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Berufsunfähigkeit

Nicht einmal jeder fünfte Bundesbürger hat eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Nehmen die Bundesbürger das Risiko einer Berufsunfähigkeit zu wenig ernst? Diesen Schluss lässt erneut eine Umfrage zu, diesmal vom Online-Portal Statista durchgeführt. In der repräsentativen Umfrage antworteten auf die Frage: „Welche Vorsorgeversicherungen haben Sie aktuell?“ nur 18 Prozent der Befragten, dass sie derzeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abgeschlossen haben. Das ist nicht einmal jeder fünfte!

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist aber wichtig. Zur Erinnerung: Nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) scheidet jeder vierte Arbeitnehmer aus seinem Beruf aus, bevor er das Renteneintrittsalter erreicht hat.

Der häufigste Grund für das Aus im Beruf sind hierbei nicht etwa körperliche Ursachen, sondern psychische Erkrankungen mit mehr als 30 Prozent aller Neuerkrankungen. Kein Wunder, sehen sich doch viele Menschen mit einem hohen Leistungsdruck im Beruf konfrontiert. Zudem verschwimmen Arbeitszeit und Freizeit immer mehr, seit die Erwerbstätigen dank Smartphone und Co. rund um die Uhr erreichbar und online sind. Wer hat nicht schon zuhause betriebliche Mails gecheckt oder einen Anruf des Chefs erhalten?

Interessant ist ein Blick darauf, mit welchem Alter die Menschen ihren Beruf aufgeben müssen. Denn keineswegs sind nur ältere Personen betroffen. Wie der Dachverband der Versicherer (GDV) berichtet, tritt die Berufsunfähigkeit durchschnittlich im Alter von 47 Jahren ein. Da haben viele Erwerbstätige noch fast ein Drittel ihres Berufslebens vor sich.

Hohes Armutsrisiko für Menschen, die Beruf aufgeben müssen

Das Risiko zu verarmen ist groß, wenn man aus dem Beruf ausscheidet. Schließlich sichert die Sozialversicherung seit einer Gesetzreform im Jahr 2001 nur noch die Erwerbsunfähigkeit ab: zumindest für alle Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden. Das heißt, der Staat zahlt nur dann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn der Betroffene nicht mehr als drei Stunden täglich arbeiten kann – nicht nur in seinem, sondern in allen Berufen. Dann kann ein Arzt auch auf einen Job als Pförtner verwiesen werden. Die Zahl der Menschen, die bei Erwerbsminderung auf Grundsicherung angewiesen sind, ist entsprechend sehr hoch.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung berücksichtigt hingegen auch den Status und das Einkommen des Berufes, in dem der Versicherte zuvor gearbeitet hat. Wer einen solchen Vertrag abschließen will, sollte sich zuvor umfassend beraten lassen. Die Tarife sind sehr komplex und schon beim Stellen des Antrages kann man viel falsch machen. Ein Versicherungsfachmann weiß, worauf es zu achten gilt. Dass die Versicherer durchaus in den meisten Fällen eine Leistung erbringen, zeigt eine weitere Zahl: Allein im Jahr 2016 haben die Privatversicherer rund 3,6 Milliarden Euro an BU-Renten und Kapitalzahlungen erbracht. Die ausgezahlten Summen steigen seit Jahren.

 

BGH stärkt Rechte von Berufsunfähigkeits-Versicherten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einem aktuellen Urteil die Rechte von Verbrauchern in der Berufsunfähigkeitsversicherung gestärkt. Demnach muss ein Versicherer die gesamte Arbeit berücksichtigen, wenn er den Grad der Berufsunfähigkeit festlegt, und darf nicht nur die zeitlichen Anteile einzelner Arbeiten einrechnen. Das Urteil könnte es Versicherten zukünftig erleichtern, schneller eine BU-Prämie zu erhalten.

Ungefähr jeder vierte Beschäftigte in Deutschland muss seinen Beruf aufgeben, bevor er das Rentenalter erreicht. Das ist ein Grund, weshalb sowohl Versicherer als auch Verbraucherschützer in seltener Eintracht den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) empfehlen. Ein aktuelles Urteil stärkt nun die Rechte der Kunden, wenn es um die Ermittlung der Berufsunfähigkeit geht.

Berufsunfähigkeit zu niedrig eingestuft

Im konkreten Rechtsstreit ging es um den Fall einer Haushälterin. Nach einem Treppensturz musste sie ihre Arbeit vorerst aufgeben, weil sie sowohl Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden plagten und sie zudem an einer psychischen Erkrankung infolge des Sturzes litt.

