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Altersvorsorge

Jahresmeldungen zur Sozialversicherung überprüfen!

Bis zum April erhalten Arbeitnehmer die Jahresmeldungen der Sozialversicherungen aus dem Vorjahr. Hier wird unter anderem aufgeführt, welche Rentenbeiträge man in die Rentenkasse eingezahlt hat. Es ist wichtig, diese Dokumente auf Fehler zu überprüfen: sonst drohen Einbußen bei der Rente.

Die gesetzliche Rente ist für die meisten Bundesbürger noch immer die wichtigste Stütze der Altersvorsorge. Knapp 54 Millionen Menschen zahlen hier Beiträge ein, sogenannte Versicherte ohne Rentenbezug, um später abgesichert zu sein. Kein Wunder, sind doch grundsätzlich alle Arbeitnehmer, Azubis und Eltern während der Kindererziehung pflichtversichert.

Damit Versicherte die Rente später in voller Höhe erhalten, sollten sie jedoch auch regelmäßig kontrollieren, ob alle Daten korrekt gemeldet wurden. Und hierfür bieten sich die jährlich versendeten Jahresmeldungen zur Sozialversicherung an. Diese Jahresmeldungen müssen bis spätestens Ende April an die Arbeitnehmer versendet werden. Und definitiv ist es ein Fehler, die Dokumente einfach wegzulegen oder abzuheften, ohne vorher einen Blick darauf geworfen zu haben.

Denn fehlerhafte Angaben können sich später negativ auf die Rentenhöhe auswirken, wie aktuell die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) auf ihrer Webseite informiert. Deshalb sollten mindestens folgende Angaben gecheckt werden: Name, Versicherungsnummer, Beschäftigungsdauer und Bruttoverdienst. Wer Fehler entdeckt, sollte sich mit seinem Arbeitgeber in Verbindung setzen und diese Angaben berichtigen lassen.

Auch sollten die Jahresmeldungen gut aufgehoben werden: Sie dienen später als Nachweis für die gezahlten Rentenbeiträge. Darüber hinaus empfiehlt es sich, zusätzlich eine private und/oder betriebliche Altersvorsorge abzuschließen: Schon wer ein mittleres Bruttoeinkommen hat, muss später eine Rentenlücke und Altersarmut fürchten, so haben mehrere Studien gezeigt. Der Gesetzgeber hat in diesem Jahr Reformen in Kraft gesetzt, dass sich zusätzliche Altersvorsorge auch für Geringverdiener mehr rentiert. Unter anderem wurde ein neuer Freibetrag eingeführt, wenn Ruheständler später auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Hier schafft ein Beratungsgespräch Aufklärung!

Lebensversicherung – kühler Kopf ist angebracht!

Bei Frank Plasbergs Talkshow „Hart aber fair“ wurde darüber diskutiert, ob den Lebensversicherern ein Crash droht. Dabei wacht die deutsche Finanzaufsicht BaFin sehr streng darüber, dass die Lebensversicherer alle Garantien und Zusagen an ihre Kunden bedienen können. Das gilt auch langfristig: Stolze eine Billion Euro haben die Versicherer als zusätzliche Reserve angespart.

Am Montag debattierte Frank Plasberg zur besten Sendezeit über das Thema „Crash der Lebensversicherungen – Panikmache oder echte Gefahr?“ Anlass ist ein Buch des früheren Versicherungsmanagers Sven Enger. Er argumentiert, aufgrund des Nullzinses an den Kapitalmärkten und der Alterung der Gesellschaft könnten die Lebensversicherer Schiffbruch erleiden. Und diese Sendung lieferte nicht unbedingt mehr Klarheit im Sinne des Kunden. Mitunter wurden Fachbegriffe und vermeintliche Fakten wild durcheinander geworfen, so dass auch einige Medien im Rückblick bescheinigten, die Verbraucher seien nachher „verwirrter als zuvor“ gewesen. So zumindest urteilte die Rheinische Post.

