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Berufsunfähigkeitsversicherung: 94 Prozent der Antragsteller erhalten Angebot

Tablet mit dem Text Berufsunfähigkeit auf dem Display

Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat zum ersten Mal eine umfassende Statistik zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung vorgestellt. Damit will der Verein auch gegen das Vorurteil vorgehen, die Versicherer würden vielen Menschen keinen Schutz bieten. Insgesamt stimmen die Daten optimistisch – zeigen aber auch, dass es noch Fragen gibt. 

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen – da sind sich die Branche und der Verbraucherschutz einig. Jede vierte Person scheidet vor Erreichen des Rentenalters unfreiwillig aus dem Job aus. Weil der Staat seit 2001 nur noch eine Grundabsicherung für die Erwerbsunfähigkeit bietet, ist das Aus im Beruf mit einem hohen Armutsrisiko verbunden. Viele Betroffene sind auf Sozialleistungen angewiesen.

Gegen die Versicherungsbranche wurde aber mehrfach der Vorwurf vorgebracht, sie würde Menschen mit Risikoberufen oder Vorerkrankungen keinen Schutz gewähren. Wer Dachdecker ist oder Maschinenführer auf dem Bau, hat es dann schwer, überhaupt eine Absicherung zu finden. Das nimmt der Dachverband der Versicherer nun zum Anlass, erstmals eine detaillierte Statistik zu veröffentlichen, die zeigt, wie viele Menschen ein Angebot erhielten. In der Tendenz zeigen die Zahlen eine hohe Aufnahmebereitschaft der Versicherer.

776.000 Menschen erhielten 2014 ein Versicherungsangebot 

Wer eine BU abschließen will, muss zunächst einen Antrag stellen, bei dem auch Gesundheitsfragen abgefragt werden. Wer einen riskanten Beruf hat oder eine Vorerkrankung, muss -wie bereits angesprochen- mit Preisaufschlägen rechnen oder wird sogar abgelehnt. Aber wie oft passiert es, dass Interessierte keinen Vertrag erhalten? Glaubt man den Zahlen des GDV, lassen sich die meisten Menschen problemlos absichern.

So habe es im Erhebungsjahr 2014 knapp 823.000 Anträge gegeben, wovon 776.000 Antragsteller auch ein Angebot erhielten – eine Quote von stolzen 94 Prozent. Kritiker werfen dem GDV nun allerdings vor, diese Zahl sei wenig aussagekräftig.

Wenn der Versicherer dem Antragsteller ein Angebot macht, heißt das nämlich noch nicht, dass der Vertrag dann auch tatsächlich zustande kam. Vielleicht war der Vertrag so teuer und enthielt so viele Leistungsausschlüsse, dass der Kunde dankend ablehnte. Wie viele Verträge letztendlich geschlossen wurden, verrät der Interessenverband der Versicherungswirtschaft nicht.

Anonyme Voranfrage stellen!

Um doch eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten, sollten interessierte Kunden deshalb einen kompetenten Versicherungsvermittler hinzuziehen. Er weiß in der Regel, welche Versicherungen bestimmte Berufsrisiken akzeptieren und welche nicht. Auch empfiehlt es sich, beim Wunschversicherer eine anonyme Voranfrage einzuholen. Auf diese Weise kann man herausfinden, ob und zu welchem Preis die Gesellschaft auch Risikoberufe versichert.

Wer hingegen einmal abgelehnt wurde, droht auf der schwarzen Liste der Versicherungswirtschaft zu landen, dem sogenannten Hinweis- und Informationssystem (HIS). Das ist vergleichbar mit einem negativen SCHUFA-Eintrag, denn hier werden Ablehnungsgründe gespeichert – einsehbar für alle Versicherer. Das erschwert es deutlich, später doch noch einen Vertrag zu finden.

Schwierigkeiten der Statistik – Viele Kunden holen mehrere Angebote ein 

Der GDV hat sich mittlerweile zu der Kritik positioniert, er würde nicht kompetent ausweisen, wie die Quote von gestellten Anträgen und zustande gekommenen Verträgen ist. Ein Sprecher erklärte: „Es kommt häufiger vor, dass ein Kunde mehrere Anträge stellt, um sich dann das für ihn beste Angebot auszusuchen. Am Ende wird eben nur ein Vertrag abgeschlossen, obwohl vielleicht mehrere Versicherer den Kunden gerne absichern würden.“ Die einzige Quote, die eine saubere Aussage zur Absicherungsbereitschaft der Versicherer liefere, sei folglich die Zahl der unterbreiteten Angebote durch die Anbieter. Ein Argument, das durchaus Berechtigung hat.

 

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Schmidtke René

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