Doch der Berufsunfähigkeitsversicherer der Haushälterin wollte keine Rente zahlen. Er argumentierte, dass laut Vertrag erst eine BU-Rente vorgesehen sei, wenn eine 50prozentige Berufsunfähigkeit vorliege. Dies sei hier nicht gegeben, da die Frau nur zu zwanzig Prozent beeinträchtigt sei, wie die Gutachter des Versicherers bestätigten.

Streit um Grad der Beeinträchtigung

Zu den Aufgaben der Frau gehörte es vor allem, die Räume einer Anwaltskanzlei zu säubern, einzukaufen und aus den gekauften Zutaten ein Mittagessen für bis zu 30 Personen zuzubereiten. Die Einkäufe konnte sie nun nicht mehr erledigen: Sie durfte nicht mehr schwer tragen. Der Versicherer erkannte zwar an, dass die Frau ihre Arbeit nicht mehr wie gewohnt ausführen könne. Er begründete die niedrige Einstufung der Berufsunfähigkeit allerdings damit, dass das Einkaufen nur einen geringen zeitlichen Teil der Arbeitszeit in Anspruch nehme. Daraufhin klagte die Frau vor Gericht.

Der Bundesgerichtshof bewertete die Sachlage deutlich anders als der Versicherer: Und stärkte die Rechte der Verbraucher. So dürfe die Beeinträchtigung im Beruf nicht nur an einzelnen Tätigkeiten wie dem Einkaufen gemessen werden und an der Frage, wie viel Zeit sie in Anspruch nehmen. Vielmehr komme es auf eine Gesamtschau an: Das gelte besonders dann, wenn die betroffene Tätigkeit ein untrennbarer Teil eines beruflichen Gesamtvorgangs sei. In diesem Fall sei es der Hauswirtschafterin ohne das Tragen schwerer Einkäufe nicht möglich, ihren Beruf weiterhin auszuführen, weil sie damit auch für die Mitarbeiter ihres Arbeitgebers nicht mehr kochen könne. Schließlich fehlten dann die Zutaten.

Das Oberlandesgericht Stuttgart muss nun nach den Vorgaben des Bundesgerichtshofes den Grad der Berufsunfähigkeit neu festlegen. Das bedeutet vor allem: Ihn höher ansetzen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Haushälterin nun ihre BU-Rente erhält (Az.: IV ZR 535/15).

 

Berufsunfähigkeit tritt im Schnitt mit 47 Jahren ein

Wenn Menschen berufsunfähig werden, sind sie doch sicher schon sehr alt? Nein, das stimmt nicht, denn bei Eintritt der Berufsunfähigkeit stehen die meisten mitten im Berufsleben. Das zeigt eine Untersuchung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Wie der Dachverband der Versicherer berichtet, tritt die Berufsunfähigkeit durchschnittlich im Alter von 47 Jahren ein. Da haben viele Erwerbstätige noch fast ein Drittel ihres Berufslebens vor sich bis zur wohlverdienten Altersrente! Befragt wurden Versicherer, die im Bereich der Invaliditätsversicherung 32 Prozent Marktanteil abbilden.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Hinsichtlich der Geschlechter zeigen sich kleine Unterschiede. Frauen müssen ihren Beruf im Schnitt etwas zeitiger aufgeben, nämlich bereits mit 46 Jahren. Männer hingegen sind durchschnittlich 48 Jahre alt, wenn sie erstmals Leistungen aus einer privaten Berufsunfähigkeits-Police erhalten. Die Unterschiede erklären sich teils damit, dass Frauen und Männer verschieden stark in unterschiedlichen Berufsbereichen tätig sind.

Der häufigste Grund, weshalb es für Frauen im Berufsleben nicht mehr weitergeht, sind demnach psychische Krankheiten: 30 Prozent aller neuen BU-Fälle lassen sich darauf zurückführen. Kein Wunder, sind doch Frauen auch oft in Jobs zahlreicher vertreten, die eine besondere psychische Belastung bedeuten, etwa als Lehrerin, Altenpflegerin oder Krankenschwester. Bei Männern ist die Psyche „nur“ zu 22 Prozent Auslöser einer Berufsunfähigkeit.