Versicherungsaufsicht wacht strenger als je zuvor

Fakt ist: Das aktuelle Niedrigzins-Umfeld bedeutet auch für die Lebensversicherer eine Herausforderung. Gerade bei Altverträgen mit Garantiezins sind sie verpflichtet, große Teile der Beiträge in festverzinsliche Anleihen zu stecken. Doch diese werfen aktuell nur noch wenig ab. Das haben sich die Versicherer nicht ausgesucht: Sie müssen auf die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) reagieren.

Fakt ist aber ebenfalls: Noch nie wurde die Stabilität der Versicherer so streng beaufsichtigt wie derzeit. Hier hat die Finanzaufsicht auch aus den Erfahrungen der letzten Finanzkrisen gelernt und die Anforderungen an die Gesellschaften verschärft. So ist im Januar 2016 das neue europäische Aufsichtssystem Solvency II in Kraft getreten, das erweiterte Pflichten für die Versicherer vorsieht. Über die Einhaltung wacht unter anderem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Strenge Prüf- und Dokumentationspflichten

Unter anderem müssen die Versicherer einen jährlichen Prüfbericht vorlegen, in dem sie nachweisen, dass sie genug Eigenkapital haben, um auch langfristig alle Garantien und Zusagen an ihre Kunden zu erfüllen. Das beinhaltet auch, dass sie verschiedene Krisen-Szenarien in Modellrechnungen durchrechnen müssen. Auch extreme Szenarien: etwa, wenn Naturkatastrophen auf plötzlich fallende Aktienkurse und eine Inflation treffen. Die entsprechenden Prüfberichte müssen die Versicherer auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und wenn die BaFin Zweifel an der Stabilität eines Versicherers hat, kann sie Maßnahmen verlangen, um dies zu korrigieren.

Darüber hinaus müssen die Versicherer weitere Regeln beachten und deren Einhaltung an die BaFin melden. Unter anderem, dass sie Prinzipien des „Good Governance“ befolgen: also zum Beispiel die Vorstände geeignet sind, ein solches Unternehmen auch zu führen. Und die Versicherer müssen nachweisen, dass sie ein gutes Risikomanagement betreiben, also keine unnötigen Risiken eingehen.

„Aktuell sehe ich keinen Grund zur Sorge“, hat folglich auch BaFin-Chefaufseher Frank Grund im Januar dem Deutschlandfunk gesagt. Derzeit könnten alle Lebensversicherer ihre Zusagen erfüllen. Und die Finanzaufsicht sei auch bereit, die regulatorischen Maßnahmen zu verschärfen, wenn sie den Eindruck hat, das sei erforderlich. Hier gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Versicherer ein stolzes Polster für schlechtere Zeiten angespart haben: das sogenannte Solvenzkapital. Dieses summiert sich mittlerweile auf fast eine Billion Euro!

Kein Anlass zur Panik!

In Plasbergs Talkshow wurde immerhin noch einmal rausgestellt, dass kein Lebensversicherungs-Vertrag voreilig gekündigt werden sollte. Gerade Altverträge versprechen oft einen Zins, der mit ähnlichen Sicherheiten heute nicht mehr zu erzielen ist. Nicht umsonst haben die Deutschen 90 Millionen Verträge abgeschlossen: Das sind mehr, als es Einwohner gibt. Und eines darf man bei der aktuellen Debatte auch nicht vergessen: Lebensversicherungen sind mehr als ein Anlageprodukt. Sie bieten zusätzlich einen Risikoschutz, der wegfallen würde, wenn man sich vom Vertrag trennt. Auch dieser Risikoschutz will finanziert sein!

Kein Finanzprodukt ist ganz ohne Risiko. Aber dass die Lebensversicherung noch immer ein relativ sicheres Produkt ist, zeigt ein anderer Fakt: Kunden, die bei einem deutschen Lebensversicherer ihren Vertrag durchgehalten haben, haben bisher auch immer die garantierte Summe erhalten. Das gilt durch alle Krisen hinweg, wie auch Kritiker der Branche zugeben müssen.

Riester-Vertrag wiederbeleben!

