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Haus und Wohnen

Wenn der Baum fällt

Wenn ein Baum auf ein Haus oder ein geparktes Auto fällt, ist nicht immer sicher, welche Versicherung für den Schaden aufkommt. Es stellt sich auch die Frage, ob den Besitzer des Grundstückes eine Mitschuld trifft – etwa, weil er seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat.

Deutschland wurde in den letzten Monaten wiederholt von orkanartigen Stürmen heimgesucht. So wie Sturmtief „Burglind“, das Anfang des Jahres über Europa hinwegfegte. Mehr als eine Milliarde Euro Schaden erzeugte der Wintersturm auf dem Kontinent, so schätzen Experten – hierzulande waren insbesondere Mittel- und Süddeutschland betroffen.

Bei solchen Stürmen werden auch immer wieder Bäume entwurzelt. Sie fallen im ungünstigsten Fall auf Häuser und Autos, wo sie großen Schaden anrichten. Eine Wohngebäudeversicherung kommt dann für diesen Schaden auf, wenn der Baum auf dem eigenen Grundstück stand und dort etwas kaputt ging. Anders sieht es hingegen aus, wenn der Baum schon geschädigt war oder auf das Haus des Nachbarn fiel. Dann droht im schlimmsten Fall ein Rechtsstreit.

Grundstückseigentümer haben Verkehrssicherungspflicht

Kompliziert wird es nämlich dann, wenn Dritte geschädigt werden: Der Baum also auf das Nachbargrundstück oder ein parkendes Auto am Straßenrand fällt. Dann nämlich stellt sich die Frage, ob der Besitzer des Grundstückes seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Er muss dafür Sorge tragen, dass der Baum nicht morsch ist und niemand anderen gefährdet. Diesbezüglich hat das Saarländische Oberlandesgericht bestätigt, dass Privatpersonen einerseits die Bäume auf ihrem Grundstück kontrollieren müssen – aber in Grenzen.

Eine Sichtkontrolle zweimal im Jahr (belaubt und unbelaubt) ist demnach ausreichend, um die Pflicht zur Verkehrssicherung zu erfüllen. Aber auch dringend vonnöten, wenn etwa der Baum an einer Straße oder einem Weg steht. Erst wenn der Baum Signale aufweise, dass er kaputt sei, etwa abgestorbene Blätter, verletzte Rinde oder Pilzbefall, müsse ein Sachverständiger zur Begutachtung hinzugezogen werden. Natürlich muss der Grundstückseigner auch garantieren, dass die Gefahren beseitigt werden.

Verkehrssicherung verletzt? Grundbesitzer-Haftpflicht zahlt!

Dass es schnell teuer werden kann, wenn man die Bäume nicht kontrolliert, zeigt die Höhe des ausgesprochenen Schmerzensgeldes bei diesem Urteil. Weil eine Grundstücks-Eignerin es versäumt hatte, ihre Bäume trotz deutlich sichtbarer Schäden zu kontrollieren, löste sich vom Baum ein dicker Ast und verletzte eine Fußgängerin so schwer, dass sie einen bleibenden Schaden davontrug. Die Höhe des ausgesprochenen Schmerzensgeldes: 200.000 Euro (Urteil vom 9.1.2011, Az: 1 U 177/10-46).

Hat ein Grundstückseigner seine Verkehrssicherungspflicht verletzt und wird ein Dritter geschädigt, dann leistet die Wohngebäudeversicherung natürlich nicht. Hierfür muss eine Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Und wenn den Hausbesitzer gar keinerlei Schuld trifft, wird es sogar noch ärgerlicher: dann nämlich muss der Geschädigte selbst versichert sein, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Fällt der Baum auf das eigene Auto, übernimmt dann die Kaskoversicherung des geschädigten Autofahrers die Kosten.

Wohngebäudeversicherung und Silvester – Warum nicht jeder defekte Briefkasten gemeldet werden sollte

Am Sonntag ist es wieder soweit: Mit Partys und Feuerwerk wird in das neue Jahr hineingefeiert. Dabei werden leider auch wieder unzählige Briefkästen zerstört, weil sich Jugendliche einen Spaß daraus machen, Böller hineinzustecken. Dennoch sollte man nicht jeden kleinen Schaden der Versicherung melden – Sonst droht im schlimmsten Fall die Kündigung.