Männer sind hingegen häufiger als Frauen von solchen Ausscheidungsgründen betroffen, die aus einem Sport-, Verkehrs- oder einem anderen Unfall resultieren. Demnach werden Männer dreimal häufiger in Folge eines Unfalls berufsunfähig als Frauen. Weitere häufige Ursachen für die Berufsaufgabe sind Krankheiten wie Krebs und des Bewegungsapparates, etwa ein Rückenleiden.

Früh mit einer BU-Police vorsorgen

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist die einzige Versicherung, die auch tatsächlich den erlernten Beruf des Verbrauchers absichert. Denn die gesetzliche Rentenversicherung leistet nur noch bei Erwerbsunfähigkeit, zumindest für jene Erwerbstätige, die nach dem 01. Januar 1961 auf die Welt kamen. Deshalb sollten alle Berufstätigen über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken, wie etwa auch die Verbraucherzentralen empfehlen.

Der Unterschied: Eine volle Erwerbsminderung im Sinne der Gesetzlichen Rentenversicherung liegt vor, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist, für mindestens drei Stunden täglich irgendeinem Beruf nachzugehen. Eine Berufsunfähigkeit im Sinne der privaten Versicherung tritt hingegen bereits ein, wenn man nach den Bedingungen des Versicherungsvertrages einen bestimmten – in der Regel den aktuellen – Beruf nicht mehr ausüben kann. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

 

 

Immer mehr Neurentner wegen psychischer Erkrankungen

Wie sehr die Psyche die Lebensplanung von Menschen beeinträchtigen kann, zeigen aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Bei 40 von 100 Neurentnern, die erstmals eine Rente wegen Erwerbsminderung (EMR) erhalten, sind psychische Krankheiten der Auslöser hierfür. 

Immer mehr Menschen geben aufgrund einer psychischen Krankheit vorzeitig ihre Erwerbsarbeit auf. Das zeigen aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV), über die RP-Online mit Berufung auf den Rententräger berichtet.

Mehr psychisch bedingte Erwerbsminderungs-Rentner, weniger Stigmatisierung

Waren vor gut zehn Jahren lediglich ein Drittel aller neuen EMR-Fälle psychisch bedingt, so stieg die Zahl bis 2015 auf exakt 42,9 Prozent aller Neufälle an, bei denen die Deutsche Rentenversicherung (DRV) eine Rente wegen Erwerbsminderung leistet. Damit ist die Psyche mit Abstand wichtigster Grund, weshalb Menschen ihren Beruf aufgeben.

Dass die Zahl der Erwerbsminderungs-Rentner mit einer psychischen Erkrankung derart anwächst, hat nach Einschätzung der Experten jedoch nur bedingt mit einer Zunahme der psychischen Erkrankungen allgemein zu tun. Im Gegenteil: neuere Studien belegen, dass die Zahl der Krankheitsfälle nicht zunimmt. Aber ein Sprecher der DRV betont: „Die Stigmatisierung in der Gesellschaft ist rückläufig.“

Mit anderen Worten: weil psychische Leiden weit weniger als noch von ein paar Jahren sozial geächtet werden, bekennen sich auch immer mehr Betroffene zu ihrer Krankheit und versuchen nicht, sie in ihrem Umfeld zu verstecken und zu verheimlichen. Hier hat die mediale Debatte über Phänomene wie Burn Out schon wichtige Aufklärungsarbeit geleistet.

Private Vorsorge ist wichtig!

Ein Anrecht auf Bezüge wegen teilweiser Erwerbsminderung in der DRV haben Menschen, die einen Beruf weniger als sechs Stunden pro Tag ausüben können. Die volle Erwerbsminderung wird gar nur anerkannt, wenn die Betroffenen weniger als drei Stunden pro Tag arbeitsfähig sind.

Hier ist zu empfehlen, den Verlust der Arbeitskraft zusätzlich privat abzusichern. Denn die Erwerbsminderungsrente reicht in der Regel nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu halten.

Männer erhielten 2015 bei voller Erwerbsminderung im Schnitt eine monatliche Rente von 702 Euro ausgezahlt, Frauen von 640 Euro. Jeder kann sich ausrechnen, wie lange er mit diesem Geld über die Runden kommen würde, wenn die Erwerbsarbeit vorzeitig aufgegeben werden muss. Ein Beratungsgespräch hilft, den passenden Schutz zu finden!