Riester-Verträge lassen sich problemlos beitragsfrei stellen, wenn man Probleme hat die Prämien zu bedienen, hat das einige Vorteile. Dabei sollte man aber darauf achten, wie sich der Vertrag mit dem Garantiezins bzw. Höchstrechnungszins verhält.

Wer seine Riester-Beiträge nicht bedienen kann oder mit seinem Vertrag hadert, der muss seine staatlich geförderte Altersvorsorge nicht gleich kündigen. Stattdessen empfiehlt es sich, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Dann nämlich kann man mit den Beitragszahlungen pausieren, aber Steuervorteile und Zulagen bleiben erhalten. Das geht recht unkompliziert über einen Antrag beim Versicherer.

Dabei sollte man aber auch beachten, wie sich der Riester-Vertrag mit Blick auf den Höchstrechnungszins verhält. Denn gerade Verträge, die in Zeiten vor der Niedrigzins-Ära abgeschlossen wurden, versprechen oft einen höheren Zins als aktuelle Neuverträge. Wer seine Riester-Rente beispielsweise im Jahr 2006 abgeschlossen hat, erhält in der Regel bei „klassischen“ Verträgen einen Garantiezins von 2,75 Prozent. Bei aktuellen Neuverträgen sind es „nur“ 0,9 Prozent.

Bedingungen für Wiederinkraftsetzung des Vertrages sind verschieden

Deshalb sollten Versicherungsnehmer prüfen, ob sie ihren Vertrag wieder in Kraft setzen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist aktuell darauf hin, dass es abhängig vom Vertrag ist, mit welchem Höchstrechnungszins die Verträge weiterhin verzinst werden, wenn man sie wieder „reanimiert“.

Mitunter kommt es darauf an, wie lange ein Vertrag beitragsfrei gestellt war. Bei einer kürzeren Unterbrechung von bis zu zwei Jahren beispielsweise kann es beim ursprünglichen Rechnungszins bleiben, während nach Ablauf dieser Frist der dann aktuelle Rechnungszins gilt. Hier drohen Vorsorgesparer, Geld zu verschenken!

Weil es um die Altersvorsorge geht, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch, wenn man seinen Riester-Vertrag wieder in Kraft setzt. Auch mit Blick auf die staatliche Förderung: Nach Informationen der zuständigen Zulagenstelle schöpft nur ein Bruchteil der Riester-Sparer die volle Zulage aus, nämlich 6,7 Millionen von 16,5 Millionen Sparern. Grund sind unter anderem die hohen bürokratischen Hürden beim Antrag auf die Zulagen. Hier sollte man sich nicht scheuen, den Rat eines Fachmannes einzuholen.

 

Neuerungen bei den Betriebsrenten 2018

Augen auf bei den Betriebsrenten! Diese werden ab dem Neujahr besser gefördert. Und gerade kleine und mittlere Unternehmen sollen ab Januar 2018 noch mehr profitieren.

Die Betriebsrente ist in Deutschland eine wichtige Stütze für die Altersvorsorge. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Altersvorsorge soll sie den Bundesbürgern einen auskömmlichen Lebensabend ermöglichen. Doch gerade bei den kleineren Unternehmen mit bis zu 150 Mitarbeitern gibt es hier noch Defizite. Hier profitiert nur etwa jeder vierte Arbeitnehmer von einer entsprechenden Vorsorge.

Dass sich dabei die Betriebsrente als Argument entpuppen kann, um Fachkräfte an das Unternehmen zu binden, zeigt eine Studie von PriceWaterhouseCoopers: zumindest dann, wenn der Arbeitgeber etwas zuschießt. Demnach wäre eine solche Extra-Leistung für 41 Prozent der Befragten ein wichtiger Grund, das Unternehmen nicht zu wechseln. Und auch die Bundesregierung hat die Potentiale erkannt und will ab dem kommenden Jahr die betriebliche Altersvorsorge besser fördern.

Ein wichtiger Baustein:  Ab dem kommenden Jahr werden jene Arbeitnehmer unterstützt, die eher eine kleine Lohntüte haben und bis zu 26.400 Euro im Jahr verdienen. Zahlt der Arbeitgeber hier mindestens 240 Euro pro Jahr in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder Direktversicherung, erstattet der Staat eine Förderung von 30 Prozent der Summe und maximal 144 Euro. Diese vom Chef gezahlten Extrabeiträge sind zudem steuerfrei, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) informiert.

