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Allgemein

Tanzpartner haftet nicht für Sturz

Wer beim Tanz stürzt und sich dabei verletzt, kann nicht seinen Partner dafür haftbar machen. Das geht aus einem Urteil hervor, über das aktuell die Deutsche Anwaltshotline berichtet. Entsprechend kann auch nicht die Haftpflichtversicherung des Tänzers haftbar gemacht werden. Hier empfiehlt es sich zusätzlich eine Unfallversicherung abzuschließen: Sie zahlt unabhängig von der Ursache des Unfalls.

Im konkreten Rechtsstreit hatte eine Frau Pech, die tänzerisch eher unbegabt war. Sie wurde zu ihrer Geburtstagsfeier von einem erfahrenen Turnier-Tänzer zum Tanz aufgefordert. Zunächst lehnte die Frau ab. Als sie sich schließlich doch überreden ließ, stürzte sie bei einer gewagten Drehung und verletzte sich dabei schwer.

Das Oberlandesgericht Frankfurt aber sprach der Frau Schadensersatz ab, als sie den Tänzer schließlich auf Schmerzensgeld verklagte. Dabei betonten die Richter, dass sich die Frau freiwillig auf den Tanz eingelassen habe und um das Risiko einer Verletzung beim Tanzen wusste. Es reicht folglich nicht aus, dass sie sich nur widerwillig zum Tanz überreden ließ, damit der Tänzer nun haften müsse. Die Frau hätte sich nicht aufs Parkett bitten lassen dürfen (Az. 13 U 222/16).

Hier hätte eine Unfallversicherung geholfen, den finanziellen Schaden des Sturzes abzuwenden. Aber Obacht: Laut Vertragswerk sollten auch die sogenannten Eigenbewegungen mitversichert sein. Nur dann zahlt der Versicherer auch, wenn eine plötzliche und unbedachte Bewegung zu der Verletzung führt, ohne dass ein Fremdeinwirken von außen vorliegt.

 

E-Longboards und Hoverboards: Keine Geschenke für Kinder und Jugendliche!

Die Weihnachtszeit naht – und damit auch die Zeit, den eigenen Kindern große Wünsche zu erzielen. Gerade bei Jugendlichen stehen dabei auch sogenannte E-Longboards oder Hoverboards auf dem Wunschzettel. Die elektrisch betriebenen Flitzer bringen die Augen der Teens zum Leuchten – und genau das ist ein Problem. Denn als Geschenke für Kinder und Jugendliche sind sie gänzlich ungeeignet.

Aktuell macht die Deutsche Presse-Agentur (dpa) auf einen Facebook-Post der Berliner Polizei aufmerksam, der witzigerweise mit „Der Weihnachtsmann informiert!“ überschrieben ist. Doch hinter der lustigen Überschrift steckt ein ernstes Anliegen. Denn Eltern sollten ihren Kindern eben nicht solche E-Longboards oder Hoverboards schenken.

Die Geräte müssen versichert und zugelassen werden

Das Problem besteht dabei in der technischen Ausstattung dieser kleinen Flitzer. Diese verfügen nämlich in der Regel über einen leistungsstarken Motor, der sie auf bis zu 30 Kilometer in der Stunde beschleunigt. Und das bedeutet: E-Longboards sind kein Spielzeug, sondern schlicht ein Kraftfahrzeug.

Da die Flitzer eine Geschwindigkeit von mehr als sechs Stundenkilometern erreichen, müssen sie für den Straßenverkehr zugelassen und auch entsprechend versichert werden. Und mitunter dürfen sie nicht einmal im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden, da sie die Anforderungen an Lenkung, Beleuchtung und Bremsen nicht erfüllen. Sie haben folglich auch auf Gehwegen nichts zu suchen, wo sie oft gefahren werden, sondern nur im nichtöffentlichen Verkehr: also zum Beispiel auf dem eigenen Grundstück.

Auch die Eltern können belangt werden

Hier droht auch den Eltern Ärger. Wenn sie ihre Kinder mit den Geräten auf Straßen fahren lassen, droht ihnen ein Bußgeld und mindestens zwei Punkte in Flensburg, berichtet dpa. Wenn die Kinder keinen Führerschein haben, machen sie sich doppelt strafbar: Sollten sie einen Unfall bauen, „zahlt das dann keine Versicherung“, wird Polizeihauptkommissar Oliver Woitzik zitiert.