Wenn Kinder und Jugendliche Silvesterknaller in Briefkästen oder Mülltonnen stecken, gehen diese leider auch schnell kaputt. In der Regel kommt für solche Schäden die Wohngebäudeversicherung auf. Sie wird auch ohne Probleme zahlen, wenn man einen zerstörten Briefkasten meldet.

Doch wenn am letzten Tag des Jahres tatsächlich Gebäudeteile wie Briefkästen kaputt gehen, sollten Immobilieneigner sehr gut überlegen, ob der Schaden nicht aus dem eigenen Portemonnaie erstattet werden kann. Das gilt vor allem, wenn „nur“ wenige hundert Euro hierfür aufgebracht werden müssen.

Versicherer darf Vertrag regulär kündigen

Der Grund: Wenn Versicherte zu oft und in kurzen Abständen einen Schaden melden, dann sind die Versicherer in der Regel berechtigt, den Vertrag einseitig zu kündigen. Entsprechende Klauseln finden sich in vielen Verträgen. Tatsächlich berichten die Verbraucherzentralen, dass sich wiederholt Kunden aufgrund solcher Kündigungen bei ihnen beschweren.

Doch es hilft nichts: Die Versicherer dürfen von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen. Und hier sei an den Hauptzweck einer Wohngebäude-Police erinnert. Sie soll vor allem dann einspringen, wenn dem Hausbesitzer ein existentieller Schaden entsteht, den er nicht einfach so ersetzen kann: zum Beispiel, wenn das Haus aufgrund eines Feuers niederbrennt. Das kann schnell hunderttausende Euro verschlingen – kein Vergleich zu einem zerstörten Briefkasten!

Versicherungswirschaft führt schwarze Liste auffälliger Kunden

Wenn der Wohngebäudeversicherer den Vertrag kündigt, haben die betroffenen Hausbesitzer schnell ein weiteres Problem. Die Versicherungswirtschaft führt eine Art schwarze Liste, die sogenannte HIS-Auskunftei, auf die alle Versicherer Zugriff haben. Hier werden Kunden eingetragen, die mit häufigen Schadensmeldungen auffallen. Mit dieser Liste soll Versicherungsbetrug verhindert werden: Leider landen dabei auch versehentlich ehrliche Kunden auf der Liste.

Zwar schließt ein HIS-Eintrag nicht aus, dass man einen neuen Vertrag findet. Aber dieser kann deutlich teurer werden – und der Versicherer wird den Schutz ausreichend prüfen. In der Regel werden die Daten im HIS-System nach fünf Jahren gelöscht, wenn ein Verbraucher sich darin wiederfindet. Jedoch kann es dabei auch zu Fehlern kommen. Versicherte sollten deshalb prüfen, ob sie zu Unrecht dort eingetragen sind, und können eine Löschung der Daten beantragen – Wie das funktioniert, klärt ein Beratungsgespräch!

Schnee und Eis – Pflichten im Winter

Nun hat der Winter also Deutschland fest im Griff. In vielen Regionen regierten in den letzten Tagen Eis und Schnee: Davon künden nicht nur unzählige Social-Media-Einträge, bei denen Nutzer Fotos von Winterlandschaften posteten. Sondern leider auch die Unfallstatistik: Allein am Montag kam es in vielen Regionen zu hunderten Unfällen, weil die Menschen im Berufsverkehr von Eis überrascht wurden.

Wenn die Kälte Deutschland heimsucht, bedeutet das auch zusätzliche Haftungsrisiken für Hausbesitzer. Denn auch sie müssen ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen, damit Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Das ergibt sich bereits aus Artikel 14 des Grundgesetzes, wonach Eigentum verpflichtet, und § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), der die Pflicht zum Schadensersatz festschreibt.

Gehwege vor dem Grundstück müssen von Schnee und Eis geräumt werden, damit keiner ausrutscht und sich verletzt: Das gilt zumindest dann, wenn die kommunale Ordnung entsprechende Aufgaben an Hausbesitzer überträgt. Und das machen viele Kommunen, weil die öffentlichen Kassen der Städte leer sind.

Auch Eiszapfen bedeuten ein Risiko!

Grundsätzlich müssen Hausbesitzer auch dafür Sorge tragen, dass von ihrem Eigentum keine Gefahr ausgeht. Und das bedeutet: Fällt ein Eiszapfen oder eine Schneelawine vom Dach, haftet hierfür ebenfalls der Hausbesitzer. Er muss im Zweifel die Feuerwehr oder Dachdecker rufen, damit sie das Eis am Dach entfernen.