Baustein Numero Zwei: Es wird ein neuer Grundfreibetrag eingeführt, wonach die Betriebsrente nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird. Geringverdiener müssen also weniger Sorge haben, dass ihm die Sozialämter die betriebliche Altersvorsorge wieder wegnehmen.  Dieser Grundfreibetrag beziffert sich auf 100 Euro monatlich plus zusätzliche dreißig Prozent, die diese 100 Euro Monatsrente übersteigen. Bei einer monatlichen Betriebsrente von 150 Euro werden beispielsweise 115 Euro nicht angerechnet (100 Euro + 30 Prozent von 50 Euro).

Darüber hinaus entsteht zum Jahreswechsel mit dem sogenannten Tarifpartnermodell ein ganz neuer Durchführungsweg der Betriebsrente. Einigen sich die Tarifpartner gemeinsam auf eine Rente, also in der Regel Arbeitgeber und Gewerkschaften, werden die Firmen enthaftet und müssen nicht mehr für die Höhe der Renten garantieren. Aber auch Firmen, die nicht tariflich organisiert sind, können sich einem Modell anschließen. Was das alles konkret bedeutet, kann ein Beratungsgespräch klären!

Altersvorsorge – Das Jahr 2018 bringt Verbesserungen bei Riester

Für 2018 hat der Gesetzgeber einige Änderungen bei der Riester-Rente beschlossen. Wer staatlich geförderte Altersvorsorge betreibt, profitiert unter anderem von einer höheren Förderung und Geringverdiener von einem neu eingeführten Schonbetrag, wenn sie auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Die Riester-Rente ist eines der beliebtesten Altersvorsorgeprodukte in Deutschland.  Circa 16,535 Millionen Verträge hatten die Bundesbürger zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen, so geht aus Zahlen der Bundesregierung hervor. Damit das so bleibt und noch mehr Menschen einen Vertrag abschließen, hat der Staat Verbesserungen bei Riester beschlossen, die zum Jahresanfang 2018 in Kraft treten werden.

Grundzulage wird angehoben

Ein wichtiger Baustein: Erstmals seitdem Riester eingeführt wurde, wird die staatliche Förderung zum 1. Januar 2018 angehoben. Betrug die Grundzulage bisher 154 Euro im Jahr, so wird sie nun auf 175 Euro erhöht.

Das klingt zunächst nach wenig. Doch speziell für Familien kann sich das sehr lohnen: So erhalten Eltern weiterhin 300 Euro Förderung im Jahr für Kinder, die nach dem 1. Januar 2008 das Licht der Welt erblickt haben. Wurde ein Kind vor diesem Stichtag geboren, sind immer noch 185 Euro drin. Damit Riester-Sparer die volle Zulage erhalten, müssen sie mindestens vier Prozent des Brutto-Jahreseinkommens in den Vertrag einzahlen.

Bezüglich der Förderung sollte auch bedacht werden, dass die Riester-Rente eine Anlage mit Blick in die Zukunft ist. Wie das Bundesfinanzministerium in einem Pressetext vorrechnet, summieren sich allein die staatlichen Zulagen für eine Person mit zwei Kindern auf bis zu 15.500 Euro.

Neues Schonpolster für Geringverdiener

Weitere Erleichterungen hat der Staat für Menschen geschaffen, die keine ganz so volle Lohntüte haben. Das gilt speziell für Rentner, die auf Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XII) angewiesen sind. Ab 2018 profitieren sie von einem monatlichen Schonbetrag in Höhe von 100 Euro, der nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. Über diese Summe hinaus bleiben weitere 30 Prozent anrechnungsfrei. Auf diese Weise können bis zu 202 Euro Riester-Rente im Monat zusätzlich behalten werden! Das gilt übrigens auch für Betriebsrenten aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Weitere Details zur staatlich geförderten Altersvorsorge kann ein Beratungsgespräch klären!

