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Altersvorsorge

Deutsche gehen im Schnitt mit 64,1 Jahren in Altersrente

Wissen Sie, wann die Bundesbürger durchschnittlich in die Altersrente gehen? Dies verrät der aktuelle Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung, den das Bundesarbeitsministerium gestern in Berlin vorgestellt hat.

Das durchschnittliche Rentenzugangsalter in Renten wegen Alters betrug demnach 2016 genau 64,1 Jahre. Zugleich lässt sich beobachten, dass die Bundesbürger immer länger arbeiten. Im Jahr 2001 lag das Rentenzugangsalter nämlich noch niedriger: damals verabschiedeten sich die Bürger im Schnitt mit 62,4 Jahren in den Ruhestand.

Das durchschnittliche Rentenalter steigt also. Und das trotz aller Diskussionen um die „Rente mit 63“, die es seit dem 1. Juli 2014 erlaubt, unter bestimmten Voraussetzungen abschlagsfrei zeitiger in Rente zu gehen. Experten erwarten, dass sie auch zukünftig weiter in die Höhe klettert – und die Bürger immer länger arbeiten.

Das liegt aber nicht nur an der steigenden Regelaltersgrenze, die seit 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben wird. Am Ende des Berichtszeitraums 2016 galt bereits eine Altersgrenze von 65 Jahren und 5 Monaten, bei der ein Neurentner ohne Abschläge bei der gesetzlichen Rente in den Ruhestand wechseln kann, wenn er genügend Beitragsjahre zur Rentenkasse angesammelt hat. Zugleich wollen auch mehr Arbeitnehmer länger arbeiten, weil sie sich länger fit fühlen und in ihrem Job Erfüllung finden. Das haben bereits mehrere Umfragen gezeigt.

Dennoch sollte auch die drohende Altersarmut im Blick behalten werden.  Denn es gibt noch andere Zahlen, die aufhorchen lassen. Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hat sich die Zahl der Senioren, die das 65. Lebensjahr bereits überschritten haben und dennoch erwerbstätig sind, innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt!  Betroffen waren davon im Vorjahr bereits 942.000 Personen. Und für mehr als jeden Dritten von ihnen war die Erwerbsarbeit wichtigste Einnahmequelle.

Hier steht auf der sicheren Seite, wer zusätzlich für das Alter vorsorgt. Auch deshalb, weil man mit Abschlägen von der Rente rechnen muss, wenn man vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand wechselt. Ein Beratungsgespräch schafft hier Aufklärung!

Lebensversicherung – Was bedeutet „Run-off“?

Der Begriff „Run-off“ ist derzeit gelegentlich in den Medien zu lesen. Denn einige deutsche Lebensversicherer denken darüber nach, bei klassischen Lebensversicherungs-Tarifen das Neugeschäft einzustellen oder die Verträge gar an externe Investoren zu verkaufen. Wer als Vorsorgesparer davon betroffen ist, sollte seinen Vertrag besser nicht einfach kündigen. Denn oft handelt es sich um hochverzinste Altverträge, die einen überdurchschnittlichen Garantiezins bieten.

Run-off bedeutet im Versicherungssprech, dass ein Bestand an Verträgen in die Abwicklung gegeben wird. Das bedeutet, der Versicherer stellt das Neugeschäft mit diesen Tarifen ein und wickelt den Vertragsbestand ganz oder in Teilen ab. Zugleich ist die Gesellschaft aber verpflichtet, alle Zusagen und Garantien an ihre Kunden weiter zu bedienen. Das heißt, dem Kunden dürfen dadurch keine Nachteile entstehen – darüber wacht unter anderem die Versicherungsaufsichtsbehörde BaFin. Auch die Politik hat strenge Regeln für eine Abwicklung angekündigt.

Niedrigzins-Politik belastet klassisches LV-Geschäft

Warum aber machen dies die Versicherer? Im Grunde müssen sie die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) ausbaden. Zum einen fällt es den Versicherern nämlich zunehmend schwer, im Niedrigzins-Umfeld an den Kapitalmärkten die hohen Garantien zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden zugesagt haben. Hier wurden die Garantiezusagen bei klassischen Verträgen in den letzten Jahren nach unten korrigiert. Wenn sie die Altverträge nun abwickeln, können sie unter anderem Verwaltungskosten einsparen.

