf „Elterngeld-Plus“-Monate.“ Das erlaubt eine flexiblere Planung der Elternzeit.

Wie hoch aber ist das Elterngeld? Beim klassischen Modell gibt es 65 bis 67 Prozent des Nettoeinkommens, wenigstens aber 300 und höchstens 1800 Euro im Monat. Die Plus-Variante beträgt maximal die Hälfte des Elterngeldbetrages, der Eltern ohne Teilzeiteinkommen zusteht – mindestens 150 Euro und höchstens 900 Euro. Welche Versicherungen für das Baby sinnvoll sind, klärt ein Beratungsgespräch.

 

Auch Kinder können Schuld an Verkehrsunfall zugesprochen bekommen

Mutter skatet mit TochterUnfallversichrung: Auch Kindern kann die Schuld an einem Verkehrsunfall zugesprochen werden, wenn sich die beteiligte erwachsene Person richtig verhält. Dies zeigt ein aktueller Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht Naumburg.

Keine Frage: Sind Kinder im Spiel, müssen erwachsene Verkehrsteilnehmer besonders vorsichtig und vorausschauend sein. Laut Paragraf 3 Absatz 2a StVO (Straßenverkehrsordnung) sind Fahrzeugführer dazu verpflichtet, gegenüber Kindern insbesondere durch die Ve
rminderung ihrer Fahrgeschwindigkeit sowie durch erhöhte Bremsbereitschaft ein Verhalten an den Tag zu legen, welches eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausschließt. Und fast immer sind Kinder im Recht, wenn sie bei einem Verkehrsunfall zu Schaden kommen.

OLG Naumburg: Kind selbst für Unfall verantwortlich

Dass es jedoch auch anders kommen kann, zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichtes Naumburg. Ein elfjähriges Mädchen ist im Dunklen zwischen zwei parkenden Autos durchgerannt und wurde von einem Fahrzeug erfasst, wobei es schwere gesundheitliche Schäden davontrug. Als die Eltern jedoch Schadensersatz und Schmerzensgeld von der Autofahrerin verlangten, mussten sie eine bittere Niederlage hinnehmen.

Der Grund: Die Fahrerin des Unfallautos hatte sich richtig verhalten, wie die Richter bestätigten. Als sie die Gruppe mit Kindern sah, der auch das geschädigte Mädchen angehörte, drosselte sie ihr Tempo auf 20 bis 30 km/h. Dass ein Kind plötzlich zwischen den parkenden Autos durchläuft, damit konnte die Frau nicht rechnen. Stattdessen betonten die Richter das grob verkehrswidrige Verhalten des Kindes.

In seinem Alter sei das Mädchen grundsätzlich in der Lage, zu wissen, was es tue. Es hätte einschätzen können, dass es gefährlich und unvernünftig ist, zwischen zwei parkenden Autos vor einem herannahenden Fahrzeug die Fahrbahn zu überqueren. Auch wurde im Zuge der Beweisaufnahme ermittelt, dass Erzieherinnen noch durch Zurufe vor dem Betreten der Fahrbahn gewarnt hatten. Folglich muss die Autofahrerin kein Schmerzensgeld zahlen (Az. : 10 U 22/12).

Unfall- oder Invaliditätsversicherung schützt Kinder

Um die finanziellen Folgen derartiger Unfälle aufzufangen, empfiehlt sich der Abschluss einer Unfall- oder Invaliditätsversicherung für das Kind. Bei einer Unfallversicherung kann die Höhe einer Einmalzahlung und/oder einer Rente in der Regel frei vereinbart werden. Wenn das Kind einen dauerhaften Schaden erleidet, kommt der Versicherer dafür auf.