Warum Altersvorsorge für Frauen ein wichtiges Thema ist

Erneut macht eine Studie darauf aufmerksam, dass Frauen im Alter deutlich weniger Einkünfte haben als Männer. Im schlimmsten Fall droht so Altersarmut. Experten sprechen von einer sogenannten Gender Pension Gap, die sich aktuell auf stolze 53 Prozent beziffert: das bedeutet, weibliche Ruheständler haben nur halb so hohe Alterseinkünfte wie Männer.

Frauen haben im Alter oft deutlich niedrigere finanzielle Mittel als männliche Rentner. Das zeigt eine aktuelle Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Die drei beteiligten Forscherinnen und Forscher haben nicht nur Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) unter die Lupe genommen. Sondern auch der größten wiederkehrenden Haushaltsbefragung in Deutschland, dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP).

Mit diesem breiten Datenmaterial konnten die Wissenschaftler nicht nur Aussagen zur gesetzlichen Rente treffen, sondern auch zu den anderen beiden Säulen der Altersvorsorge: Betriebsrenten und private Altersvorsorge, speziell Riester-Renten und Lebensversicherungen. Die Ergebnisse sind für Frauen wenig erfreulich. Sie erhalten im Schnitt ein um 53 Prozent niedrigeres Netto-Alterseinkommen als die Herren der Schöpfung, wenn man alle drei Säulen zusammenrechnet.

Das liegt zum einen natürlich an der besonderen Erwerbssituation von Frauen. Zum einen unterbrechen sie ihre Erwerbsbiographie häufiger, weil sie es noch immer mehrheitlich sind, die schwerpunktmäßig Kinder erziehen und Angehörige pflegen. Deshalb sind sie auch häufiger in Teilzeitarbeit und anderer prekärer Beschäftigung tätig. Hier muss noch einiges getan werden, um tatsächlich Gleichberechtigung zu sichern.

Aber Frauen nutzen auch die bestehenden Optionen auf Altersvorsorge seltener. Beispiel betriebliche Alterssicherung: Laut Studie haben nur sieben Prozent der Frauen Anrecht auf eine Betriebsrente erworben, während es bei Männern immerhin 26 Prozent sind. Und während Frauen im Schnitt 240 Euro Betriebsrente erhalten, sind es bei den männlichen Beschäftigten im Schnitt 593 Euro. Das macht in diesem Bereich einen Unterschied von 60 Prozent!

Deshalb empfiehlt es sich, dass Frauen, die es sich leisten können, das Thema betriebliche und private Altersvorsorge auf ihre Tagesordnung setzen. Schließlich geht es um finanzielle Unabhängigkeit auch im Alter – und darum, sich auch im Ruhestand weiterhin etwas leisten zu können. Hier kann ein Beratungsgespräch helfen, die passende Vorsorge zu finden.

 

Deutsche gehen im Schnitt mit 64,1 Jahren in Altersrente

Wissen Sie, wann die Bundesbürger durchschnittlich in die Altersrente gehen? Dies verrät der aktuelle Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung, den das Bundesarbeitsministerium gestern in Berlin vorgestellt hat.

Das durchschnittliche Rentenzugangsalter in Renten wegen Alters betrug demnach 2016 genau 64,1 Jahre. Zugleich lässt sich beobachten, dass die Bundesbürger immer länger arbeiten. Im Jahr 2001 lag das Rentenzugangsalter nämlich noch niedriger: damals verabschiedeten sich die Bürger im Schnitt mit 62,4 Jahren in den Ruhestand.

Das durchschnittliche Rentenalter steigt also. Und das trotz aller Diskussionen um die „Rente mit 63“, die es seit dem 1. Juli 2014 erlaubt, unter bestimmten Voraussetzungen abschlagsfrei zeitiger in Rente zu gehen. Experten erwarten, dass sie auch zukünftig weiter in die Höhe klettert – und die Bürger immer länger arbeiten.