Das wachsende Run-off-Geschäft hat auch damit zu tun, dass die Lebensversicherer bei „klassischen“ Policen vom Gesetzgeber gezwungen werden, große Teile der Kundenbeiträge in Staatsanleihen und andere festverzinsliche Papiere zu stecken. Diese werfen immer weniger Rendite ab, weshalb die Lebensversicherer dazu übergegangen sind, vermehrt Fondsprodukte anzubieten. Hier können sie das Geld freier und breiter investieren, die Renditechancen sind höher.

Zudem müssen die Lebensversicherer die klassischen Verträge mit zusätzlichen Rücklagen unterfüttern, der sogenannten Zinszusatzreserve. Das ist eigentlich eine gute Nachricht. Denn diese Rücklage sorgt in Verbindung mit anderen strengen Eigenkapital-Anforderungen dafür, dass die Lebensversicherer auch langfristig ihre Zusagen an die Kunden einhalten können. Auch müssen die Versicherer in sogenannten Solvency II-Berichten nachweisen, dass sie für die Zukunft gut aufgestellt sind: unter anderem, indem sie anhand der eigenen Kennzahlen verschiedene Krisenszenarien durchrechnen, etwa eine neue Finanzkrise.

Nicht einfach kündigen!

Diesbezüglich sind fast alle deutschen Lebensversicherer sehr solide positioniert. Und das ist ein wichtiger Grund, weshalb Verbraucher einen Lebensversicherungs-Altvertrag nicht einfach abstoßen sollten, wenn sie von einem Run-off betroffen sind. In der Regel handelt es sich um hochverzinste Policen, die den Sparern einen überdurchschnittlichen Garantiezins bieten. Zum anderen bedeutet eine Lebensversicherung ja auch einen Risikoschutz – und dieser würde bei einer Kündigung wegfallen.

In vielen Fällen lohnt es sich deshalb, den Vertrag weiter zu behalten, denn die Verträge sind attraktiv. Wie gesagt: Der Versicherer ist vertraglich verpflichtet, alle Zusagen an seine Kunden einzuhalten: und das gilt auch für den neuen Anbieter, wenn tatsächlich Bestände verkauft werden sollten. Hier hilft im Zweifel ein Beratungsgespräch, offene Fragen zu klären. Viele Versicherer haben auch bereits ihren Kunden garantiert, dass sie Altbestände nicht verkaufen werden: ein gutes Signal für die Verbraucher.

 

Steigende Renten – und trotzdem Altersarmut?

Deutsche Rentner können sich voraussichtlich auf eine weitere Erhöhung ihrer Altersbezüge freuen: Die Renten könnten im kommenden Jahr um 3,09 Prozent im Westen und im Osten der Republik um 3,23 Prozent steigen. Doch bei all den Jubelmeldungen sollte man nicht vernachlässigen, dass zukünftigen Generationen Altersarmut drohen könnte, wenn sie sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen.

Gute Nachricht für alle Rentner: Sehr wahrscheinlich werden auch 2018 die Renten erneut angehoben, und zwar deutlich. So könnte das Altersgeld 2018 im Westen um 3,09 Prozent und im Osten um 3,33 Prozent ansteigen. Das geht aus dem aktuellen Entwurf des Rentenversicherungs-Berichtes hervor, über den das RedaktionsNetzwerk Deutschland am Dienstag berichtete. Wie hoch die Renten tatsächlich ausfallen werden, wird allerdings erst im kommenden Frühjahr entschieden.

Die Nachrichten zur gesetzlichen Rente sind also derzeit positiv. Auch in diesem Jahr konnten sich die Ruheständler bereits über mehr Geld freuen: Zum 1. Juli stiegen die Renten in Westdeutschland um 1,9 Prozent, im Osten gar um 3,59 Prozent. Grund ist der solide Arbeitsmarkt und die Lohnentwicklung, an denen sich auch die Rente orientiert. Und doch verdecken die Schlagzeilen, dass vielen Menschen Altersarmut droht, wenn sie nicht zusätzlich vorsorgen: mit einer Betriebsrente und/oder privat. Denn es droht eine Rentenlücke!