Hier sollten sich Eltern also genau informieren, welchen fahrbaren Untersatz sie ihren Kindern kaufen und ob er in der Öffentlichkeit benutzt werden darf: und notfalls auf dieses Geschenk verzichten. Sonst drohen Ärger mit der Polizei und hohe Kosten.

Weihnachtsmärkte – Wenn der Nikolaus in die Westentasche greift

Die Weihnachtsmarkt-Saison hat begonnen! Diese Woche eröffnet nicht nur der Dresdner Striezelmarkt, mit stolzen 583 Jahren auf dem Buckel der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands. Auch der Nürnberger Christkindlesmarkt und viele andere werden wieder Millionen Besucher mit lecker Gebäck, Handwerkskunst und Glühwein anlocken. Doch leider finden sich nicht nur Menschen in vorweihnachtlicher Stimmung zwischen den Holzbuden ein. Auch Diebe und Trickbetrüger haben Hochkonjunktur, wie aktuell die Polizei warnt.

Vielerorts hat die Polizei angekündigt, dass sie mit uniformierten und zivilen Streifen patrouillieren und für mehr Sicherheit sorgen will. Ein Grund zur Entwarnung ist das leider dennoch nicht. Denn im dichten Gedränge haben es die Übeltäter mitunter leicht. Deshalb sollten Weihnachtsmarkt-Besucher einige Tipps beachten, bevor sich sich ins weihnachtliche Getümmel stürzen.

Der Schutz vor Diebstahl beginnt dabei bereits in den eigenen vier Wänden. Wer auf den Weihnachtsmarkt geht, sollte sich bereits vorher Gedanken machen, was er dort wirklich braucht und worauf er verzichten kann. Schmuck, Wertsachen und andere Sachen, die dort nicht benötigt werden, sollten dabei besser zu Hause gelassen werden. Auch empfiehlt es sich, Geld und EC-Karten getrennt voneinander aufzubewahren. Und zwar nicht so, dass sie jeder leicht greifen kann. Verschließbare Innentaschen von Jacke oder Mantel leisten hier gute Dienste.

Auch sollte das Portemonnaie nicht einfach offen in der Po-Tasche der Hose getragen werden: vielleicht noch so, dass es leicht herausragt. Denn auch dann reicht ein einfacher Griff, damit es in den Besitz eines Langfingers überwechselt. Auch eine offene Handtasche führt leicht zum Verlust des Inhalts. Folglich sollte auch das Portemonnaie am besten in einer verschließbaren Innentasche getragen werden.

Vorsicht ist außerdem geboten, wenn man von Fremden in ein Gespräch verwickelt wird. Taschendiebe agieren oft in kleinen Grüppchen und sind dabei echte Team-Arbeiter: Während ein Übeltäter sein Opfer mit Fragen oder einem Small Talk ablenkt, schleicht sich ein anderer von hinten an und entwendet die Geldbörse. Andere wiederum rempeln ihre Opfer an oder schütten ihnen ein Getränk über die Jacke, um sie kurzzeitig abzulenken.

Leicht zu erkennen sind Diebe hingegen nicht. Wie die Polizeigewerkschaft (GdP) aktuell auf ihrer Webseite warnt, können Frauen und Männer Täter sein, ganz gleich welcher Herkunft. Und leider auch immer mehr Minderjährige und Kinder, die fürs Stehlen geschult werden. Die Diebe bemühen sich darum, möglichst wenig aufzufallen. Und das heißt: Oft sind sie eben nicht von anderen Weihnachtsmarkt-Besuchern unterscheidbar.

Die schlechte Nachricht: In der Regel kann man sich nicht mit einer Versicherung gegen einen solchen Diebstahl absichern. Die Hausratversicherung kommt hierfür nicht auf, weil es nicht aus der Wohnung gestohlen wurde – es sei denn, es handelt sich um einen Raub unter Androhung von Gewalt. Viele Anbieter erstatten immerhin das Diebesgut bis zu einer bestimmten Summe, wenn es aus dem Auto oder einem Krankenhaus-Zimmer entwendet wurde.

 

Xavier – Welche Versicherung zahlt für Sturmschäden?