Das liegt aber nicht nur an der steigenden Regelaltersgrenze, die seit 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben wird. Am Ende des Berichtszeitraums 2016 galt bereits eine Altersgrenze von 65 Jahren und 5 Monaten, bei der ein Neurentner ohne Abschläge bei der gesetzlichen Rente in den Ruhestand wechseln kann, wenn er genügend Beitragsjahre zur Rentenkasse angesammelt hat. Zugleich wollen auch mehr Arbeitnehmer länger arbeiten, weil sie sich länger fit fühlen und in ihrem Job Erfüllung finden. Das haben bereits mehrere Umfragen gezeigt.

Dennoch sollte auch die drohende Altersarmut im Blick behalten werden.  Denn es gibt noch andere Zahlen, die aufhorchen lassen. Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hat sich die Zahl der Senioren, die das 65. Lebensjahr bereits überschritten haben und dennoch erwerbstätig sind, innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt!  Betroffen waren davon im Vorjahr bereits 942.000 Personen. Und für mehr als jeden Dritten von ihnen war die Erwerbsarbeit wichtigste Einnahmequelle.

Hier steht auf der sicheren Seite, wer zusätzlich für das Alter vorsorgt. Auch deshalb, weil man mit Abschlägen von der Rente rechnen muss, wenn man vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand wechselt. Ein Beratungsgespräch schafft hier Aufklärung!

Lebensversicherung – Was bedeutet „Run-off“?

Der Begriff „Run-off“ ist derzeit gelegentlich in den Medien zu lesen. Denn einige deutsche Lebensversicherer denken darüber nach, bei klassischen Lebensversicherungs-Tarifen das Neugeschäft einzustellen oder die Verträge gar an externe Investoren zu verkaufen. Wer als Vorsorgesparer davon betroffen ist, sollte seinen Vertrag besser nicht einfach kündigen. Denn oft handelt es sich um hochverzinste Altverträge, die einen überdurchschnittlichen Garantiezins bieten.

Run-off bedeutet im Versicherungssprech, dass ein Bestand an Verträgen in die Abwicklung gegeben wird. Das bedeutet, der Versicherer stellt das Neugeschäft mit diesen Tarifen ein und wickelt den Vertragsbestand ganz oder in Teilen ab. Zugleich ist die Gesellschaft aber verpflichtet, alle Zusagen und Garantien an ihre Kunden weiter zu bedienen. Das heißt, dem Kunden dürfen dadurch keine Nachteile entstehen – darüber wacht unter anderem die Versicherungsaufsichtsbehörde BaFin. Auch die Politik hat strenge Regeln für eine Abwicklung angekündigt.

Niedrigzins-Politik belastet klassisches LV-Geschäft

Warum aber machen dies die Versicherer? Im Grunde müssen sie die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) ausbaden. Zum einen fällt es den Versicherern nämlich zunehmend schwer, im Niedrigzins-Umfeld an den Kapitalmärkten die hohen Garantien zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden zugesagt haben. Hier wurden die Garantiezusagen bei klassischen Verträgen in den letzten Jahren nach unten korrigiert. Wenn sie die Altverträge nun abwickeln, können sie unter anderem Verwaltungskosten einsparen.

Das wachsende Run-off-Geschäft hat auch damit zu tun, dass die Lebensversicherer bei „klassischen“ Policen vom Gesetzgeber gezwungen werden, große Teile der Kundenbeiträge in Staatsanleihen und andere festverzinsliche Papiere zu stecken. Diese werfen immer weniger Rendite ab, weshalb die Lebensversicherer dazu übergegangen sind, vermehrt Fondsprodukte anzubieten. Hier können sie das Geld freier und breiter investieren, die Renditechancen sind höher.

Zudem müssen die Lebensversicherer die klassischen Verträge mit zusätzlichen Rücklagen unterfüttern, der sogenannten Zinszusatzreserve. Das ist eigentlich eine gute Nachricht. Denn diese Rücklage sorgt in Verbindung mit anderen strengen Eigenkapital-Anforderungen dafür, dass die Lebensversicherer auch langfristig ihre Zusagen an die Kunden einhalten können. Auch müssen die Versicherer in sogenannten Solvency II-Berichten nachweisen, dass sie für die Zukunft gut aufgestellt sind: unter anderem, indem sie anhand der eigenen Kennzahlen verschiedene Krisenszenarien durchrechnen, etwa eine neue Finanzkrise.