Drohende Rentenlücke

Das drohende Armutsrisiko verdeutlichen andere Zahlen. So erhalten Neurentner mittlerweile im Schnitt deutlich weniger Rente ausgezahlt als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Wer im Jahr 2000 mit 35 Beitragsjahren in Rente ging, erhielt durchschnittlich noch 1.021 Euro Monatsrente: im Jahr 2014 waren es nur noch 916 Euro für Neurentner. Grund sind unter anderem brüchige Erwerbsbiographien: Immer mehr Menschen sind nicht ein Leben lang bei einem Arbeitgeber, sondern müssen auch Zeiten in Kauf nehmen, in denen sie arbeitslos sind, in Teilzeit arbeiten und weniger verdienen.

Auch das Rentenniveau wird zukünftig weiter absinken. Also die Relation zwischen der Höhe der Netto-Standardrente (45 Jahre Beitragszahlung auf Basis eines Durchschnittsverdienstes) und dem Entgelt eines Durchschnittsverdieners. Zwar bedeutet das nicht, dass die Brutto-Rente sinkt: das darf sie gesetzlich sogar nicht. Aber die Rente wird deutlich langsamer wachsen als die Löhne oder gar stagnieren. Betrug das Rentenniveau im Jahr 2000 noch 52,9 Prozent, sank es 2016 bereits auf 47,9 Prozent. Bis zum Jahr 2020 soll es auf 46 Prozent absacken, so Prognosen der Deutschen Rentenversicherung.

Das sinkende Rentenniveau ist kein Zufall: Es ist politisch gewollt. Schließlich funktioniert die gesetzliche Rente per Umlageverfahren. Das heißt, laufende Ausgaben werden auch aus den laufenden Einnahmen finanziert, was aber ein Problem darstellt, weil immer mehr Rentnern immer weniger Beitragszahler gegenüberstehen. Schließlich altert die deutsche Gesellschaft und es werden weniger Kinder geboren.

Bereits heute sind mehr als 1,026 Millionen Menschen auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen, weil die Einnahmen nicht ausreichen. Für viele Menschen ist Altersarmut also Realität. Hier können die Bürger vorsorgen, indem sie zeitig selbst damit beginnen, zusätzliche Altersvorsorge zu betreiben. Die Optionen sind vielfältig – sei es mit einer Rentenversicherung, einem Banksparplan oder Fonds und Aktien. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

 

Wirtschaftsinstitut warnt vor Altersarmut

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin warnt aktuell vor dem Risiko steigender Altersarmut. Und besonders die Zahlen für Ostdeutschland sind drastisch. Während das Armutsrisiko bis zum Jahr 2036 im Westen von derzeit 15 auf dann 17 Prozent wachse, erhöht sich das Risiko im Osten, nur ein Alter in Armut verbringen zu können, von aktuell 21 auf dann 36 Prozent.

Laut der Prognose müssen mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller Altersrentner im Osten damit rechnen, dass sie armutsgefährdet sind. Das berichtet das MDR-Magazin „Exakt“. Unter die von Armut bedrohten Rentner fällt laut DIW, wer nur 60 Prozent oder weniger der Durchschnittsrente erwarten kann. Derzeit liegt diese Grenze bei 958 Euro – bei einer Durchschnittsrente von 1.600 Euro. Im Osten sind auch deshalb mehr Menschen bedroht, weil hier nach der Wende viele Menschen brüchige Erwerbsbiographien verkraften mussten: Zeiten der Arbeitslosigkeit oder einer Neuorientierung im Job.

Die Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, selbst privat für einen auskömmlichen Lebensabend zu sorgen. Denn selbst in den alten Bundesländern muss noch knapp jeder Fünfte in Altersarmut verbringen, wenn man der DIW-Prognose folgt. Schon jetzt ist die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, recht hoch – und steigt seit Jahren. Im Dezember 2016 erhielten knapp 1,026 Millionen Menschen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII).

Grund zur Panik besteht aber nicht. Denn es gilt die Floskel: Vorsorgen ist besser als darben! Wer möglichst zeitig mit der finanziellen Vorsorge anfängt, muss auch weniger sparen, um einen auskömmlichen Lebensabend zu haben. Hier wirkt der Zinseszins-Effekt: Wird Geld verzinst, ist auch eine höhere Summe vorhanden, die wiederum verzinst werden kann. Doch auch für Senioren gibt es noch Möglichkeiten, etwas für den Lebensherbst zu tun. Als Beispiel sei eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag genannt.