Gestern war es wieder soweit: Die Bundesrepublik musste am eigenen Leib spüren, was Naturgewalten alles auslösen können. Sturm Xavier fegte über das Land hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Bäume wurden entwurzelt und Häuser beschädigt, in Berlin und weiten Teilen Norddeutschlands musste der Zugverkehr eingestellt werden. Besonders bitter: Sieben Menschen verloren sogar ihr Leben, weil sie von Bäumen oder anderen Gegenständen erschlagen wurden.

Welche Versicherung aber zahlt für Schäden, die derartige Stürme verursachen? Hausbesitzer können aufatmen, wenn sie eine Wohngebäudeversicherung besitzen. Diese kommt für Sturmschäden auf, sofern der Wind mit mindestens Stärke 8 um die Häuser blies, also eine Geschwindigkeit von 63 Stundenkilometern und mehr erreichte.

Ob der Sturm ausreichend stark war, ist unter anderem beim Deutschen Wetterdienst in Erfahrung zu bringen. Bei Xavier aber dürften keine Zweifel bestehen: Er erreichte laut Presseberichten vielerorts eine Spitzengeschwindigkeit von 178 Stundenkilometern. Für Überschwemmungsschäden muss jedoch zusätzlich eine spezielle Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden, wenn Unwetter auch mit schweren Regenfällen einhergehen.

Wurden auch Markisen und Satellitenschüsseln durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen, zahlt eine gute Hausratversicherung. Diese übernimmt auch Schadenskosten für anderen Hausrat, der bei Unwetter beschädigt wird: Etwa, wenn durch ein Loch im Dach die Möbel feucht werden oder der Teppich. Für Glasschäden sollte darauf geachtet werden, ob dieser Baustein laut Hausrat-Vertrag eingeschlossen ist. In der Regel muss hierfür ein Aufpreis gezahlt werden.

Schäden am Auto sind in der Regel durch die Kfz-Teilkasko abgedeckt. Das dürfte auch diesmal wieder für viele Autofahrer relevant sein. Wie die Lokalzeitungen berichten, wurden in vielen Regionen geparkte PKW durch umstürzende Bäume oder umherfliegende Gegenstände geschädigt. Hier dürfte auf die Kfz-Versicherer ein hübsches Sümmchen zusammenkommen, das sie an ihre Kunden überweisen müssen.

Viele Bahnreisende mussten auch in fremden Städten übernachten, weil der Zugverkehr teils komplett eingestellt wurde. Wer trägt diese Kosten? Wie der Twitter-Account der DB Bahn informiert, können entstehende Hotelkosten nachträglich geltend gemacht werden. Tickets für ausgefallene Verbindungen sollen ebenfalls bis zum 15. Oktober ihre Gültigkeit behalten oder können erstattet werden. Allerdings muss ein spezielles Formular bei der Bahn ausgefüllt werden, um Kosten erstattet zu bekommen. Dieses ist unter folgender Adresse abrufbar:

https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrechte/entschaedigung.shtml

 

 

Wissenslücken bei der Altersvorsorge

Ein Studie bestätigt erneut, was auch schon vorherige Untersuchungen gezeigt haben: Viele Bundesbürger haben Wissensdefizite, wenn es um Altersvorsorge und Finanzen geht. Das hat auch damit zu tun, dass diese Themen in den Schulen kaum behandelt werden.

Nur jeder dritte Bundesbürger sagt von sich, dass er relevantes Finanzwissen in der Schule erworben hat. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag eines großen Investmenthauses. Für die Umfrage wurden sowohl 1.014 Verbraucher ab 14 Jahren als auch 600 Finanzexperten aus der Finanzbranche, Journalismus, Verbraucherschutz und Lehrerschaft befragt.

Die größte Wissenslücke betrifft die Altersvorsorge

Die Umfrage zeigt zugleich, wo die Bürger selbst ihre größten Wissenslücken sehen. Hier steht die Altersvorsorge an erster Stelle: 89 Prozent der Befragten Verbraucher sagten, hier Defizite zu haben. Doch auch bei den Themen Zinsen und Schulden (79 Prozent), Zinsen und Sparen (76 Prozent) sowie Versicherungen (72 Prozent) sehen sich die Befragten nicht ausreichend im Bilde.

Bezüglich des Finanzwissens ist die Selbsteinschätzung der Verbraucher noch optimistischer als jene der Experten. So gegen sich die Verbraucher selbst die Schulnote 2,5, wenn sie ihre Finanzkompetenz bewerten sollen. Die Experten hingegen nur eine 3,8. Hieraus resultiert die Frage, was getan werden muss, damit die Bundesbürger besser informiert sind. Eine Antwort ist schnell gefunden: Das Thema Finanzen sollte in der Schule mehr Raum bekommen. Mehrere Bundesländer haben dies bereits umgesetzt oder entsprechende Modellversuche gestartet.