 

BU-Versicherer zahlen 3,44 Milliarden Euro aus

Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen in der Summe immer höhere Leistungen an ihre Kunden aus. Im Jahr 2015 sind die Renten- und Kapitalzahlungen an Versicherte erneut deutlich gestiegen – um 5,5 Prozent auf nun gut 3,44 Milliarden Euro.

Jeder vierte Beschäftigte in Deutschland muss vorzeitig seinen Job aufgeben, so berichtet die Deutsche Rentenversicherung. Deshalb empfehlen Versicherer und Verbraucherverbände in seltener Eintracht den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Dass ein tatsächlicher Bedarf an diesem Schutz besteht, belegen jene Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Dienstag präsentiert hat. Demnach stiegen die Auszahlungen an Versicherte im Jahr 2015 auf 3,44 Milliarden Euro an – ein Plus von 5,5 Prozent.

Immer mehr Menschen sichern sich ab

Der Leistungsanstieg resultiert u.a. aus einem langsam einsetzenden Bewusstseinswandel in der deutschen Bevölkerung: Immer mehr Menschen sichern sich gegen das Risiko des Arbeitskraftverlustes ab. Die Zahl der sogenannten Hauptversicherungen gegen Berufs- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit stieg gegenüber 2014 um 5,4 Prozent auf rund 4,06 Millionen Policen.

Mit Hauptversicherung sind solche Risikoversicherungen gemeint, bei denen der Verbraucher eine monatliche BU-Rente für den Eintritt der Berufsunfähigkeit vereinbart. Der Kunde hat in der Regel keinen Anspruch auf eine Schlusszahlung oder Beitragsrückzahlung – auch wenn er während der gesamten Vertragslaufzeit berufsfähig bleibt. Wichtig ist bei diesen Policen die finanzielle Absicherung eines möglichen Ausscheidens aus dem Beruf, nicht die Kapitalbildung.

Hinsichtlich der vereinbarten BU-Rente gibt es einiges zu beachten. Ein Großteil der Versicherten wählt eine zu niedrige monatliche Leistung aus: Lediglich 634 Euro betrug die durchschnittlich vereinbarte Summe bei einer Stichprobe des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Jahr 2013. Hier gilt es zu bedenken, dass die BU-Leistung auf die Grundsicherung angerechnet wird, folglich deutlich darüber liegen sollte. Als Faustregel gilt, mindestens zwei Drittel des monatlichen Nettoeinkommens zu vereinbaren.

Bei BU-Zusatzversicherungen kleiner Abwärtstrend

Von der Hauptversicherung abgrenzen lassen sich sogenannte Zusatzversicherungen gegen das BU-Risiko. Diese können in Kombination mit einer Lebens- und Rentenversicherung vereinbart werden, um im Falle eines Ausscheidens aus dem Beruf weiterhin die Beitragszahlungen für die Altersvorsorge leisten zu können. Die Zusatzversicherung kann auch die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente umfassen. In diesem Bereich sank die Zahl der Verträge leicht um 2,1 Prozent auf nun 12,9 Millionen Verträge.

Grundsätzlich sollte man beim Abschluss einer Lebens- und Rentenversicherung schauen, ob der Baustein „Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit“ vereinbart werden kann. Wird der Versicherte berufsunfähig, übernimmt dann der Versicherer die weitere Beitragszahlung, das Sparziel bleibt ungefährdet. Gerade bei Versicherungen, die eine hohe monatliche Prämie vorsehen, kann dieser Baustein sicherstellen, dass man den Schutz nicht verliert.

Berufsunfähigkeit – Mehrheit der Versicherungskunden erhält Leistung

berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung: Wenn ein Erwerbstätiger berufsunfähig wird, bekommt er von seinem Versicherer in der Regel schnell seine Rente zugesprochen. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des unabhängigen Analysehauses Franke & Bornberg, das die Leistungspraxis großer deutscher BU-Versicherer unter die Lupe genommen hat. Drei von vier Kunden erhalten ihre Leistung demnach innerhalb von sechs Monaten.

In den Medien wird immer mal wieder von Patienten berichtet, die berufsunfähig geworden sind und sich lange mit ihrem Versicherer um die Rente streiten mussten. Diese Fälle sind natürlich jeder für sich ärgerlich – aber keineswegs die Regel, wie eine aktuelle Studie von Franke & Bornberg zeigt. Das Hannoveraner Ratinghaus untersuchte stichprobenartig die Leistungspraxis von 7 großen Versicherern, die insgesamt fast 5 Millionen BU-Kunden auf sich vereinen.

