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Als ausländischer Student in Deutschland krankenversichert 

Stethoskop mit VersicherungskarteAuch für ausländische Studenten besteht eine Krankenversicherungspflicht, wenn sie sich an einer deutschen Universität einschreiben wollen. Dass die Policen gefährliche Lücken haben können, zeigt ein aktueller Fall. Vor allem bei Tarifen zum Dumping-Preis ist Vorsicht geboten! 

Wer ein Studiensemester im Ausland aufnimmt, lernt neue Kulturen und Erfahrungen kennen. Dies ist ein Gewinn für junge Menschen, kann aber zu Stress und Überforderung führen. So auch im Falle eines BWL-Studenten aus Kamerun, der sich an der Uni Münster eingeschrieben hatte. Der Mann erlitt einen Nervenzusammenbruch und musste wochenlang in einer deutschen Klinik behandelt werden. Die Behandlungskosten summierten sich auf über 10.000 Euro, wie Zeit Online berichtet.

Versicherung meidet juristische Auseinandersetzung  

Doch die Versicherung wollte für die Therapie des Afrikaners nicht zahlen. Und das hatte Gründe. Knapp bei Kasse, hatte der angehende Wirtschaftswissenschaftler das Billigangebot eines privaten Anbieters unterzeichnet: Nicht einmal 30 Euro zahlte er im Monat für seinen Schutz. Folglich beinhaltete auch der Versicherungsvertrag viele Ausschlussklauseln. Laut Vertragstext waren Psychotherapien und Vorerkrankungen explizit nicht in den Schutz eingeschlossen.

Erst als ein Anwalt der Münsteraner Studentenschaft intervenierte und auch die Finanzaufsicht BaFin auf den Fall aufmerksam wurden, entschloss sich der Versicherer zu zahlen. Es handle sich um den Irrtum eines untergeordneten Sacharbeiters, argumentierte das Unternehmen. Durch das Einlenken verhinderte es eine juristische Auseinandersetzung über die Vertragsbedingungen.

Eine Urteil blieb jedoch aus. Deshalb konnte nicht geklärt werden, ob bei Krankenversicherungen für ausländische Studenten Psychotherapien verpflichtender Bestandteil sein müssen. Das Aufenthaltsgesetz schreibt den Anbietern generell einen „der gesetzlichen Krankenversicherung oder einem im Wesentlichen gleichwertigen Versicherungsschutz“ vor. In der GKV jedenfalls sind stationäre Psychotherapien laut Gesetzgeber bindend!

Finger weg von Dumping-Angeboten! 

Wie aber können sich ausländische Studenten in Deutschland krankenversichern? Eine einfache Antwort ist auf diese Frage nicht möglich, hängt dies doch vom Herkunftsstaat ab. Ausländer aus der EU genießen generell den gesetzlichen Versicherungsschutz in Deutschland. Entsprechende Abkommen bestehen mit über 30 weiteren Staaten, etwa den USA und China.

Aber gerade Studenten aus Afrika oder aus Entwicklungsländern müssen sich privat versichern, wenn sie erst noch die deutsche Hochschulreife über Sprach- und Studienkurse erwerben wollen. Und damit steht ihnen das teils schwer überschaubare Angebot der privaten Krankenversicherung offen. Gute Angebote gibt es hier ebenso wie weniger überzeugende. Für Studenten, die kaum der deutschen Sprache mächtig sind, eine echte Herausforderung! Hier hilft professionelle Beratung.

Generell aber gilt: Finger weg von Dumping-Angeboten. Wenn eine Krankenversicherung verspricht, einen vollwertigen Versicherungsschutz für weniger als 30 Euro im Monat zu bieten, stellt sich die Frage nach der Seriosität dieser Tarife. Die Gefahr einer Unterversicherung ist hier stark gegeben.

Schmidtke René

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