Grundsätzlich gilt: Man sollte nicht alles Geld in eine einzige Vorsorge investieren, sondern die Risiken streuen. Denn keine Geldanlage ist gänzlich ohne Risiko. Und auch bei der gesetzlichen Rente kann man selbst als Senior noch den Hebel ansetzen, um etwas mehr monatliche Rente zu erhalten. Wer zeitiger in Rente gehen will oder muss, kann nämlich seit einer Gesetzesreform schon in einem Alter unter 50 zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen, um drohende Verluste bei vorzeitigem Ruhestand auszugleichen. Um die vielfältigen Möglichkeiten der Altersvorsorge auszuloten, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch!

Run-off in der Lebensversicherung – Was ist das?

Was bedeutet Run-off in der Lebensversicherung? Darüber wurde in den letzten Tagen mehrfach berichtet, nachdem mehrere Versicherer mit einer solchen Lösung liebäugeln. Im Folgenden wird der Begriff erklärt.

In den letzten Wochen war in den Medien viel von einem sogenannten Run-off zu lesen, den angeblich mehrere Lebensversicherer planen. Aber was bedeutet dies? Vereinfacht kann man es so erklären: Die Versicherer zeichnen in den Tarifen, die davon betroffen sind, kein Neugeschäft mehr. Die Tarife werden nur noch weitergeführt, bis alle Verträge erfüllt sind: deshalb auch der Name Run-off, was so viel wie „auslaufen“ bedeutet. Run-off-Geschäft umfasst also das Stilllegen von Geschäftsfeldern: Oft können dadurch Verwaltungskosten gedrückt werden, weil weniger Personal und Beratung notwendig ist.

Wenn die eigene Lebensversicherung davon auch betroffen ist, müssen die Kunden keine Sorge haben. Denn die Versicherer sind natürlich verpflichtet, die Verträge weiterhin zu erfüllen: mit allen zugesicherten Leistungen. Genau das tun sie auch. Zudem wacht die Deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sehr genau drüber, dass den Verbrauchern keine Nachteile entstehen. Sie haben zum Beispiel auch weiterhin ein Recht darauf, dass ihnen ein Service im Rahmen der Verträge angeboten wird wie Telefonauskunft etc.

Manche Versicherer verkaufen ihre Bestände

Neu ist, dass einige Versicherer ihre Run-off-Bestände nicht selbst verwalten wollen, sondern an einen externen Dienstleister verkaufen. Auch in diesem Fall muss der Anbieter alle Pflichten gegenüber dem Kunden erfüllen, die mit dem Vertrag vereinbart wurden. So gibt es mittlerweile Versicherer auf dem europäischen Markt wie die „Heidelberger Leben“, die sich ganz auf die Abwicklung derartiger Bestände spezialisiert haben.

Derzeit befindet sich auf dem deutschen Leben-Markt bereits ein Volumen von 90 Milliarden Euro in der Abwicklung, berichtet die Ratingagentur Fitch anlässlich einer Studie. Und der Anteil könnte künftig noch steigen. Betroffen sind vor allem klassische Lebensversicherungen: also solche, die einen hohen Garantiezins vorsehen. „Dieser Trend ist getrieben von niedrigen Zinsen und höheren Kapitalanforderungen unter Solvency II, die die Rentabilität von traditionellen Produkten mit Zinsgarantien unter Druck setzen“, erklärt Fitch.

Langjährige Verträge dennoch besser halten!

Ist der eigene Lebensversicherungs-Vertrag betroffen und ins Run-off überführt, sollte man ihn dennoch nicht einfach abstoßen oder gar kündigen. Im Gegenteil: Gerade ältere Verträge bieten oft einen sehr attraktiven Garantiezins. Zudem sollte man sich vergewissern, dass auch der Risikoschutz wegfallen würde, wenn man den LV-Vertrag kündigt. Ein Versicherungsvermittler kann hier beratend zur Seite stehen.

Einen Vertrag mit einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung sollte man zudem gar nicht oder nur in Ausnahmefällen kündigen. Denn wer einen neuen Schutz für dieses Risiko will, muss dann auch eine neue Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen und bekommt unter Umständen so leicht keinen Schutz mehr.