Drei von vier Kunden bekommen ihre BU-Leistung

Die Ergebnisse der Untersuchung stimmen optimistisch. Drei von vier Kunden bekommen anstandslos ihre BU-Leistung zugesprochen, und das innerhalb einer vertretbaren Frist. Denn in der Regel hat der Kunde innerhalb eines halben Jahres Klarheit, ob er vom Versicherer Geld sieht. „Die Dauer bis zur Anerkennung ist durchschnittlich kürzer als bis zur Ablehnung. Das lässt darauf schließen, dass sich Versicherer die Entscheidung nicht leichtmachen“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke & Bornberg.

Was aber sind die Gründe, weshalb eine BU-Rente nicht zuerkannt wird? Nur ein Schattendasein fristet hierbei die sogenannte Abstrakte Verweisung, die in der öffentlichen Debatte dominiert. Lediglich 0,4 Prozent aller Ablehnungen lassen sich auf diese Klausel zurückführen. Wenn die abstrakte Verweisung im BU-Vertrag enthalten ist, können Kunden auf einen vergleichbaren Beruf verwiesen werden, bevor ihnen eine Rente zugesprochen wird. Eine Krankenpflegerin kann zum Beispiel immer noch in der Verwaltung einer Klinik Büroarbeit verrichten, wenn sie aufgrund einer ansteckenden Krankheit keine Patienten mehr betreuen darf. Viele Versicherer verzichten mittlerweile ganz auf diese Klausel.

Weit wichtiger als Ablehnungsgrund ist die fehlende Mitwirkung des Patienten bei der Feststellung der Berufsunfähigkeit. Etwa, dass Patienten Fragebögen nicht an den Versicherer zurückschicken und Unterlagen von Ärzten oder Kliniken nur verzögert oder gar nicht weitergeben. Dies zeigt, dass nicht nur bei Vertragsabschluss, sondern auch bei Eintritt des Leistungsfalles eine gute und kompetente Beratung den Erhalt der Leistung begünstigen kann.

Mehrheit der Rechtsstreite enden mit Vergleich  

Vor Gericht trafen sich laut den Studien-Machern 678 Kunden der untersuchten Gesellschaften, dies würde drei Prozent aller BU-Entscheidungen betreffen. Während in 172 dieser Fälle der Versicherer vor dem Kadi triumphierte, endeten 447 Rechtsstreite mit einem Vergleich, hier kam es also zu einer Einigung zwischen den Streitparteien. Gewinnen konnten die Verbraucher 59 dieser Prozesse. Um die Kosten einer juristischen Auseinandersetzung aufzufangen, empfiehlt es sich, zusätzlich eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen – möglichst bei einem anderen Versicherer. Fakt ist aber: In der Regel können BU-Versicherte schnell auf die versprochene Leistung hoffen. Und das ist eine gute Nachricht.

Berufsunfähigkeitsversicherung: BU-Leistung trotz Haftstrafe

Aktenordner mit der Beschriftung BerufsunfähigkeitBerufsunfähigkeitsversicherung: Wenn Versicherungsverträge schwer verständlich sind oder mitunter sogar mehrdeutig, ist das ärgerlich für die Verbraucher. Dass intransparente Vertragsbedingungen aber auch ein Eigentor für den Versicherer sein können, zeigt ein aktuelles Urteil vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe. Demnach wurde einem Finanzberater eine BU-Rente zugesprochen, obwohl er wegen Betrugs sogar für 18 Monate ins Gefängnis musste.

Im verhandelten Rechtsstreit wurde der Fall eines Finanzberaters verhandelt, der einen Kunden um hunderttausende Euro betrogen hatte und deshalb sogar eine Haftstrafe absitzen musste. Bereits vor den ersten Ermittlungen hatte sich der Mann in psychologischer Behandlung befunden, sein Arzt diagnostizierte eine leichte Anpassungsstörung. Doch die Ermittlungen und schließlich die Inhaftierung im Jahr 2008 nahmen den Mann so sehr mit, dass sich sein psychischer Zustand verschlechterte. Bis heute kann er keinen Beruf ausüben.