Nicht einfach kündigen!

Diesbezüglich sind fast alle deutschen Lebensversicherer sehr solide positioniert. Und das ist ein wichtiger Grund, weshalb Verbraucher einen Lebensversicherungs-Altvertrag nicht einfach abstoßen sollten, wenn sie von einem Run-off betroffen sind. In der Regel handelt es sich um hochverzinste Policen, die den Sparern einen überdurchschnittlichen Garantiezins bieten. Zum anderen bedeutet eine Lebensversicherung ja auch einen Risikoschutz – und dieser würde bei einer Kündigung wegfallen.

In vielen Fällen lohnt es sich deshalb, den Vertrag weiter zu behalten, denn die Verträge sind attraktiv. Wie gesagt: Der Versicherer ist vertraglich verpflichtet, alle Zusagen an seine Kunden einzuhalten: und das gilt auch für den neuen Anbieter, wenn tatsächlich Bestände verkauft werden sollten. Hier hilft im Zweifel ein Beratungsgespräch, offene Fragen zu klären. Viele Versicherer haben auch bereits ihren Kunden garantiert, dass sie Altbestände nicht verkaufen werden: ein gutes Signal für die Verbraucher.

 

Steigende Renten – und trotzdem Altersarmut?

Deutsche Rentner können sich voraussichtlich auf eine weitere Erhöhung ihrer Altersbezüge freuen: Die Renten könnten im kommenden Jahr um 3,09 Prozent im Westen und im Osten der Republik um 3,23 Prozent steigen. Doch bei all den Jubelmeldungen sollte man nicht vernachlässigen, dass zukünftigen Generationen Altersarmut drohen könnte, wenn sie sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen.

Gute Nachricht für alle Rentner: Sehr wahrscheinlich werden auch 2018 die Renten erneut angehoben, und zwar deutlich. So könnte das Altersgeld 2018 im Westen um 3,09 Prozent und im Osten um 3,33 Prozent ansteigen. Das geht aus dem aktuellen Entwurf des Rentenversicherungs-Berichtes hervor, über den das RedaktionsNetzwerk Deutschland am Dienstag berichtete. Wie hoch die Renten tatsächlich ausfallen werden, wird allerdings erst im kommenden Frühjahr entschieden.

Die Nachrichten zur gesetzlichen Rente sind also derzeit positiv. Auch in diesem Jahr konnten sich die Ruheständler bereits über mehr Geld freuen: Zum 1. Juli stiegen die Renten in Westdeutschland um 1,9 Prozent, im Osten gar um 3,59 Prozent. Grund ist der solide Arbeitsmarkt und die Lohnentwicklung, an denen sich auch die Rente orientiert. Und doch verdecken die Schlagzeilen, dass vielen Menschen Altersarmut droht, wenn sie nicht zusätzlich vorsorgen: mit einer Betriebsrente und/oder privat. Denn es droht eine Rentenlücke!

Drohende Rentenlücke

Das drohende Armutsrisiko verdeutlichen andere Zahlen. So erhalten Neurentner mittlerweile im Schnitt deutlich weniger Rente ausgezahlt als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Wer im Jahr 2000 mit 35 Beitragsjahren in Rente ging, erhielt durchschnittlich noch 1.021 Euro Monatsrente: im Jahr 2014 waren es nur noch 916 Euro für Neurentner. Grund sind unter anderem brüchige Erwerbsbiographien: Immer mehr Menschen sind nicht ein Leben lang bei einem Arbeitgeber, sondern müssen auch Zeiten in Kauf nehmen, in denen sie arbeitslos sind, in Teilzeit arbeiten und weniger verdienen.