Alternative Modelle erobern den Markt

Darüber hinaus bieten die Lebensversicherer im Niedrigzins-Umfeld an den Kapitalmärkten neue Modelle an, die Elemente der klassischen Lebensversicherung mit alternativen Bausteinen verbinden.

Die Verträge verzichten in der Regel auf einen Garantiezins, versprechen aber höhere Renditechancen. Der Grund: Bei diesen Policen sind die Anbieter nicht gezwungen, das Geld der Kunden überwiegend in Staatsanleihen zu stecken. Sie können es auch in Aktienfonds, Index- und Unternehmensbeteiligungen investieren, bei denen eben mehr Rendite möglich ist. Dennoch haben die Verträge auch einen Sicherheitsbaustein: Garantiert ist in der Regel die Höhe der eingezahlten Beiträge. Auch hier hilft ein Beratungsgespräch, Vorteile und Nachteile dieser Lebensversicherungen kennenzulernen.

 

 

Zeitwertkonten – weil Zeit Geld ist!

„Zeit ist Geld“, so lautet eine oft gebrauchte Floskel. Und ganz falsch ist sie ja nicht. Je mehr wir durchs Leben hetzen und auch auf Arbeit der Druck wächst, umso wichtiger ist die Zeit, die man für sich beanspruchen kann. Laut einer Umfrage des BAT-Institutes ist es eines der wichtigsten Ziele der Deutschen, mehr Zeit für sich und die Familie zu haben.

Nur auf ein Konto einzahlen – das kann man mit der Zeit nicht? Doch, kann man: zumindest, wenn der Arbeitgeber das zulässt. Stichwort Zeitwertkonten. Zwar haben Arbeitnehmer keinen rechtlichen Anspruch auf ein Zeitwertkonto. Aber immer mehr Firmen bieten ein solches an, weil sie wissen, dass sie damit Fachkräfte an das Unternehmen binden können.

Was sind Zeitwertkonten?

Was sind Zeitwertkonten? Sie erlauben es, die Arbeitszeit flexibel zu nutzen. Wer zum Beispiel viele Überstunden ansammelt oder auf Zusatzurlaub verzichtet, kann sich die Zeit gutschreiben lassen und für später aufheben. Auch monatliche Abschläge vom Arbeitslohn können vereinbart werden.

Die angesammelte Zeit kann dann beispielsweise für den vorgezogenen Ruhestand, die Pflege eines Angehörigen oder ein Sabbatical genutzt werden. Das Tolle daran ist: Auf Lohn muss der Beschäftigte in der Zeit nicht verzichten. In der Regel erhält er mindestens 70 Prozent des Bruttogehaltes aus den vorangegangenen zwölf Monaten.

Wertguthabenvereinbarung regelt die Details

Damit der Arbeitnehmer genau weiß, worauf er Anspruch hat, sollte mit der Firma eine Wertguthabenvereinbarung ausgearbeitet werden. Auf dieser Basis wird das Arbeitsentgelt auf einem separaten Konto angespart und verzinst. Dabei muss das Guthaben zwingend in Geld geführt und auch bei Insolvenz geschützt sein.

In der Vereinbarung sollten auch weitere wichtige Details geklärt werden. Neben der Höhe des monatlichen Bruttogehaltes gilt es, die Rückkehr ins Unternehmen zu regeln, wenn der Beschäftigte eine längere Auszeit nehmen will. Etwa, welche Beschäftigung ihm zuzumuten ist oder er auch auf andere Tätigkeiten verwiesen werden kann. Auch die Regeln für Urlaubstage in der Sabbatical-Zeit gilt es festzusurren – etwa, ob der Urlaubsanspruch für eine Verlängerung der Auszeit genutzt werden kann. Oder, ob derjenige weiterhin von freiwilligen Leistungen des Arbeitgebers profitiert.

Wer eine Auszeit nehmen will, sollte das Unternehmen rechtzeitig informieren. Schließlich muss Ersatz für den Beschäftigten gefunden werden – je wichtiger er für das Unternehmen ist, desto schwerer fällt dies. Für eine Freistellung muss auf jeden Fall genügend Guthaben auf dem Konto sein. Weil die Zeitwertkonten einiges an Organisation erfordern, sind sie bisher vor allem in Großunternehmen verbreitet. Aber auch kleine und mittelständische Firmen bieten solche Modelle vermehrt an. Hier am besten beim Chef nachfragen – und sich über die Möglichkeiten informieren!