Der Versicherer aber wollte keine BU-Rente an den Mann zahlen. Erschwerend kam hinzu, dass der BU-Vertrag bereits zum 30.2.2009 gekündigt worden war. Schließlich zog der frühere Berater vor Gericht und wollte die Leistung einklagen. Zunächst ging es dabei um die Frage, ob bereits vor Auflösung des Vertrages eine sogenannte schlechte Prognose der Krankheit vorgelegen habe, die Psyche also so sehr gestört war, dass sie in die Berufsunfähigkeit münden musste. In erster Instanz vor dem Landgericht blieb die Klage des Patienten erfolglos.

Mehrdeutigkeit der Bedingungen – Es gilt, was für den Kunden am günstigsten ist

Wie die Anwaltskanzlei Wirth Rechtsanwälte in einer Pressemeldung berichtet, fällte das Oberlandesgericht Karlsruhe aber schließlich ein verbraucherfreundliches Urteil. Die Richter sprachen dem Finanzberater doch noch die volle Berufsrente zu. Der Grund: Der Berufsunfähigkeitsversicherer hatte seine Bedingungen schwammig formuliert, so dass sie mehrdeutig interpretierbar waren. Ist dies der Fall, so gilt, dass der Rechtsprechung die für den Kunden günstigste Variante berücksichtigen muss.

Für den Erhalt der BU-Rente reichte danach allein aus, dass der Kläger bis zur Beendigung des Versicherungsvertrages an einer psychischen Krankheit litt, auch wenn die geforderte schlechte Gesundheitsprognose erst nach der Vertragsbeendigung gestellt werden konnte. Deutlich lehnten die Karlsruher Richter zudem die Rechtsauffassung des Landgerichtes ab, dass die Versicherung allein durch die Inhaftierung leistungsfrei sei. Hierzu war nichts in den Ausschlussgründen der Versicherungsbedingungen geregelt. Das Urteil ist rechtskräftig (Urteil vom 03.03.2016, 12 U 5/15).

Ob eine solche Klage Erfolg hat, hängt jedoch immer vom jeweiligen Einzelfall ab. Am Besten ist es, bereits bei Vertragsabschluss auf die Transparenz der Bedingungen zu schauen. Hier kann ein Beratungsgespräch helfen, eventuelle Fallstricke zu finden und gut verständliche von weniger verständlichen Bedingungen zu scheiden. Das Urteil des Oberlandesgericht kann jedenfalls als positives Zeichen verstanden werden: Auch für die Versicherer zahlt sich Transparenz aus!

 

 

Berufsunfähigkeitsversicherung: Nur Ehrlichkeit zählt! 

Aktenordner mit der Beschriftung BerufsunfähigkeitWer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, muss beim Antrag zuvor Gesundheitsfragen beantworten. Vorerkrankungen werden oft mit Prämienaufschlägen und gar Ausschlüssen „bestraft“. Dabei ist Ehrlichkeit oberste Pflicht, wie erneut ein Urteil bestätigt. 

Wie wichtig es ist beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung korrekte Angaben zu machen, zeigt ein Urteil des Landgerichtes Coburg, von dem heute die Neue Presse Coburg berichtet. Demnach wurden einem Mann die Rentenzahlungen verweigert, weil er im Antrag frühere Klinikaufenthalte verschwiegen hatte. Völlig zu Recht, wie die Richter entschieden.

Mehrere stationäre Behandlungen verschwiegen

Im konkreten Rechtsstreit wurde dem Kläger zur Last gelegt, dass er auf die Frage, ob er in den letzten zehn Jahren stationäre Behandlungen oder Operationen erfahren hatte, unvollständig antwortete. Als er im Jahr 2008 seinen BU-Schutz beantragte, nannte er zwar zwei chirurgische Eingriffe. Er verschwieg jedoch, dass er sich in den Jahren 1998 bis 2000 mehrfach wegen einer Alkoholabhängigkeit bei einer Reha-Kur befunden hatte. Die letzten fünf Jahre vor seinem Antrag war er jedoch nicht mehr aufgrund von Alkohol in Behandlung, was er auch zutreffend angab.

Dennoch kosteten ihm die verheimlichten Kuren den Versicherungsschutz. Das Landgericht gab der Versicherung Recht und wies die Klage des mittlerweile berufsunfähig gewordenen Klägers ab, weil er nach Ansicht des Gerichtes arglistig gehandelt hatte. Die Alkoholerkrankung sei ein „gefahrerheblicher Umstand“ gewesen und dem Kläger hätte klar sein müssen, dass der Vertrag mit der Versicherung nicht zustande gekommen wäre, wenn er sie über die Alkoholabhängigkeit in Kenntnis gesetzt hätte.