Auch die Invaliditätsversicherung ist ein sinnvoller Schutz. Versicherungsexperten schätzen sie mitunter sogar wichtiger ein als die Unfallpolice. Der Grund: Eine Unfallversicherung wird in der Regel nur dann zahlen, wenn die Beeinträchtigung des Kindes tatsächlich aus einem Unfall resultiert. Hingegen ist mit einer Invaliditätsversicherung die Ursache für die Behinderung kein ausschlaggebender Punkt. Sobald das Versorgungsamt eine Invalidität von 50% feststellt, erhält das Kind bei den besten Anbietern eine monatliche Rente von bis zu 1.000 Euro. Rein statistisch resultieren die meisten Beeinträchtigungen bei Kindern nicht aus einem Unfall, sondern aus einer schweren Krankheit.

Versicherungsschutz für Schulanfänger

lookWenn in wenigen Tagen die Sommerferien enden, herrscht auch bei den ABC-Schützen helle Aufregung: Viele 6- bis 7jährige werden dann erstmals ihren Schulranzen schnüren. Rund 690.000 Kinder werden voraussichtlich in diesem Jahr eingeschult. Doch in die Zuckertüte gehören nicht nur Süßigkeiten, Füllfederhalter und ein Lineal hinein: Auch so mancher Versicherungsschutz sollte sich in der Tüte befinden! 

Empfehlenswert ist der Abschluss einer privaten Unfallversicherung für Schulanfänger. Zwar springt der gesetzliche Unfallversicherungsträger (DGUV) auch bei Unfällen in der Schule und auf dem Weg dorthin ein. Doch zeigt sich der gesetzliche Unfallschutz äußerst lückenhaft. Schon wenn das Kind auf dem Nachhauseweg einen Umweg zum Spielplatz macht oder auf einen Baum klettert, kann es sein, dass der gesetzliche Schutz erlischt. Anders jedoch eine private Police: sie leistet in der Regel unabhängig von Zeitpunkt und Ursache des Unfalls!

Mindestens ebenso sinnvoll ist der Abschluss einer privaten Invaliditätsversicherung. Denn laut statistischen Zahlen resultieren nur 0,45 Prozent aller bleibenden Schäden bei Kindern aus einem Unfall. Weit häufiger sind jedoch Krankheiten wie z.B. eine bakterielle Meningitis Ursache für dauerhafte Beeinträchtigungen – in diesem Fall würde eine Unfallpolice nicht zahlen. Die Kinderinvaliditätsversicherung leistet hingegen eine monatliche Rente von bis zu 1.000 Euro, sobald beim Kind eine Behinderung von mindestens 50 Prozent lauf SGB IX zu beklagen ist. Das Geld kann dann z.B. für Pflegeleistungen oder die Ausbildung des Kindes genutzt werden.

Eltern sollten auch den eigenen Versicherungsschutz überprüfen! 

Wichtig ist jedoch nicht nur die Absicherung des Kindes – auch über den eigenen Versicherungsschutz sollten sich Eltern Gedanken machen. So sind Kinder in der Regel über die Haftpflichtversicherung der Erziehungsberechtigten mit abgesichert, wenn sie Dritten einen Schaden zufügen. Im Straßenverkehr gelten Kinder jedoch erst ab 10 Jahren als deliktfähig. Verursacht ein jüngeres Kind einen Verkehrsunfall, zahlt die Haftpflicht nur, wenn laut Versicherungsvertrag eine Leistung für deliktunfähige Kinder vorgesehen ist. Sonst bleibt der Geschädigte auf seinen Kosten sitzen!

Eine Absicherung für den eigenen Todesfall ist ebenfalls empfehlenswert. Denn auch, wenn man den Gedanken an den eigenen Tod am liebsten verdrängt – wirklich sicher ist niemand davor. Ein Todesfall kann für die Familie schnell das finanzielle Aus bedeuten, vor allem dann, wenn der Hauptverdiener plötzlich nicht mehr da ist. Hier schafft eine Risikolebensversicherung Sicherheit. Im Falle des Todes der versicherten Person erhält die im Vertrag begünstigte Personen eine vertraglich vereinbarte Summe ausgezahlt.

Welche weiteren Policen sich für Eltern und Kinder empfehlen, darüber schafft ein Beratungsgespräch Aufklärung!

 

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