Auch das Rentenniveau wird zukünftig weiter absinken. Also die Relation zwischen der Höhe der Netto-Standardrente (45 Jahre Beitragszahlung auf Basis eines Durchschnittsverdienstes) und dem Entgelt eines Durchschnittsverdieners. Zwar bedeutet das nicht, dass die Brutto-Rente sinkt: das darf sie gesetzlich sogar nicht. Aber die Rente wird deutlich langsamer wachsen als die Löhne oder gar stagnieren. Betrug das Rentenniveau im Jahr 2000 noch 52,9 Prozent, sank es 2016 bereits auf 47,9 Prozent. Bis zum Jahr 2020 soll es auf 46 Prozent absacken, so Prognosen der Deutschen Rentenversicherung.

Das sinkende Rentenniveau ist kein Zufall: Es ist politisch gewollt. Schließlich funktioniert die gesetzliche Rente per Umlageverfahren. Das heißt, laufende Ausgaben werden auch aus den laufenden Einnahmen finanziert, was aber ein Problem darstellt, weil immer mehr Rentnern immer weniger Beitragszahler gegenüberstehen. Schließlich altert die deutsche Gesellschaft und es werden weniger Kinder geboren.

Bereits heute sind mehr als 1,026 Millionen Menschen auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen, weil die Einnahmen nicht ausreichen. Für viele Menschen ist Altersarmut also Realität. Hier können die Bürger vorsorgen, indem sie zeitig selbst damit beginnen, zusätzliche Altersvorsorge zu betreiben. Die Optionen sind vielfältig – sei es mit einer Rentenversicherung, einem Banksparplan oder Fonds und Aktien. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

 

Wirtschaftsinstitut warnt vor Altersarmut

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin warnt aktuell vor dem Risiko steigender Altersarmut. Und besonders die Zahlen für Ostdeutschland sind drastisch. Während das Armutsrisiko bis zum Jahr 2036 im Westen von derzeit 15 auf dann 17 Prozent wachse, erhöht sich das Risiko im Osten, nur ein Alter in Armut verbringen zu können, von aktuell 21 auf dann 36 Prozent.

Laut der Prognose müssen mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller Altersrentner im Osten damit rechnen, dass sie armutsgefährdet sind. Das berichtet das MDR-Magazin „Exakt“. Unter die von Armut bedrohten Rentner fällt laut DIW, wer nur 60 Prozent oder weniger der Durchschnittsrente erwarten kann. Derzeit liegt diese Grenze bei 958 Euro – bei einer Durchschnittsrente von 1.600 Euro. Im Osten sind auch deshalb mehr Menschen bedroht, weil hier nach der Wende viele Menschen brüchige Erwerbsbiographien verkraften mussten: Zeiten der Arbeitslosigkeit oder einer Neuorientierung im Job.

Die Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, selbst privat für einen auskömmlichen Lebensabend zu sorgen. Denn selbst in den alten Bundesländern muss noch knapp jeder Fünfte in Altersarmut verbringen, wenn man der DIW-Prognose folgt. Schon jetzt ist die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, recht hoch – und steigt seit Jahren. Im Dezember 2016 erhielten knapp 1,026 Millionen Menschen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII).

Grund zur Panik besteht aber nicht. Denn es gilt die Floskel: Vorsorgen ist besser als darben! Wer möglichst zeitig mit der finanziellen Vorsorge anfängt, muss auch weniger sparen, um einen auskömmlichen Lebensabend zu haben. Hier wirkt der Zinseszins-Effekt: Wird Geld verzinst, ist auch eine höhere Summe vorhanden, die wiederum verzinst werden kann. Doch auch für Senioren gibt es noch Möglichkeiten, etwas für den Lebensherbst zu tun. Als Beispiel sei eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag genannt.

Grundsätzlich gilt: Man sollte nicht alles Geld in eine einzige Vorsorge investieren, sondern die Risiken streuen. Denn keine Geldanlage ist gänzlich ohne Risiko. Und auch bei der gesetzlichen Rente kann man selbst als Senior noch den Hebel ansetzen, um etwas mehr monatliche Rente zu erhalten. Wer zeitiger in Rente gehen will oder muss, kann nämlich seit einer Gesetzesreform schon in einem Alter unter 50 zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen, um drohende Verluste bei vorzeitigem Ruhestand auszugleichen. Um die vielfältigen Möglichkeiten der Altersvorsorge auszuloten, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch!

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