Doch das hilft jenen nicht, die bereits erwachsen sind. Auch hier gibt es freilich Reformideen. So kann das Finanzwissen etwa durch Weiterbildungs-Initiativen in Firmen und Betrieben verbessert werden. Und auch die Familien sind in der Pflicht. So sollten Eltern ihre Kinder ermutigen, sich bereits früh mit entsprechenden Fragen zu beschäftigen – zur Not durch Selbstschulung und Unterstützung, die man von außen einholt.

Sich informieren – und beraten lassen!

Ohne zusätzliche Altersvorsorge droht im schlimmsten Fall die Altersarmut, weil die Rente immer weniger Menschen ein auskömmliches Leben sichert. Wer bei sich selbst Beratungsbedarf sieht, sollte deshalb keine Scheu haben, sich an einen Fachmann zu wenden und ein Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Wer sich bereits vorab informiert, kann gezielt in der Beratung nachfragen, etwa nach Chancen und Risiken einer Geldanlage.

 

Psyche häufiger Grund für längere Krankschreibungen

Die Psyche ist immer häufiger Ursache, wenn Arbeitnehmer längere Zeit im Job ausfallen. Allein in den letzten Jahren stiegen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen um beinahe 80 Prozent an. Dagegen kann man etwas tun – etwa durch betriebliches Gesundheitsmanagement.

Psychische Erkrankungen führen immer häufiger zu Arbeitsausfall. Die Fehlzeiten aufgrund der Psyche stiegen in den letzten zehn Jahren um fast 80 Prozent an, so ergab der aktuelle AOK-Fehlzeitenreport 2017, der auf der Auswertung von 11,7 Millionen Versicherten-Daten beruht. Im Schnitt fehlen die Beschäftigten 25,7 Tage, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

Eine mögliche Erklärung ist der steigende Druck in vielen Unternehmen sowie ein zunehmendes Bewusstsein für psychische Krankheiten. Mit anderen Worten: Die Beschäftigten sind eher bereit zum Arzt zu gehen, wenn die Seele leidet. Doch darüber hinaus belasten schwere Lebenskrisen den Beruf, wie eine Sonderauswertung des Fehlzeitenreportes zeigt. Sei es eine schwere Krankheit, der Tod eines Angehörigen oder Trennungsschmerz nach einer zerbrochenen Beziehung: Jeder zweite Beschäftigte fühlt sich in seiner Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt, wenn er mit einer solchen Lebenskrise konfrontiert wird.

Prävention ist besser als heilen!

Hier kann bereits durch präventive Maßnahmen dazu beigetragen werden, dass die Beschäftigten eben nicht krank werden und längere Zeit im Job ausfallen. Das Stichwort lautet „Betriebliches Gesundheitsmanagement“. Zum Beispiel bieten viele Firmen mittlerweile die Möglichkeit, sich bei persönlichen Problemen von einem Betreuer oder Psychologen anonym beraten zu lassen. Oder sie unterstützen Wiedereingliederungsmaßnahmen, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der Psyche längere Zeit aus der Bahn geworfen wird. Während solche Unterstützungsmaßnahmen in großen Betrieben bereits etabliert sind, haben gerade kleine und mittlere Unternehmen Nachholbedarf. Hier bieten private und gesetzliche Krankenversicherer ebenso wie Kliniken oft Angebote auch für die Kleinen!

Doch nicht nur abhängig Beschäftigte sollten über die möglichen Folgen nachdenken, wenn die Psyche den Job erschwert. Wie sieht es bei Selbstständigen aus? Sie sind oft nicht über einen Arbeitgeber für längere Krankheit abgesichert, im Zweifel steht sogar die Existenz auf dem Spiel. Hier empfiehlt sich der Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung – Auch für die Psyche!

Wie wichtig Hilfe bei psychischen Krankheiten ist, zeigt auch die Tatsache, dass sie häufigste Ursache für ein dauerhaftes Ausscheiden aus dem Beruf sind. 31,32 Prozent aller erstmals ausgezahlten Renten in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung hatten 2016 ihre Ursache in der Psyche, so ergab eine Analyse des Ratinghauses Morgen & Morgen. Und gerade bei diesen Krankheiten trifft es oft junge Leute: In der Generation der Unter-40-jährigen wurden mehr neue BU-Renten aufgrund psychischer Erkrankungen bewilligt als bei den Senioren der Generation Ü50. Hier hilft ein Beratungsgespräch, den passenden Schutz zu finden.