Selbst sollte man jedoch keine waghalsigen Kletterpartien wagen, um nicht vom Dach zu fallen und sich selbst zu verletzten. Besser einen Fachmann damit beauftragen! Und auch, wer den Zapfen einfach mit dem Schrubber abschlägt, muss aufpassen, dass währenddessen kein Passant getroffen werden kann. Ist schnell keine Abhilfe zu schaffen, so sollte man Fußgänger zumindest mit Warnschildern auf die Gefahr hinweisen.

Wird doch eine fremde Person von einem herabstürzenden Eiszapfen verletzt, leistet auch die private Haftpflichtversicherung nur in bestimmtem Umfang: nämlich dann, wenn der Immobilienbesitzer selbst in dem Haus wohnt. In vielen Fällen muss für solche Schadensersatz-Forderungen aber eine eigenständige Haus- oder Grundbesitzerhaftpflicht abgeschlossen werden. Freilich ist man auch mit solch einem Vertrag nicht von der Räumpflicht befreit: Abhängig vom Einzelfall kann der Versicherer in Regress gehen und sich einen Teil des Geldes wiederholen, wenn der Versicherte seine Pflichten nicht erfüllte.

Räumpflicht kann auch Mieter betreffen!

Auch wer zur Miete wohnt, sollte sich informieren, ob er Räum- und Streupflichten beachten muss. Sieht der Mietvertrag eine solche vor und kommt der Mieter dieser Verpflichtung nicht nach, so kann ihn der Hausbesitzer abmahnen und schriftlich auffordern, doch bitte zur Schneeschippe zu greifen. Wenn der Mieter dann immer noch nicht aktiv wird, so darf der Hausbesitzer einen professionellen Räumdienst beauftragen und die Kosten in Rechnung stellen. Der säumige Wohnungsnutzer kann sogar zu Schadensersatz verpflichtet werden, wenn ein Passant wegen des vereisten Bürgersteiges verunglückt.

Wie oft aber muss geräumt werden? Das ist von Kommune zu Kommune verschieden. Oft gelten die gängigen Arbeitszeiten als Orientierung: also von 06:00 bis 07:00 Uhr in der Frühe und Abends bis circa 19:00 Uhr. Auch gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Fällt zum Beispiel sehr stark Schnee, muss in der Regel erst nach Abklingen der Niederschläge zur Schippe gegriffen werden. Und nachts sowieso nicht.

Advent, Advent – die Stube brennt!

Endlich ist es so weit! Am Freitag können die Kinder (und Erwachsenen) nicht nur ein erstes Türchen ihres Adventskalenders öffnen, viele Stuben werden nun auch vorweihnachtlich geschmückt und erhalten so ihre Gemütlichkeit. Dabei sollte aber der Brandschutz nicht vernachlässigt werden. Denn zu keiner Jahreszeit kommt es so oft zu Bränden wie im Advent.

Die vorweihnachtliche Zeit wäre wohl nichts ohne gemütliches Kerzenlicht und all die bunten Girlanden, die nun überall wieder zu sehen sein werden. Denn während es draußen kalt ist, gibt es wohl nichts Schöneres, als sich gemeinsam mit seinen Lieben vor dem Kamin zu versammeln. Keine Frage: Weihnachten ist traditionell auch ein Lichterfest. Und doch hat die Weihnachtszeit auch ihre Schattenzeiten: In keiner Zeit des Jahres kommt es so oft zu Wohnungsbränden.

Nach Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) müssen die Hausratversicherer in der Weihnachts- und Silvesterzeit 40 Prozent mehr Brände regulieren als üblich. Kein Wunder: offenes Licht und unzureichend gesicherte Adventsbestecke führen leider oft dazu, dass sich gemütliche Besinnlichkeit in einen Alptraum verwandelt.

Deshalb sollte man beim Umgang mit Feuer und Weihnachtsbestecken unbedingte Vorsicht walten lassen. Dazu gehört es, dass man den Weihnachtsbaum nicht einfach mit handelsüblichen Kerzen zum Strahlen bringen will, wie die Berliner Feuerwehr aktuell informiert. Denn diese entwickeln eine Temperatur von bis zu 750 Grad – und setzen Tannenzweige und Holz schnell in Brand. Kerzen sollte man grundsätzlich nur auf einem festen und schwer entflammbaren Untersatz nutzen.