Versicherer darf Krankenakte durchleuchten

Wer glaubt, frühere Vorerkrankungen einfach gegenüber der Versicherung verheimlichen zu dürfen, irrt. So bestätigte ein früheres Urteil des Kammergerichtes Berlin, dass es Versicherern erlaubt ist, die Krankenakte von Kunden nach Vorerkrankungen zu durchleuchten. Das gilt explizit auch dann, wenn kein Verdacht auf Arglist vorliegt (Urteil v. 8.07.2014, 6 U 134/13). Um Ärger mit dem BU-Anbieter zu vermeiden, empfiehlt es sich, beim Ausfüllen der oft komplexen Gesundheitsfragen einen Versicherungsexperten hinzuzuziehen. Dieser weiß in der Regel, worauf es ankommt!

 

Berufsunfähigkeitsversicherung: 94 Prozent der Antragsteller erhalten Angebot

Tablet mit dem Text Berufsunfähigkeit auf dem Display

Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat zum ersten Mal eine umfassende Statistik zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung vorgestellt. Damit will der Verein auch gegen das Vorurteil vorgehen, die Versicherer würden vielen Menschen keinen Schutz bieten. Insgesamt stimmen die Daten optimistisch – zeigen aber auch, dass es noch Fragen gibt. 

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen – da sind sich die Branche und der Verbraucherschutz einig. Jede vierte Person scheidet vor Erreichen des Rentenalters unfreiwillig aus dem Job aus. Weil der Staat seit 2001 nur noch eine Grundabsicherung für die Erwerbsunfähigkeit bietet, ist das Aus im Beruf mit einem hohen Armutsrisiko verbunden. Viele Betroffene sind auf Sozialleistungen angewiesen.

Gegen die Versicherungsbranche wurde aber mehrfach der Vorwurf vorgebracht, sie würde Menschen mit Risikoberufen oder Vorerkrankungen keinen Schutz gewähren. Wer Dachdecker ist oder Maschinenführer auf dem Bau, hat es dann schwer, überhaupt eine Absicherung zu finden. Das nimmt der Dachverband der Versicherer nun zum Anlass, erstmals eine detaillierte Statistik zu veröffentlichen, die zeigt, wie viele Menschen ein Angebot erhielten. In der Tendenz zeigen die Zahlen eine hohe Aufnahmebereitschaft der Versicherer.

776.000 Menschen erhielten 2014 ein Versicherungsangebot 

Wer eine BU abschließen will, muss zunächst einen Antrag stellen, bei dem auch Gesundheitsfragen abgefragt werden. Wer einen riskanten Beruf hat oder eine Vorerkrankung, muss -wie bereits angesprochen- mit Preisaufschlägen rechnen oder wird sogar abgelehnt. Aber wie oft passiert es, dass Interessierte keinen Vertrag erhalten? Glaubt man den Zahlen des GDV, lassen sich die meisten Menschen problemlos absichern.

So habe es im Erhebungsjahr 2014 knapp 823.000 Anträge gegeben, wovon 776.000 Antragsteller auch ein Angebot erhielten – eine Quote von stolzen 94 Prozent. Kritiker werfen dem GDV nun allerdings vor, diese Zahl sei wenig aussagekräftig.

Wenn der Versicherer dem Antragsteller ein Angebot macht, heißt das nämlich noch nicht, dass der Vertrag dann auch tatsächlich zustande kam. Vielleicht war der Vertrag so teuer und enthielt so viele Leistungsausschlüsse, dass der Kunde dankend ablehnte. Wie viele Verträge letztendlich geschlossen wurden, verrät der Interessenverband der Versicherungswirtschaft nicht.

Anonyme Voranfrage stellen!

Um doch eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten, sollten interessierte Kunden deshalb einen kompetenten Versicherungsvermittler hinzuziehen. Er weiß in der Regel, welche Versicherungen bestimmte Berufsrisiken akzeptieren und welche nicht. Auch empfiehlt es sich, beim Wunschversicherer eine anonyme Voranfrage einzuholen. Auf diese Weise kann man herausfinden, ob und zu welchem Preis die Gesellschaft auch Risikoberufe versichert.

Wer hingegen einmal abgelehnt wurde, droht auf der schwarzen Liste der Versicherungswirtschaft zu landen, dem sogenannten Hinweis- und Informationssystem (HIS). Das ist vergleichbar mit einem negativen SCHUFA-Eintrag, denn hier werden Ablehnungsgründe gespeichert – einsehbar für alle Versicherer. Das erschwert es deutlich, später doch noch einen Vertrag zu finden.