 

Deutsche Lebensversicherer mit Rekord-Auszahlungen

Die deutschen Lebensversicherer haben 2016 eine Rekordsumme an ihre Kunden ausgezahlt. Das geht aus Zahlen hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag veröffentlicht hat. Damit sind die Lebensversicherer eine wichtige Stütze für die deutsche Altersvorsorge.

Im Jahr 2016 haben die deutschen Lebensversicherer (einschließlich Pensionsfonds und -kassen) eine Rekordsumme an ihre Kunden ausgezahlt. Die Leistungen an Kunden bezifferten sich auf 88,9 Milliarden Euro, was ein stolzes Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Das geht aus der Broschüre „Die Deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2017“ hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft am Donnerstag veröffentlicht hat.

Damit bleiben die Lebensversicherer eine wichtige Stütze für die Altersvorsorge der Bundesbürger. Tag für Tag schütten sie 244 Millionen Euro an ihre Kunden aus. Die Bedeutung zeigt sich auch an der hohen Zahl der abgeschlossenen Versicherungen. Ende 2016 bestanden 89,3 Millionen Verträge bei Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds. Erstaunlich: Das sind mehr Verträge, als Deutschland Einwohner hat! Das Statistische Bundesamt (Destatis) beziffert die deutsche Bevölkerung derzeit auf 82,2 Millionen Personen.

Wirklich rekordverdächtig ist auch der Kapitalanlagenbestand: Erstmals haben die deutschen Lebensversicherer mehr als eine Billion Euro für ihre Kunden angelegt. Zu dem Kapitalstock steuerten die Lebensversicherer 923 Milliarden Euro bei, wo sich noch einmal 102 Milliarden Euro an Kapitalanlagen für fondsgebundene Policen hinzugesellen. Die Zahlen zeigen, dass die Lebensversicherung für viele Bürger nach wie vor eine attraktive Form der Altersvorsorge ist.

Im Neugeschäft setzen die Lebensversicherer mittlerweile weitestgehend auf Verträge ohne Garantiezins. Diese bedeuten ein höheres Anlage-Risiko für Kunden, aber auch bessere Renditechancen als „klassische“ LV-Verträge. Welche Vor- und Nachteile diese Policen haben, klärt ein Beratungsgespräch.

 

Ansprüche aus Finanzberatung – Verjährungsfristen beachten!

Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren die Anforderungen an die Finanzberatung erhöht – und das ist auch gut so. Denn wenn Verbraucher schlecht beraten werden, soll der Vermittler eines Finanzproduktes auch für seine Beratung haften. Dass es hierbei allerdings Fristen zu beachten gibt, zeigt ein höchstrichterliches Urteil vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Demnach verlor eine Verbraucherin ihren Anspruch auf Schadensersatz, weil der Fall schlichtweg verjährt war (Urteil vom 16. Mai 2017, Az.: XI ZR 430/16).

Im verhandelten Rechtsstreit wollte eine Ärztin ihre Praxis finanzieren. Hierfür schloss sie im Oktober 2001 eine Kombination aus Bankdarlehen und Lebensversicherung ab. Der Hintergedanke: Wenn sich die Lebensversicherung wie prognostiziert entwickelt, kann sie mit der Einmalzahlung ihr Darlehen komplett tilgen.

Zu diesem Finanzierungsmodell hatte ein Bankberater der Frau geraten. Und dabei die entstehenden Risiken verschwiegen. Ob die Frau nämlich tatsächlich mit der Lebensversicherung ihre Schulden komplett abbezahlen konnte, war abhängig von der Entwicklung der Überschüsse in der Lebensversicherung. Und diese entwickelten sich schlechter, als es der Bankangestellte im Beratungsgespräch prognostiziert hatte. Statt der versprochenen 212.000 Euro brachte der Vertrag nur 166.000 Euro ein.

Nach Ablauf der zwölfjährigen Laufzeit im Jahr 2013 entstand aber ein Fehlbetrag von rund 39.000 Euro im Rahmen des Bankdarlehens, den die Ärztin aus ihrer eigenen Tasche zahlen musste. Die Frau leistete die Zahlung erst unter Vorbehalt und verklagte schließlich im Herbst 2013 ihre Bank auf Rückzahlung des Fehlbetrages.