Auch sollten Kerzen, Teelichter und entsprechend ausgestattete Weihnachtskränze klug im Raum platziert werden. Und das heißt: dort, wo eben nichts anbrennen kann. Gardinen, Papierdeckchen und Kissen können schnell in Brand geraten, wenn eine Kerze zu nah an sie herangestellt wird. Eine weitere wichtige Regel: Kerzen und offenes Licht sollten nicht längere Zeit unbeobachtet bleiben. Deshalb besser löschen, wenn man den Raum verlässt.

Doch eine Brandgefahr geht auch von Lichterketten für den Weihnachtsbaum aus. Vor allem dann, wenn sie kein TÜV- oder „Geprüfte Sicherheit“-Siegel haben. Denn viele billige Ketten sind wahre Brandgefährder, wie die „Stiftung Warentest“ warnt. Sie werden so heiß, dass der Tannenbaum schnell entzündet werden kann, und auch durch Kurzschlüsse kann es zu Bränden kommen.

Passiert trotz entsprechender Vorsicht dennoch etwas, kann bei Sachschäden im Haus oder in der Wohnung die Hausratversicherung in Anspruch genommen werden. Durch Brand beschädigter oder zerstörter Hausrat wird dann zum Wiederbeschaffungswert erstattet. Auch Schäden, die durch das Löschen des Brands entstanden sind, werden ersetzt.

 

Sturm Herwart – Schäden umgehend melden!

Es ist bitter: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat ein Sturm starke Verwüstungen in Deutschland angerichtet. Herwart hieß der Übeltäter diesmal und wütete besonders dort, wo auch bereits Sturmtief Xavier seine Spuren hinterließ: in Nord- und Ostdeutschland. Dächer wurden abgedeckt, Bäume fielen auf Häuser und Straßen, in Städten wie Bremerhaven und Hamburg wurden viele Keller geflutet. Zwischenzeitlich kam im Norden fast der komplette Bahnverkehr zum Erliegen.

Gut, wenn man die richtigen Versicherungen hat. Hausbesitzer können sich mit einer Wohngebäudeversicherung gegen Sturmschäden an Gebäuden wappnen: Sie zahlt, wenn der Sturm mindestens Windstärke 8 bzw. 63 Stundenkilometer erreichte. Für Überschwemmungen muss hingegen eine extra Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden. Kommen Einrichtungsgegenstände, Markisen oder Satellitenschüsseln durch das Unwetter zu Schaden, zahlt die Hausratversicherung.

Schaden schnell melden!

Wer seinen Schaden noch nicht an den Versicherer gemeldet hat, sollte aber schnellstens handeln. In der Regel sollte die Schadensmeldung nämlich unverzüglich erfolgen. Dabei gibt es einiges zu beachten. Zum einen haben die Versicherten eine Schadenminderungspflicht: Sie müssen Sorge tragen, dass der Schaden nicht noch schlimmer wird. Zum Beispiel, indem ein defektes Fenster mit Folie abgedeckt wird.

Zum anderen muss der Versicherung aber die Gelegenheit eingeräumt werden, den Schaden durch einen eigenen Gutachter ermitteln zu lassen. Und das bedeutet, Hausbesitzer dürfen nicht einfach die beschädigte Sache auf eigene Faust reparieren lassen, ohne zuvor mit der Versicherung Rücksprache zu halten.

Reparaturen sollten nur in Rücksprache mit dem Versicherer beauftragt werden bzw. nachdem ein Sachverständiger des Versicherers vor Ort war. Auch sollten keine pauschalen Handwerkerleistungen vereinbart werden: Auch hier behält sich der Versicherer ein Mitspracherecht vor.  Grundsätzlich empfiehlt es sich, Schäden selbst gut zu dokumentieren, etwa mit Fotos, Videos oder Zeugen.

Nicht jeden Bagatellschaden melden!

Wenn nur kleine Schäden am Haus entstanden sind, die aus eigener Tasche bezahlt werden können, empfiehlt es sich, diese tatsächlich selbst zu zahlen und nicht an den Wohngebäude-Versicherer zu melden. Der Grund: zwar erhalten die Verbraucher ihren finanziellen Verlust umgehend ersetzt. Aber wer zu oft kleine Schäden in kurzer Zeit reguliert haben will, muss mit der Kündigung seines Vertrages rechnen.

Hierzu sind die Gesellschaften berechtigt, weil ihnen durch häufige Schadensmeldungen ein hoher Verwaltungsaufwand entsteht. Mitunter ist es danach schwierig einen neuen Vertrag zu finden, da speziell bei Überschwemmungen die eigene Adresse schnell in eine höhere Gefährdungsklasse nach dem Zürs-System eingestuft wird.