 

Wissenslücken bei der Altersvorsorge

Ein Studie bestätigt erneut, was auch schon vorherige Untersuchungen gezeigt haben: Viele Bundesbürger haben Wissensdefizite, wenn es um Altersvorsorge und Finanzen geht. Das hat auch damit zu tun, dass diese Themen in den Schulen kaum behandelt werden.

Nur jeder dritte Bundesbürger sagt von sich, dass er relevantes Finanzwissen in der Schule erworben hat. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag eines großen Investmenthauses. Für die Umfrage wurden sowohl 1.014 Verbraucher ab 14 Jahren als auch 600 Finanzexperten aus der Finanzbranche, Journalismus, Verbraucherschutz und Lehrerschaft befragt.

Die größte Wissenslücke betrifft die Altersvorsorge

Die Umfrage zeigt zugleich, wo die Bürger selbst ihre größten Wissenslücken sehen. Hier steht die Altersvorsorge an erster Stelle: 89 Prozent der Befragten Verbraucher sagten, hier Defizite zu haben. Doch auch bei den Themen Zinsen und Schulden (79 Prozent), Zinsen und Sparen (76 Prozent) sowie Versicherungen (72 Prozent) sehen sich die Befragten nicht ausreichend im Bilde.

Bezüglich des Finanzwissens ist die Selbsteinschätzung der Verbraucher noch optimistischer als jene der Experten. So gegen sich die Verbraucher selbst die Schulnote 2,5, wenn sie ihre Finanzkompetenz bewerten sollen. Die Experten hingegen nur eine 3,8. Hieraus resultiert die Frage, was getan werden muss, damit die Bundesbürger besser informiert sind. Eine Antwort ist schnell gefunden: Das Thema Finanzen sollte in der Schule mehr Raum bekommen. Mehrere Bundesländer haben dies bereits umgesetzt oder entsprechende Modellversuche gestartet.

Doch das hilft jenen nicht, die bereits erwachsen sind. Auch hier gibt es freilich Reformideen. So kann das Finanzwissen etwa durch Weiterbildungs-Initiativen in Firmen und Betrieben verbessert werden. Und auch die Familien sind in der Pflicht. So sollten Eltern ihre Kinder ermutigen, sich bereits früh mit entsprechenden Fragen zu beschäftigen – zur Not durch Selbstschulung und Unterstützung, die man von außen einholt.

Sich informieren – und beraten lassen!

Ohne zusätzliche Altersvorsorge droht im schlimmsten Fall die Altersarmut, weil die Rente immer weniger Menschen ein auskömmliches Leben sichert. Wer bei sich selbst Beratungsbedarf sieht, sollte deshalb keine Scheu haben, sich an einen Fachmann zu wenden und ein Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Wer sich bereits vorab informiert, kann gezielt in der Beratung nachfragen, etwa nach Chancen und Risiken einer Geldanlage.

 

Deutsche Lebensversicherer mit Rekord-Auszahlungen

Die deutschen Lebensversicherer haben 2016 eine Rekordsumme an ihre Kunden ausgezahlt. Das geht aus Zahlen hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag veröffentlicht hat. Damit sind die Lebensversicherer eine wichtige Stütze für die deutsche Altersvorsorge.

Im Jahr 2016 haben die deutschen Lebensversicherer (einschließlich Pensionsfonds und -kassen) eine Rekordsumme an ihre Kunden ausgezahlt. Die Leistungen an Kunden bezifferten sich auf 88,9 Milliarden Euro, was ein stolzes Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Das geht aus der Broschüre „Die Deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2017“ hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft am Donnerstag veröffentlicht hat.

Damit bleiben die Lebensversicherer eine wichtige Stütze für die Altersvorsorge der Bundesbürger. Tag für Tag schütten sie 244 Millionen Euro an ihre Kunden aus. Die Bedeutung zeigt sich auch an der hohen Zahl der abgeschlossenen Versicherungen. Ende 2016 bestanden 89,3 Millionen Verträge bei Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds. Erstaunlich: Das sind mehr Verträge, als Deutschland Einwohner hat! Das Statistische Bundesamt (Destatis) beziffert die deutsche Bevölkerung derzeit auf 82,2 Millionen Personen.