Kein Anrecht auf Schadensersatz – Weil Ansprüche verjährt waren

Tatsächlich konnte dem Bankberater eine Fehlberatung nachgewiesen werden. Er habe eine „fehlerhafte Aufklärung über die wirtschaftlichen Nachteile einer Kombination aus Darlehensvertrag und Kapitallebensversicherungsvertrag“ geleistet, heißt es hierzu im Urteil des Bundesgerichtshofes. Dennoch konnte die Frau keinen Schadensersatz erstreiten, da er schlicht verjährt war.

Für die Ansprüche aus Finanzberatungen und der damit verbundenen Prospekthaftung gilt nämlich eine zehnjährige Verjährungsfrist ausgehend vom Datum der Unterzeichnung. So schreibt es das Bürgerliche Gesetzbuch vor. Die Ärztin hätte also bereits bis Oktober 2011 ihre Klage einreichen müssen, damit sie den Fehlbetrag ersetzt bekommt. Solche Fristen gilt es zu beachten, wenn man Ansprüche aus einem Beratungsgespräch zur Geldanlage durchsetzen will – wer zu lange wartet, geht leer aus.

 

Hochwasser: Ohne Bemühen um private Absicherung keine Staatshilfen!

Sowohl Hausbesitzer als auch Gewerbebetriebe können zukünftig nur auf Soforthilfen nach Flutkatastrophen hoffen, wenn sie sich vergeblich um eine Elementarschadenversicherung bemüht haben. Darauf haben sich die Bundesländer am 1. Juni in Berlin geeinigt.

Künftig können Hausbesitzer und Gewerbetreibende nur noch auf Soforthilfen nach Flutkatastrophen hoffen, wenn sie sich vergeblich um eine private Elementar-Police bemüht haben. Das haben die Bundesländer nach einer entsprechenden Einigung am Donnerstag in Berlin beschlossen, berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa). Eine entsprechende Richtlinie haben die Justizminister der Bundesländer bereits vor zwei Jahren beschlossen.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nutzte dies, um an die Eigenverantwortung der Bürger zu appellieren. „Wer sich nicht versichert hat – und das aus wirtschaftlichen Gründen nicht gemacht hat, obwohl es durchaus möglich gewesen wäre – der wird zukünftig vom Staat keine Hilfe erfahren können“, sagte Tillich vor Pressevertretern. Man könne sowohl Unternehmen als auch Häuser versichern.

Anfrage bei Versicherern protokollieren lassen!

Hausbesitzer und die Unternehmer von kleinen und mittelständischen Betrieben sollten sich also schnell um eine Elementarschadenversicherung kümmern, wenn sich noch keine haben. Nach Angaben der Versicherungswirtschaft sind derzeit in Deutschland elf Millionen Gebäude ohne Schutz.

Mitunter kann es passieren, dass gerade in Überschwemmungs-Risikogebieten die Bürger keinen oder nur einen teuren Vertrag angeboten bekommen. Dann sollte dies aber mit dem Beratungsprotokoll eines Versicherungsvermittlers dokumentiert werden, um im Fall der Fälle auf der sicheren Seite zu stehen. Das Beratungsprotokoll kann Gold wert sein, wenn man doch Staatshilfen einfordern muss.

Der Hintergrund: Eine private Wohngebäudeversicherung bietet allein keinen Schutz für Naturgefahren wie Hochwasser. Hierfür muss eine extra Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden, die häufig als Zusatzbaustein zu einer Wohngebäude-Police, aber auch separat angeboten wird. Haushalte können sich mit einer solchen Police gegen Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung oder Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und sogar einen Vulkanausbruch absichern lassen.

Teure Soforthilfen nach Flutkatastrophe

In der Bundespolitik bedeutet der Beschluss der Bundesländer einen Paradigmenwechsel. Noch nach der letzten großen Flutkatastrophe im Jahr 2013, als speziell die Elbe ganze Städte überflutete, sprang der Staat den Bürgern mit großzügigen Soforthilfen bei. Mit 460 Millionen Euro hatte damals der Bund die Soforthilfeprogramme der Bundesländer unterstützt, so geht aus einem Bericht des Bundesinnenministeriums hervor. Weitere acht Milliarden Euro flossen damals in einen Wiederaufbaufonds.