Hier sei auf die wichtigste Funktion einer Wohngebäude-Police hingewiesen: Sie soll hohe finanzielle Schäden absichern, die eben nicht selbst finanziert werden können. Schließlich entsteht bei derartigen Stürmen im schlimmsten Fall ein Schaden im fünf- oder gar sechsstelligen Bereich, wenn etwa das Gemäuer so schwer geschädigt wird, dass das Haus einsturzgefährdet ist. In solchen Fällen soll der Schutz greifen!

 

Hausratversicherung: Winterzeit ist Einbruchzeit

In den kalten Herbst- und Wintermonaten ist es länger dunkel. Das ruft leider auch Kriminelle auf den Plan. In den Monaten Oktober bis März ereignen sich 40 Prozent mehr Einbrüche in Häuser und Wohnungen, wie aktuell die Versicherungswirtschaft warnt.

Wenn sich die Bundesbürger am liebsten vor dem Kamin versammeln und in eine warme Decke kuscheln, werden Einbrecher umso aktiver. Um stolze 40 Prozent steigt die Zahl der Einbrüche in den Herbst- und Wintermonaten an. Das berichtet aktuell der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Pressemeldung.

Die Versicherer haben alle Einbrüche ausgewertet, für die eine Hausratversicherung einspringen musste. Von den durchschnittlich 140.000 Einbruchschäden pro Jahr, die von 2002 bis 2015 an die Versicherer gemeldet wurden, entfielen demnach 40 Prozent auf das Sommerhalbjahr und 60 Prozent auf die Winterzeit.

Der Grund ist klar: Dunkle Häuser locken die Übeltäter an. Sie wollen nämlich möglichst unbeobachtet bei ihren Einbrüchen agieren. Wenn in der Wohnung das Licht ausgeschaltet ist, sehen sie leichter, ob sich jemand darin befindet.

Die meisten Einbrüche ereignen sich tagsüber

Das bedeutet freilich nicht, dass die Einbrecher nachts kommen. Im Gegenteil: Mehr als die Hälfte aller Einbrüche (knapp 58 Prozent) ereignen sich tagsüber zwischen 10 und 18 Uhr, wie eine weitere Auswertung ergab. In der Nachtzeit zwischen 22 und 6:00 Uhr findet hingegen nur jeder siebte Einbruch (14,5 Prozent) statt.

Wenn in die Wohnung eingebrochen wurde, zahlt in der Regel die Hausratversicherung. Dennoch ist es natürlich besser, wenn es erst gar nicht so weit kommt. Hier sollte man sich informieren, welche Maßnahmen schützen: Oft sind schon kleine Sicherheitsvorkehrungen hilfreich, wie die Polizei berichtet. Schon eine automatische Lichtschaltung und gut gesicherte Fenstergriffe oder Türen tragen dazu bei, dass die Übeltäter von ihrem Werk ablassen.

 

Starkregen – die unterschätzte Gefahr

Am 22. September ist Herbstanfang. Das nimmt der Versicherungsdachverband zum Anlass, auf eine unterschätzte Gefahr hinzuweisen: Starkregen sorgt regelmäßig für Millionenschäden. Eine Elementarschadenversicherung schützt vor den finanziellen Folgen.

Die kalte Jahreszeit hat uns nun wieder ganz offiziell im Griff. Denn auch, wenn der Sommer mehr als durchwachsen war: Am 22. September beginnt der kalendarische Herbst. Da passt es, dass in den vergangenen Nächten schon vielerorts Bodenfrost zu beklagen war und die Temperaturen sich tatsächlich herbstlich anfühlten.

Das wiederum nimmt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Anlass, auf den abgelaufenen Sommer zurückzublicken. Und dieser hielt in vielen Regionen so manche unliebsame Überraschung bereit. Vor allem im Harz und der Region Berlin-Brandenburg sorgten anhaltende Niederschläge nicht nur für lange Gesichter, sondern auch für einen Millionenschaden.

Mehr als 60 Millionen Euro Schaden in Berlin und Brandenburg

Beispiel Berlin-Brandenburg: Die Region wurde vom nassesten Sommer überhaupt heimgesucht, seit der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Niederschlagsmengen misst. Mit 420 Litern pro Quadratkilometer fiel mehr als doppelt so viel Regen wie sonst zu dieser Jahreszeit üblich.