Wirklich rekordverdächtig ist auch der Kapitalanlagenbestand: Erstmals haben die deutschen Lebensversicherer mehr als eine Billion Euro für ihre Kunden angelegt. Zu dem Kapitalstock steuerten die Lebensversicherer 923 Milliarden Euro bei, wo sich noch einmal 102 Milliarden Euro an Kapitalanlagen für fondsgebundene Policen hinzugesellen. Die Zahlen zeigen, dass die Lebensversicherung für viele Bürger nach wie vor eine attraktive Form der Altersvorsorge ist.

Im Neugeschäft setzen die Lebensversicherer mittlerweile weitestgehend auf Verträge ohne Garantiezins. Diese bedeuten ein höheres Anlage-Risiko für Kunden, aber auch bessere Renditechancen als „klassische“ LV-Verträge. Welche Vor- und Nachteile diese Policen haben, klärt ein Beratungsgespräch.

 

Altersvorsorge nicht vergessen!

Die Deutschen investieren ihr Geld lieber in den Urlaub als in eine Altersvorsorge! Was klingen mag wie ein Vorurteil, ist jetzt anhand einer repräsentativen  forsa-Umfrage zum Teil bestätigt. Werden die Anleger vor die Wahl gestellt, für den Urlaub oder die private Altersvorsorge zu sparen, entscheiden sich 57 Prozent der Verbraucher für den Urlaub und nur 36 Prozent für die Altersvorsorge, so ergab die Befragung.

Natürlich soll niemand auf den wohlverdienten Urlaub verzichten müssen. Auch Erholung ist wichtig und die Urlaubsreise für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres, verbunden mit tollen Erlebnissen und neuen Erfahrungen. Dennoch ist die forsa-Umfrage ein Beleg dafür, dass viele Bürger die Herausforderung eines auskömmlichen Lebensabends unterschätzen. Fast jeder vierte Haushalt hat 2016 laut Umfrage mehr als 5.000 Euro für die Urlaubsreise ausgegeben. Viele verzichten im Gegenzug darauf, etwas fürs Alter zurückzulegen.

Vielen Deutschen droht Rente auf Grundsicherungs-Niveau

Hier lässt eine weitere Studie aufhorchen, die von der Gewerkschaft ver.di beim Eduard Pestel Institut in Hannover in Auftrag gegeben wurde. Die Sozialwissenschaftler warnen, dass beinahe jedem zweiten Erwerbstätigen im Jahr 2030 eine Rente auf Grundsicherungsniveau droht. Nicht nur Geringverdiener seien davon betroffen, sondern auch der Mittelstand.

Die Ausgangssituation: Bis zum Jahr 2030 könnte das Rentenniveau – also das Verhältnis der Rente zu den Löhnen – auf 43 Prozent absinken. Und zum jetzigen Zeitpunkt erzielen ungefähr 50 Prozent der Erwerbstätigen ein Brutto-Einkommen von weniger als 2.500 Euro monatlich, rechnet das Pestel Institut vor. Selbst wenn diese Menschen 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, würden sie dann nur eine Rente von ca. 800 Euro im Monat erwarten, warnen die Studienmacher. Das ist kaum mehr als Hartz-IV.

Nicht auf zusätzliche Altersvorsorge verzichten!

Zwar sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, da viele Menschen, die jetzt eher wenig verdienen, im Laufe des Erwerbslebens ihre Einkommenssituation verbessern können. Dennoch: Die Studie zeigt, dass vielen Menschen Altersarmut droht, wenn sie sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Eine zusätzliche Privatvorsorge ist folglich unbedingt zu empfehlen!

Ein wichtiger Tipp, die Anlageexperten geben, ist hierbei, möglichst zeitig mit der Altersvorsorge anzufangen. Dann nämlich muss in der Summe weniger zurückgelegt werden für einen auskömmlichen Lebensabend. Ursache ist der Zinseszins-Effekt: Wird Kapital verzinst und die Zinsen am Jahresende zum bisher Angesparten addiert, ist wiederum mehr Geld da, das dann auch wieder verzinst werden kann. Die Möglichkeiten der Altersvorsorge sind so bunt wie vielfältig. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

 

Betriebsrentenstärkungsgesetz – Wichtige Neuerungen für die betriebliche Altersvorsorge

Am 1. Juni hat der Deutsche Bundestag das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) beschlossen. Zwar muss dieses Gesetz noch den Bundesrat passieren, aber dessen Zustimmung gilt als reine Formsache. Betriebsrenten könnten mit der Gesetzreform speziell für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver werden. In Kraft treten soll das neue Gesetz bereits zum 1. Januar 2018.