Schwierigkeiten der Statistik – Viele Kunden holen mehrere Angebote ein 

Der GDV hat sich mittlerweile zu der Kritik positioniert, er würde nicht kompetent ausweisen, wie die Quote von gestellten Anträgen und zustande gekommenen Verträgen ist. Ein Sprecher erklärte: „Es kommt häufiger vor, dass ein Kunde mehrere Anträge stellt, um sich dann das für ihn beste Angebot auszusuchen. Am Ende wird eben nur ein Vertrag abgeschlossen, obwohl vielleicht mehrere Versicherer den Kunden gerne absichern würden.“ Die einzige Quote, die eine saubere Aussage zur Absicherungsbereitschaft der Versicherer liefere, sei folglich die Zahl der unterbreiteten Angebote durch die Anbieter. Ein Argument, das durchaus Berechtigung hat.

 

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Berufsunfähigkeitsversicherung bei Frauen immer mehr gefragt 

berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten Vorsorgeformen. Umso erfreulicher ist der Trend, dass auch Frauen immer häufiger eine entsprechende Police abschließen, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtet. In einem Punkt haben Frauen gegenüber Männern sogar die Nase vorn: Das Durchschnittsalter ist beim Abschluss einer BU niedriger. 

Jeder vierte Erwerbstätige muss seinen Beruf vor Erreichen des Rentenalters aufgeben, wie Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen. Immer häufiger sind psychische Erkrankungen Ursache für das Ausscheiden aus dem Berufsleben. Umso wichtiger ist es, mit einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung das finanzielle Risiko aufzufangen. Der Versicherungs-Dachverband GDV widmete sich in einer aktuellen Studie der Frage, wie das Absicherungsniveau speziell der Frauen derzeit ist.

38 Prozent der Frauen sind abgesichert

Die Studie zeigte einen positiven Trend. Der Anteil der weiblichen Versicherten bei der Berufsunfähigkeit ist innerhalb der letzten fünf Jahre von 37 auf 38 Prozent angewachsen. Das klingt zunächst nach wenig, aber auch in den Jahren zuvor war ein Anstieg zu beobachten.

„Für den allmählichen, aber stetigen Anstieg sind mehrere Gründe denkbar. So sind heute mehr Frauen erwerbstätig als noch vor wenigen Jahren. Zudem dürfte es mehr Haushalte geben, in denen Frauen den wesentlichen Teil zum Einkommen beisteuern – damit ist auch die Notwendigkeit weiter gestiegen, das Einkommen gegen das Risiko einer Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit abzusichern“, erläutert Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung und BU-Experte.

Erfreulich ist zudem die Tatsache, dass Frauen zeitiger mit einer BU vorsorgen als Männer. Im Schnitt entscheiden sie sich im Alter von 28 Jahren für eine Police. Männer hingegen schließen ihre BU erst mit durchschnittlich 30 Jahren ab. Dies lässt auch den Schluss zu, dass sich Frauen in jüngeren Jahren mit dem Risiko einer Berufsunfähigkeit beschäftigen.

Allgemein ist das weibliche Geschlecht empfänglicher für Gesundheitsthemen. Frauen gehen zeitiger zum Arzt als Männer und ernähren sich bewusster, wie Studien etwa der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen. Dieser bewusstere Lebenswandel trägt dazu bei, dass Frauen in Deutschland eine um 5,6 Jahre höhere Lebenserwartung haben.

Auch Altersvorsorge wichtiges Thema 

Wichtig ist es für Frauen aber nicht nur, sich für die Zeit der Berufstätigkeit abzusichern. Weil sie im Schnitt häufiger mit der Unterbrechung ihrer Erwerbsbiographien konfrontiert werden, etwa aufgrund von Kindererziehungszeiten oder der Pflege von Angehörigen, bedeutet auch die Altersarmut ein besonderes Risiko. Das belegen Zahlen der DRV. Im März 2015 bezogen in Deutschland rund 512.000 Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter, weil ihr Alterseinkommen für ein würdevolles Leben nicht ausreichte. Die Mehrheit der Leistungsbezieher sind Frauen (61 Prozent). Hier gilt es, rechtzeitig vorzusorgen – Klarheit schafft ein Beratungsgespräch!

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