Allein die Dauerniederschläge vom 20. Juni bis 20. Juli verursachten einen Versicherungsschaden von 60 Millionen Euro: Keller wurden überflutet, Straßen überspült, Gewerbebetriebe mussten teils ihre Produktion für mehrere Tage unterbrechen. Auch im Harz war an der Eckertalsperre ein Millionenschaden zu beklagen.

Elementarschadenversicherung schützt!

Das Heimtückische an Starkregen: Er kann überall und zu jeder Jahreszeit auftreten, wie die oben genannten Beispiele zeigen. Und auch in Häusern für Wasserschäden sorgen, die nicht in Nähe eines Gewässers gebaut sind. Deshalb sollten Hausbesitzer über den Abschluss einer Elementarschaden-Police nachdenken. Denn nur sie schützt vor den Folgen, wenn dauerhafter Regen das Gebäude schädigt. Um die Einrichtung und technische Geräte ersetzt zu bekommen, sollte zusätzlich auch die Hausratversicherung darauf überprüft werden, ob und in welchem Umfang sie bei Elementargefahren greift.

Der GDV warnt aber zugleich vor Panikmache. „Solche extremen Wetterlagen mit stärksten, aber lokal eingeschränkten Regenfällen sind in Deutschland nichts Außergewöhnliches“, betont Olaf Burghoff, Leiter Sachstatistik beim GDV. Im Juli 2014 setzte beispielsweise ein Starkregen Münster fast komplett unter Wasser. In Erinnerung sind auch noch die Sommerunwetter von 2016, die Schäden in Höhe von 1,2 Milliarden Euro anrichteten – vor allem in Bayern und Rheinland-Pfalz.

 

Der Herbst kommt – Das Eigenheim wetterfest versichern!

Am 22. September ist offiziell Herbstanfang. Für viele Bundesbürger fühlt sich aber auch der Spätsommer schon herbstlich an: So manche kühle Brise und nasskalter Regen verdirbt derzeit die Stimmung, nachdem der Sommer mehr als durchwachsen war. Da empfiehlt es sich, schon frühzeitig zu schauen, ob das eigene Haus schon wetterfest versichert ist: Welche Versicherung kommt auf, wenn Schäden am Eigenheim oder der eigenen Wohnung entstehen?

Als erster Baustein gegen allzu heftige Wetterereignisse empfiehlt sich die Wohngebäudeversicherung. Sie übernimmt zum Beispiel Schäden am Haus, wenn es der Herbstwind gar zu dolle treibt: Erreichte er mindestens Windstärke 8 beziehungsweise fegte mit 62 Stundenkilometern ums Haus, dann steht den Betroffenen in der Regel eine Zahlung zu, zum Beispiel, wenn das Dach oder Gemäuer kaputtgeht. Ob die notwendige Windstärke erreicht wurde, lässt sich schnell mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) abklären, der entsprechende Wetterereignisse misst.

Baustein Numero 2 ist eine Elementarschadenversicherung. Zur Erinnerung: Eine solche ist notwendig, damit ein Hausbesitzer auch dann Anrecht auf eine Schadenszahlung hat, wenn Naturereignisse wie Hochwasser, Erdsenkung oder Starkregen wüten. Läuft also der Keller voll Wasser, weil anhaltender Regen die Straße in einen Fluss verwandelt, springt nur eine Elementar-Police ein. Oft ist sie als Zusatzbaustein zur Wohngebäudeversicherung abschließbar und kostet dann einen Aufpreis. Unbedingt prüfen, ob und in welchem Umfang auch für die Photovoltaikanlage Schutz besteht!

Als Baustein Numero 3 für einen wetterfesten Versicherungsschutz empfiehlt sich die Hausratversicherung. Schließlich kann es bei heftigen Unwettern auch passieren, dass es durch das Dach oder Fenster reinregnet, nachdem Schäden am Haus auftraten. Schnell ist der teure Teppich hinüber oder gar der Flachbildfernseher. Auch mit Blick auf eine andere Schadensursache ist eine Hausratpolice zu empfehlen: Je kürzer der Tag, desto aktiver werden Einbrecher, wie der Versicherungsdachverband GDV berichtet. Der Grund: Aufgrund der frühen Dunkelheit im Herbst wird in den Wohnungen oftmals bereits ab 16 oder 17 Uhr das Licht angeschaltet. Einbrecher erkennen daran, ob jemand zu Hause ist oder nicht.