Freilich erhielten diese Gelder nicht nur Privatpersonen und Kleinbetriebe, sondern etwa auch Kommunen und die Landwirtschaft. Aber allein Hausbesitzer bekamen 121,5 Millionen Euro an Soforthilfe ausgezahlt, um Häuser wieder bewohnbar zu machen und Hausrat zu ersetzen.

 

Internationaler Kindertag: Unfallschutz für junge Racker

Am 1. Juni wird der Internationale Kindertag gefeiert. Das ist ein Anlass, mal auf die Absicherung von Kindern zu schauen: Zwar lohnt es sich grundsätzlich, auch für den Nachwuchs eine Unfallversicherung abzuschließen. Eine Invaliditätsversicherung kann aber die bessere Wahl sein.

Für Eltern gibt es wohl nichts Wichtigeres, als dass es den Kindern gut geht. Und doch lässt sich kaum vermeiden, dass auch Kinder einmal zu Schaden kommen. Rund 200.000 kleine Bürger unter 15 Jahren müssen pro Jahr aufgrund einer schweren Verletzung im Krankenhaus behandelt werden, so geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Davon ist fast die Hälfte jünger als fünf Jahre.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht für besorgte Eltern: Nur ein Bruchteil der Unfälle (0,67 Prozent) geht bei Minderjährigen mit einem bleibenden Schaden einher. In der Regel sind die jungen Racker also schnell wieder fit. Dennoch empfehlen Verbraucherschutz und Versicherungsexperten, das Kind mit einer private Unfallversicherung abzusichern.

Die Unfallversicherung zahlt eine Unfallrente oder eine andere Kapitalleistung, wenn das Kind nach einem Unfall dauerhafte Schäden davonträgt. Ausschlaggebend hierfür ist die vereinbarte Invalidität im Versicherungsvertrag, die oft anhand einer Gliedertaxe bemessen wird: in der Taxe wird für die Schädigung einzelner Körperteile ein bestimmter Grad an Invalidität festgeschrieben. Und nicht nur das: Gute Verträge zahlen zum Beispiel auch für Nachhilfeunterricht oder eine extra Reha-Maßnahme, wenn das Kind aufgrund des Unfalls längere Zeit in der Schule fehlt.

Kinder-Invaliditätsversicherung: Umfassender Schutz auch bei Krankheiten

Als Alternative zur Unfallversicherung kommt auch eine Invaliditätsversicherung für Kinder infrage. Und es gibt Versicherungsexperten, die diesen Schutz bevorzugt empfehlen. Der Grund: Eine Unfallversicherung zahlt in der Regel nur dann, wenn der Schaden tatsächlich aus einem Unfall resultierte. Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

Zwar erweitern viele Versicherer diese Unfall-Definition, so dass etwa auch Vergiftungen oder gar ein Infarkt als Unfall gelten. Dafür muss die Leistung explizit im Vertrag stehen. Dennoch: Für viele Krankheiten bietet die Unfallversicherung keinen Schutz. Sehr wohl aber eine Invaliditätsversicherung.

Deshalb kann eine Invaliditäts-Police für Kinder die bessere Alternative sein. Denn bei Kindern bis 18 Jahren sind fast immer Krankheiten und nicht Unfälle die Ursache für eine Schwerbehinderung, wie „Finanztest“ anhand von Zahlen des Statistischen Bundesamtes festgestellt hat. In beiden Fällen zahlt die Invaliditätsversicherung. In der Regel leistet der Versicherer eine monatliche Rente von bis zu 1.000 Euro, sobald die Behinderung 50 Prozent gemäß Sozialgesetzbuch IX beträgt: unabhängig von der Ursache für das Handicap.

Darüber hinaus gibt es auch andere Möglichkeiten der Invaliditätsvorsorge für Kinder. Sogenannte Schwere-Krankheiten-Versicherungen leisten etwa eine Kapitalzahlung, wenn das Kind an einer laut Vertrag definierten Krankheit erkrankt. Hier gilt es allerdings zu bedenken, dass bei vielen Krankheiten nur schwere Fälle bzw. gar das Endstadium abgesichert sind. Darüber hinaus können auch Schüler schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, um sich gegen den späteren Ausfall der Arbeitskraft abzusichern. Weitere Details klärt ein Beratungsgespräch!

 

 

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