Die Bundesregierung arbeitet gerade an einer Rentenreform – und diese ist fast in trockenen Tüchern. Denn am Donnerstag letzter Woche passierte das Betriebsrentenstärkungsgesetz den Bundestag. Die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD stimmten dafür, Linke und Grüne stimmten dagegen. Was aber beinhaltet das neue Gesetz? Dies soll im Folgenden kurz erörtert werden, denn die neuen Regeln könnten in der betrieblichen Altersvorsorge einen Paradigmawechsel einleiten.

Sozialpartnermodell als neuer Durchführungsweg

Ein erklärtes Ziel des Gesetzes ist es, dass Betriebsrenten flächendeckend angeboten werden, und zwar auch von kleineren und mittleren Unternehmen. Hierfür wurde ein neuer Durchführungsweg geschaffen: das Sozialpartnermodell, auch „Nahles-Rente“ genannt. Es sieht vor, dass sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf gemeinsame Renten einigen können. Somit wird die Position der Beschäftigten zunächst gestärkt.

Im Gegenzug werden die Arbeitgeber enthaftet. Das bedeutet, sie müssen zukünftig nicht mehr wie üblich für die Höhe der Renten mitsamt Rendite einstehen, so wie dies aktuell noch der Fall ist. Mindest- und Garantiezusagen sind gegenüber den zukünftigen Rentnern verboten. Lediglich eine Zielrente wird anhand der eingezahlten Beiträge in Aussicht gestellt, die aber abhängig ist vom Auf und Ab an den Kapitalmärkten.

Der Hintergedanke: Gerade diese Garantien bedeuteten ein enormes Risiko für kleinere Unternehmen. Denn die Leistungszusagen beinhalten jahrzehntelange Pflichten, die für kleine Firmen schwer kalkulierbar waren: Über Jahrzehnte mussten die Firmen ja für die Höhe der Betriebsrenten gegenüber ihren Angestellten einstehen. Die Haftungsbefreiung ist nun ein Kompromiss. Einerseits trägt der Sparer stärker als in anderen Modellen das Kapitalmarktrisiko. Andererseits soll die Neuregelung dazu beitragen, dass vielen Beschäftigten überhaupt eine betriebliche Altersvorsorge angeboten wird.

Opting-out-Modell und stärkere Förderung von Geringverdienern

Darüber hinaus ist vorgesehen, dass die Tarifpartner ein Opting-out-Verfahren vereinbaren können. Dann partizipiert jeder Beschäftigte der beteiligten Betriebe automatisch an der Betriebsrente, solange er nicht explizit widerspricht. Da speziell im Osten viele Betriebe nicht tariflich organisiert sind, sollen sich kleine Firmen auch tariflichen Versorgungswerken anschließen dürfen.

Ein weiterer Trumpf für Vorsorgesparer: Arbeitgeber sollen zu einem Zuschuss zur Betriebsrente verpflichtet werden, wenn die Beschäftigten diese über eine Entgeltumwandlung ansparen. Der Zuschuss soll 15 Prozent des Sparbeitrags der Arbeitnehmer betragen, wenn der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialbeiträge spart. Für Neuverträge soll dies ab 2019 und für bestehende Verträge ab 2022 gelten.

Mehr Anreize für die private Altersvorsorge sind auch für Geringverdiener geplant. Positiv: Diese betreffen nicht nur Betriebsrenten, sondern auch die Riester-Rente. So ist unter anderem ein Freibetrag bis 200 Euro im Monat vorgesehen, der nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird. Die Idee dahinter: Wer zusätzlich privat vorsorgt, soll im Rentenalter auch bei Bedürftigkeit mehr Geld in der Tasche haben als ein Beschäftigter, der komplett auf Privatvorsorge verzichtet. Und auch die Grundzulage wird bei Riester angehoben: von 154 auf 175 Euro jährlich. Nun muss am 7. Juli noch der Bundesrat das neue Gesetz absegnen, damit es wirksam werden kann.

 

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