Baustein Numero 4 ist eine Haftpflichtversicherung. Dies mag einige verwundern, ist aber schnell erklärt. Die Städte übertragen die Räumpflicht gern auf Hausbesitzer. Und im Herbst verwandelt das herabfallende Laub so manchen Bürgersteig in eine Rutschbahn. Kommt dann ein Fußgänger zu Fall und verletzt sich, kann unter Umständen der Hausbesitzer haftbar gemacht werden, wenn er das Laub nicht entfernt hat. Eine Privathaftpflichtversicherung leistet in der Regel, wenn Mieter, Besitzer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen die Sicherung des Bürgersteigs vernachlässigt haben. Eigentümer eines Mehrfamilienhauses hingegen müssen eine extra Haus- oder Grundbesitzer-Haftpflicht abschließen.

 

 

Elementarschadenversicherung – Rückstau ist nicht gleich Rückstau

Eine Elementarschadenversicherung zahlt für Schäden, die durch Hochwasser und Starkregen entstehen. Dass damit aber nicht jeder Schaden gleichermaßen abgesichert ist, zeigt ein aktueller Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht Hamm. Dort erlitt eine Hausbesitzerin eine bittere Niederlage gegen ihren Versicherer, weil die vertragliche Definition von „Rückstau“ eine Einschränkung der Leistungspflicht vorsah.

Wie wichtig es ist, in Versicherungsverträgen auf die einzelnen Klauseln zu achten, zeigt ein aktueller Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht Hamm. Eine Hausbesitzerin musste dort eine bittere Niederlage einstecken, weil ein Versicherer die Vertragsklausel derart definiert hatte, dass er für ihren Schaden nicht mehr zahlen musste (Urteil vom 26. April 2017, 20 U 23/17).

Was ist ein Rückstau?

Konkret ging es um die Frage, ob im Rahmen einer Elementarschadenversicherung ein Rückstau-Schaden vorlag oder nicht. Nur dann hätte die Versicherung zahlen müssen. Bei einem Starkregen war die Kanalisation derart überlastet, dass das Abflussrohr der Dachterrasse verstopft gewesen ist. Deshalb konnte das Wasser nicht ablaufen. Es sammelte sich stattdessen auf der Terrasse, lief ins Haus und beschädigte dort Zimmer und Wände.

Dennoch muss der Versicherer für den Schaden nun nicht zahlen. Und das zu Recht, wie auch die Richter des Oberlandesgerichtes bestätigten. Ursache hierfür ist eine Vertragsklausel, die das Vorliegen eines Rückstaus an enge Bedingungen knüpft. „Rückstau liegt vor, wenn Wasser (…) bestimmungswidrig aus dem Rohrsystem des versicherten Gebäudes oder dessen zugehörigen Einrichtungen austritt“, hieß es konkret im Vertragstext.

Dumm für die Hausbesitzerin: Das Wasser war eben nicht aus dem Regenfallrohr ausgetreten, wie auch ein Gutachter des Versicherers nachweisen konnte. Das Wasser konnte nur nicht ablaufen. Damit lag eben kein Rückstau laut Vertragstext vor. Bereits im Vorfeld hatten die Richter gegenüber beiden Streitparteien deutlich gemacht, dass die Klage unbegründet sei. Daraufhin zog die Hausbesitzerin ihre Klage zurück (OLG Hamm, Urteil vom 26. April 2017, 20 U 23/17).

Auf Vertragsdetails achten!

Im Pressetext des Oberlandesgerichtes findet sich ein Satz, der geradezu als Aufforderung an Verbraucher gelesen werden kann, sich bei Vertragsabschluss ausführlich mit den Bedingungen eines Versicherungstarifs auseinanderzusetzen: „Dass eine Elementarschadensversicherung abgeschlossen worden ist, bedeutet nicht, dass sämtliche Risiken abgedeckt sein müssten. Versichert sind nur die vertraglich vereinbarten Risiken“. Das heißt, die Verbraucher sollten sehr genau nachlesen, was laut Vertrag versichert ist – und was eben nicht.

Natürlich ist das nicht leicht, stecken doch viele Verträge voller Fachbegriffe und Versicherungs-Sprech. Deshalb sollte man sich nicht scheuen, die Hilfe eines Versicherungs-Fachmanns in Anspruch zu nehmen. Beispiel Rückstau: Hier machen manche Elementar-Versicherer weitere Vorgaben und Einschränkungen, die Hausbesitzer kennen sollten. Zum Beispiel, wenn ein Versicherer nur dann für einen Schaden zahlt, wenn eine Rückstauklappe vorhanden ist. Andere Versicherer schließen nur den witterungsbedingten Rückstau ein, andere wiederum Rückstau durch ausufernde Gewässer. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

 

 

Auch im Sommer lauern Einbrecher und Diebe

Sommerzeit ist Diebstahlzeit! Das mag auch kaum verwundern, schließlich tun die Bürger so einiges, um der Hitze Einhalt zu gebieten. Da werden Fenster- und Terrassentüren offen gelassen, damit eine frische Brise in die Wohnung zu lassen. Oder man befindet sich gleich fürs Grillen im Garten, während man die Veranda-Türe offen lässt.

Zwar findet der Großteil der Einbrüche tatsächlich zwischen Oktober und März statt, berichtet die Polizei, also im Herbst und Winter. Aber auch im Sommer sind die Gefahren ungebrochen hoch: Gerade in der Urlaubszeit würden die Wohnungseinbrüche zunehmen. Neben angekippten Fenstern sind dabei auch offene Terrassentüren ein Risiko, das Diebe anlockt.

Dabei lassen sich die Täter selbst davon nicht abschrecken, dass es im Sommer abends länger hell ist. Entgegen dem Klischee schlagen viele Diebe nicht nur im Schutze der Dunkelheit zu. Fast die Hälfte der Einbrüche (41 Prozent) findet tagsüber zwischen 06:00 und 21:00 Uhr statt, so verrät die Polizeiliche Kriminalstatistik. Dabei haben es die Übeltäter vor allem auf Schmuck, Geld und Wertgegenstände abgesehen.

Sicher in den Urlaub

Ein Ziel für Einbrecher stellt das Eigenheim zum Beispiel dann dar, wenn es in der Urlaubszeit unbewohnt ist. Hier können schon kleine Tricks einen besseren Schutz gewähren. Grundsätzlich sollte man alles entfernen, was Einbrecher für einen Einstieg ins Haus nutzen könnten. Also Leitern, Mülltonnen oder Gartenmöbel besser in die Garage oder ins Haus stellen. Auch hohes Gras ist ein Zeichen, dass der Hausbesitzer verreist ist. Besser vorher den Rasen noch einmal mähen oder sogar in Zeiten der Abwesenheit mähen lassen. Schuppen und Keller sollten vor der Abreise gut verschlossen werden.

Darüber hinaus kann man die Einbrecher täuschen – indem der Verreisende den Eindruck erweckt, es sei jemand im Haus. Wenn Freunde oder Bekannte regelmäßig den Briefkasten leeren, so hat der Einbrecher kein Indiz für die Abwesenheit. Auch Lichter und Rollläden lassen sich mittlerweile per Haushalttechnik so fernsteuern, dass der Eindruck entsteht, es sei jemand da. Zum Beispiel, wenn das Licht in einem bestimmten Abstand eingeschaltet oder Rollläden hoch- und runtergelassen werden.

Auch Sicherheitstechnik kann einen Beitrag dazu leisten, dass Langfinger abgeschreckt werden. Laut Polizei ist es ein Irrtum, dass Alarm- und Lichtanlagen Einbrecher erst anlocken würden. Im Gegenteil: Je größer die Chance erwischt zu werden, desto eher lassen die Kriminellen ihre Finger von einer Wohnung. Schon ein Bewegungsmelder, der eine Rundumbeleuchtung im Einfamilienhaus in Gang setzt, kann einen Einbruch unter Umständen verhindern. Schließlich stehen die Übeltäter ungern im Rampenlicht. Wer einen guten Draht zu seinen Nachbarn hat, sollte sie vor der Abreise informieren, dass man verreist – und bitten, ein bisschen mit aufzupassen.

Sicher am Strand

Auch der Strand ist ein beliebtes Terrain für Diebe – Wissen sie doch, dass sich die Badegäste gern länger im Wasser aufhalten oder beim Federball Taschen unbeobachtet lassen. Auch hier sollte man vorsorgen: Zum Beispiel, indem man Wertgegenstände, Schmuck und größere Geldbeträge gleich gar nicht mitnimmt zum Baden. Bargeld und wichtige Dokumente sollte man in einer Brusttasche bei sich tragen. Und wer verdächtige Verhaltensweisen von anderen Gästen beobachtet, sollte sich nicht scheuen dies dem Badepersonal zu melden. Denn Diebe spionieren ihre Opfer häufig längere Zeit aus, bevor sie tätig werden.

 

 

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